Grein Abstecher an der Donau

Der Ort Grein in Österreich in der Region Strudengau nahe Linz beeindruckt nicht nur mit dem imposanten Schloss Greinburg. Versteckt hinter einer diskreten Tür im alten Rathaus am Stadtplatz verbirgt sich ein kleines Rokoko-Stadttheater aus 1791.

Imposant thront das Ende des 15. Jahrhundert errichtete Schloss Greinburg über dem Ort und beeindruckt seine Besucher mit dem Renaissance-Arkadenhof und seinen Sälen, von denen einer fast komplett mit Kieselsteinen aus der Donau dekoriert wurde. Auch das Oberösterreichische Schifffahrtsmuseum im Schloss ist interessant: Über Jahrhunderte haben viele Einwohner gute Geschäfte gemacht, indem sie den Donaukapitänen zum Beispiel als Lotsen und Fuhrwerker halfen, die äußerst gefährlichen Stromschwellen bei der Ortschaft zu überwinden. Doch der wahre Höhepunkt des schmucken Städtchens liegt hinter einer diskreten Tür im alten Rathaus am Stadtplatz: Ein kleines Rokoko-Stadttheater, das 1791 aus einem ehemaligen Getreidespeicher entstand. Es gilt als ältestes Bürgertheater im deutschsprachigen Raum und wird noch heute regelmäßig von einer "Dilettantengesellschaft" bespielt.

Arthur Selbach
Plumpsklo im Rokoko Theater in Grein
Wunderbare Details gibt es hier zu entdecken, etwa die Original-Sperrsitze in den vorderen Reihen, welche die Abonnenten hochklappen und tatsächlich mit einem Schlüssel zusperren konnten. Oder das Plumpsklo, das nur durch einen Vorhang vom Bühnenraum getrennt war, damit die Besucher keine spannende Szene verpassen mussten. Und nicht zuletzt das Stadtgefängnis: Die Zelle befand sich direkt neben dem Theater, ein (unterdessen zugemauertes) Loch erlaubte es den Häftlingen, den Aufführungen beizuwohnen.

Autor

Jonas Morgenthaler