St. Moritz Das exklusive Reiseziel im Engadin

Welch passende Doppelbedeutung: "Champagnerklima" sagen die Einheimischen zum Wetter in St. Moritz - und meinen damit, dass das Klima trockener ist als anderswo, der Schnee sicherer, die Sonne mit durchschnittlich 322 Sonnentagen im Jahr gnädiger.

"Champagnerklima" beschreibt selbstredend ebenso, wofür der Ort im schweizerischen Kanton Graubünden seit mindestens den 1970er Jahren ebenfalls steht: St. Moritz, das ist der Hotspot der Reichen, Mächtigen und Schönen, eine winterliche Flaniermeile des Luxus.

In guten wie in schlechten wirtschaftlichen Zeiten werden in der 5000 Einwohner zählenden Gemeinde jährlich 350 Millionen Euro umgesetzt. Die vom Kur- und Verkehrsverein 1987 eingetragene Marke "St. Moritz" erlöst über Lizenz-Vergaben - etwa an die Uhrenmarke Swatch - im gleichen Zeitraum weltweit weitere 500 Millionen.

Der für diese Zwecke eingeführte Marketing-Slogan "Top of the World" kommt also nicht von ungefähr - seit dem Beginn des Wintertourismus wurde in dem auf 1856 Metern Höhe gelegenen Ferienort konsequent an einer erfolgreichen Positionierung des Namens "St. Moritz" gearbeitet.

Heute hat der Ort auf eine stolze Historie vorzuweisen: 1864 war St. Moritz der Geburtsort des alpinen Wintertourismus', es beherbergt die älteste Natureis-Bobbahn der Welt und alle Jahre wiederkehrende Veranstaltungen wie den Cresta Run, Pferde- und Windhunderennen auf dem gefrorenen See, Polo-, Cricket- und Curling-Turniere, den berühmten Engadin Skimarathon, bei dem Jahr für Jahr rund 12.000 Teilnehmer an den Start gehen - und es hat seine eigene Geschichte der Reichen und Schönen, die dem Bündner Örtchen seit Jahrzehnten Glamour und kosmopolitisches Flair verleihen: Ob Monica Bellucci oder Roger Moore, Uma Thurman oder die Prinzessin von Monaco, Burda, Berlusconi oder Bogner - der Ort an der Alpensüdseite kann sich über einen Mangel an prominenten Besuchern nicht beklagen.

Die kommen wegen der hervorragenden alpinen Verhältnisse, klar. Aber sie kommen auch, weil St. Moritz ihnen dazu eine gefällige Infrastruktur bietet: Luxus-Herbergen wie das Badrutt's Palace, das Kulm Hotel oder das Carlton Hotel, Boutiquen von Chanel, Gucci, Bulgari, Chopard und Pucci, Termine wie die Juwelen-Wochen oder das St. Moritz Gourmet Festival. Nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer finden die Promis Wege, sich nach St. Moritz aufzumachen: So gab Boris Becker hier im Juni 2009 Lilly Kerssenberg das Ja-Wort, mitten auf der grünen Alm.

Im Winter vergnügen sich die Gäste lieber drinnen, reichlich Spielwiesen hat es in St. Moritz. Wer Stars und Sternchen sehen will, wird beispielsweise im "King's Club" fündig. Der Club im Badrutt's Palace Hotel ist die Mutter aller St. Moritzer Discotheken, Claudia Schiffer, Liz Hurley, Kate Moss und Robert De Niro gehören hier zu den Stammgästen. Mindestens ebenbürtig in puncto Kultstatus ist der Dracula-Club, 1974 gegründet vom Industriellenerben, Fotografen und Medienliebling Gunter Sachs und Freunden. Bis heute ist der Dracula-Club Anlaufstelle für Prominente aus aller Welt.

Natürlich sind auch Normalsterbliche in St. Moritz jederzeit willkommen. Ob auf den Events, in den Boutiquen oder den luxuriösen Hotels - ausgeschlossen wird hier niemand. Einzige Voraussetzung: Ein bisschen an Kleingeld sollte man schon mitbringen. Schließlich wollen die 350 Millionen Euro Jahresumsatz ja irgendwie eingefahren werden.

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Autor:
Nico Cramer