Tessin Bellinzonas Burgen

Riesige Burgen sollten Bellinzona im Tessin einst vor Eroberern schützen. Heute sind Castelgrande, Castello di Montebello und Castello die Sasso Corbaro beliebte Sehenswürdigkeiten im Tessin.

"Dieser Platz ist Schlüssel und Tor zu Italien", konstatierte anno 1475 der Kriegskommissar Azzo Visconti in einem Schreiben an den Herzog von Mailand. Und er hatte recht, denn sein heutiges Gesicht verdankt Bellinzona vor allem seiner strategisch wichtigen Lage. In der Historie wollten immer wieder Völker beiderseits der Alpen über die Stadt am riesigen Castel-grande-Felsen herrschen, der das schmale Tal verriegelt. Wer hier saß, kontrollierte all die Pass-Straßen, die sich hier bündeln: Gotthardpass, Großer Sankt Bernhard, Lukmanierpass, Nufenenpass – egal ob Fürst, Pilger, Krieger, Kaufmann oder Viehtreiber, alle mussten sie hier durch.


Es waren vor allem die Herzöge von Mailand, die das gemütliche Städtchen im 15. Jahrhundert zur Festungsanlage ausbauten. Drei monumentale Burgen stehen noch heute. Auf der alten Wehrmauer am wuchtigen Castelgrande lässt es sich herrlich flanieren, während das niedliche Castello di Montebello mit Brunnen, Zugbrücken und Efeugemäuern noch eine Spur romantischer wirkt. Und von den Zinnen des Castello di Sasso Corbaro im Osten, das innerhalb von nur drei Jahren erbaut wurde, reicht der Blick bis zum Lago Maggiore.

Übrigens: Im Mittelalter führte ein Seitenarm des Sees bis kurz vor die Tore der Stadt, was praktisch war zum Verschiffen der Waren. Mittlerweile ist die Wasserstraße zwar verschwunden, das Burgen-Trio indes ist nach wie vor so imposant, dass es im Jahr 2000 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde. Seitdem ist der 18 000-Seelen-Ort eine Provinz-Metropole von Weltrang.

Infos: Bellinzona hat nach Basel den größten Karneval der Schweiz. 150 000 feiern im Februar "Rabadan".

Weitere Informationen: www.bellinzonaturismo.ch

Weitere Reisetipps für das Tessin: www.ticino.ch

Autor

Cornelia Heim