Luzern Rigi, Titlis und Pilatus

Pilatus

Ganz oben hat man das Gefühl, direkt in den See hinabtauchen zu können. So greifbar nah liegt der Vierwaldstättersee zu Füssen des 2128 Meter hohen Tomlishorns, des höchsten Gipfels der Pilatus-Kette. Doch lange trauten sich die Luzerner nicht hoch auf ihren Hausberg. Der Sage nach spukte der Geist von Namensgeber Pontius Pilatus auf den Hängen herum. Der Römer komme nicht zur Ruhe, aus Strafe, weil er Jesus in Ketten legen ließ. Mittlerweile ist die Region für Outdoor-Adepten bestens erschlossen, und Themenwege wie der "Blumenpfad" oder der "Drachenweg" locken Naturhungrige.

Rigi

Die Rigi bietet als Wanderberg in den Sommermonaten 120 km Wanderwege.
Herbert Zimmermann
Die Rigi bietet als Wanderberg in den Sommermonaten 120 km Wanderwege.
Die Rigi gilt in Wanderkreisen als "zahmer" Berg. Statt schroffer Felswände breiten sich Wiesen und Wälder über die Hänge aus. 120 Kilometer Wege locken mit oft beeindruckender Rundumsicht. Die Rigi liegt wie eine Halbinsel zwischen drei Seen: Lauerzer-, Zuger- und Vierwaldstättersee. Nahezu königlich. Die "Riginen" bezeichnen ursprünglich lediglich Felsschichten, aber im 19. Jahrhundert wurden sie umgedeutet in "regina montium", die Königin der Berge, und dieser Spitzname macht für den Luzerner Berg aus touristischer Sicht doch gleich viel mehr her. 

Titlis

Die höchste Hängebrücke der Welt befindet sich in Titlis.
Engelberg-Titlis/ Christian Perret
Titlis ist nicht nur ein sehr beliebtes Skigebiet. Dort kann man auch in 3041 Meter Höhe mit 150 Schritten über die höchste Hängebrücke der Welt laufen.
Die Titlisregion mit ihrem 3238 Meter hohen Gipfel gilt als eines der beliebtesten Skigebiete der Zentralschweiz. Aber auch im Sommer lässt sich der einzige Gletscher der Gegend erkunden. Zum Beispiel in der Gletschergrotte, die 20 Meter tief unter die Oberfläche führt. Im blau glitzernden Eistunnel ist es definitiv echt cool – konstant minus 1,5 Grad. Ebenfalls sehenswert: der 2012 eröffnete "Titlis Cliff Walk". 150 Schritte sind es über die höchste Hängebrücke der Welt. An Höhenangst sollte man also nicht leiden. Als Belohnung winkt ein famoser Ausblick.

Drei Dinge, die Sie außerdem wissen sollten:  

Altes Eisen

Europas erste Bergbahn mit Zahnradantrieb wurde 1871 zur Rigi gebaut. Mit großem Erfolg: Schon im ersten Jahr beförderte sie 50 000 Gäste. Noch heute finden im Sommer bisweilen Nostalgiefahrten mit Dampfloks statt.

König der Berge

Der Steinbock ist das stolze Wahrzeichen der Alpen. An den Hängen des Pilatus war er einst ausgerottet, in den Sechzigern glückte die Wiederansiedlung. Zu den rund hundert Tieren führen mehrmals im Jahr Wildhüter vom "Berghotel Pilatus-Kulm".

Perfektes Panorama

Die rotierende Seilbahn
© Roger Gruetter
Den perfekten Überblick über die Schweiz bekommt man in der rotierenden Seilbahn "Rotair" auf dem Titlis.
Der nächste Rekordhalter: Die "Rotair" auf dem Titlis ist die welterste rotierende Seilbahn. Der sich drehende Boden garantiert eine 360-Grad-Aussicht. Vom Gipfel selbst kann man an guten Tagen 60 Prozent der Schweiz überblicken.
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Autor:
Cornelia Heim