Tessin Bau des Gotthard-Basistunnels

2016 wurde der neue Gotthard-Basistunnel fertig. 57 Kilometer ist er lang, fast 20 Jahre wurde gefräst, gebaggert und gebohrt.
Der Gotthard-Tunnel ist der längste Eisenbahntunnel der Welt

Mit 250 Sachen durch die Alpen rasen. Der helle Wahnsinn! Und doch ist es Realität – seit der neue Gotthard-Basistunnel wie geplant Ende 2016 seinen Betrieb aufgenommen hat. 57 Kilometer ist er lang, fast 20 Jahre wurde gefräst, gebaggert und gebohrt.

Ein Jahrhundertprojekt, das den längsten Tunnel der Welt gebiert und die Fahrzeit von Zürich nach Mailand von bisher 4 auf 2 Stunden 40 Minuten verkürzen wird. Damit der Tunnel rechtzeitig fertig wurde, waren unter der Erde 2000 Arbeiter quasi rund um die Uhr im Einsatz. Die Bohrmaschine, die sich von Portalen aus dem Norden (Kanton Uri) nach Süden (Bodio im Tessin) gegraben hat, wiegt 3000 Tonnen, so viel wie eine Herde von 600 Elefanten.

Eine zweite ist in entgegengesetzter Richtung durch die Alpen gebrochen, drei weitere verrichten ihre Arbeit an Zwischenportalen. Nach Jahren des Grabens sind sie 2011 aufeinandergestoßen – nur um vier Zentimeter lag die Treffgenauigkeit daneben! Eine wahre Meisterleistung der Technik unter wie auch über dem Berg. Denn dort liegen die Messstationen, die Adrian Ryf, Leiter der Vermessung, regelmäßig kontrolliert. Er muss wissen, ob sich der Berg selbst bei all dem Bohren bewegt.

"Bei fünf Zentimetern würde ich anfangen, nervös zu werden", sagt er und schmunzelt. Denn der Berg hat sich durch die massiven Eingriffe in seinem Innern verändert, bisher aber nur anderthalb Zentimeter in der Talbreite und zwei bis drei in der Höhe. Alles gut. So kann die Strecke anders als beim Vorgängertunnel schnurgerade durch den Fels führen – ohne Kehren und Kurven. Deshalb wird die Bahn hier auf einer Hochgeschwindigkeitstrasse vorankommen. Dem Süden entgegen. In Windeseile.

Weitere Informationen über das Tessin: www.ticino.ch

Autor

Cornelia Heim