Tessin Palmen und Sonnenschein am Lago Maggiore

Der Lago Maggiore im Tessin lockt mit Palmen und Sonnenschein. Ascona unterzieht sich einer Verjüngungskur und zieht wieder Künstler und den Jetset an - auch dank des deutschen Millionärs Stefan Breuer.
Lago Maggiore

Mehr Palmen gibt es nirgendwo sonst in der Schweiz. Mehr Sonnenschein auch nicht. Und mehr Dolce Vita sowieso nicht: In keiner Region kommt das Land südländischer daher als am Lago Maggiore. Der See, der zu vier Fünfteln in Italien liegt, war mal das Ziel aller teutonischer Ferienträume. Denn er ist Helvetia mit all der erwartbaren Qualität, überzuckert mit einem süßdicken Guss Bella Italia. Und Ascona, der 5000-Einwohner-Ort am Nordufer, ist die Perle am See.

"Ascona", sagt Stefan Breuer, "ist einer der schönsten Orte der Welt. Doch hat er sich lange unter Wert verkauft." Die siebziger Jahre sind längst passé, in denen Brigitte Bardot im azurblauen Lago formvollendet Wasserski lief und der Mythos Tessin so heftig Hochkonjunktur erlebte, dass Opel sogar ein Fahrzeugmodell nach Ascona benannte.

In den Achtzigern und Neunzigern verfiel das mondäne Seeufer in einen Dornröschenschlaf. Die Hautevolee war in die Jahre gekommen, und Ascona wurde zunehmend als Altersheim verlacht. Doch nun erlebt das ehemalige Fischerdorf eine Renaissance. Wach geküsst vom Unternehmer Breuer, der vor sieben Jahren mit Frau und fünf Kindern von Frankfurt an den Lago zog. Dort genießt der Multimillionär nicht nur wie Wall of Fame viele vor ihm die paradiesische Ruhe, sondern hat einen neuen Lifestyle-Trend angestupst. Binnen kurzer Zeit nahm er das Ufer in den Klammergriff: mit dem Nobelrestaurant "Seven" und dem bodenständigeren "Seven easy" am anderen Ende der Promenade.

Zudem eröffnete er in der Altstadt das "Seven Asia" und plant zusätzlich noch eine "Seven Disco". Mit Ivo Adam fand Stefan Breuer den passenden Partner für die Wiederbelebung des Jetsets. Der  Sternekoch gilt als der Popstar der Schweizer Küchengilde – er rappt sogar Rezepte im Fernsehen – und versteht sich glänzend mit Breuer, der am Lago als Barfußmann im Designeranzug für Aufsehen sorgt.

Und die Verjüngungskur Asconas zeigt Wirkung. Einflussreiche Künstler ziehen an den See, auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schlug hier während der Europameisterschaft 2008 ihr Quartier auf. Selbst wenn manch Etablierter das Schickimicki-Treiben Breuers bisweilen kritisch beäugt, sei’s drum, "viele haben gemerkt, dass sie von uns profitieren", sagt Ivo Adam. Und wenn Ende 2016 der Gotthard-Basistunnel in Betrieb geht, dann dauert’s via Bahn nur noch zwei Stunden von Zürich nach Ascona. Der Süden rückt immer näher.

INFOS

Hotspots am Lago Maggiore: Die Aufbruchstimmung wird auch von Schweizer Millionen-Investitionen angeheizt: Vorzeigeprojekte sind z. B. das "Albergo-Caffè Carcani" oder das Boutiquehotel "La Rinascente" in Locarno. Außerdem entstanden am Lago jüngst zwei topmoderne Wasserparks mit Wellness-Spa.

Hotel Giardino: Mit einem modernen Konzept und dem jüngsten Schweizer Sternekoch setzt auch das legendäre Hotel Giardino neue Trends. www.giardino.ch

Weitere Informationen über das Tessin: www.ticino.ch

Autor

Cornelia Heim