Amsterdam Sehenswertes von A bis Z

Nach Jahren des Umbaus eröffnet das berühmte Rijksmuseum wieder seine Türen. Doch Amsterdam steht nicht nur für großen Kunstsinn: ein Blick auf die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Oude Kerk in Amsterdam

Wenn Sie über steile Holztreppen durchs Gebälk auf den Turm der Oude Kerk steigen, liegen Ihnen Altstadt und Geschichte Amsterdams zu Füßen. Aus 67 Metern Höhe können Sie den Panoramablick über viele Sehenswürdigkeiten genießen: Königliches Palais und Nieuwe Kerk am Dam, Montelbaansturm und Zuiderkerk, Türme und Giebel. Sie schauen auf Grachten, die Amstel und das IJ, erkennen die puppenhausartige Enge, aber auch den weiten Horizont einer maritimen Stadt, die einst Zentrum eines Weltreichs war.

Das Rijksmuseum in südlicher Richtung steht für einen großen Kunstsinn, wie er sich wohl nur in einer reichen Kaufmannsstadt entfalten konnte. Die Kirche unter Ihnen ist das älteste steinerne Bauwerk der Stadt, der Vorgängerbau war eine bescheidene hölzerne Kapelle. Aus ihr entwickelte sich im 14. Jahrhundert die gotische Hallenkirche mit großen Seitenkapellen. Von der reichen Ausstattung ging im 16. Jahrhundert viel verloren. Erhalten sind die bunten Renaissanceglasfenster mit Szenen aus dem Leben Marias. Die Deckenmalereien aus dem 15. Jahrhundert sind wieder freigelegt, 1755 hatte man sie blau übertüncht. Die große Orgel aus dem Jahr 1726 stammt von Christian Vater. Die Kirche, unter deren Bodenplatten mehr als 10.000 Amsterdamer ihre letzte Ruhe fanden, kann für Ausstellungen, Empfänge und festliche Diners gemietet werden.

Sehenswertes in Amsterdam von A bis Z:

Anne-Frank-Haus

Das Grachtenhaus in der Prinsengracht 267, in dem sich Familie Frank vor den Nazis versteckte, ist seit 1960 Museum.

Beginenhof

Das Haus Nr. 34 aus der Zeit um 1475 soll eines der ältesten niederländischen Holzhäuser sein. In dem großen Hof mit hohen, schmalen Giebelhäusern rund um eine kleine grüne Oase lebten seit Mitte des 14. Jahrhunderts die Laienschwestern der Beginen und widmeten sich der Alten- und Krankenpflege. Ihr Gotteshaus, die spätere Engelse Kerk (Englische Kirche) am Spui, verloren sie 1578 nach dem Verbot der katholischen Messen. Daraufhin richteten sie sich eine versteckte Kapelle in zwei Wohnhäusern ein - dort wird noch heute Gottesdienst gefeiert und eine Ausstellung über das Leben der Beginen gezeigt. Die letzte Beginenschwester starb 1971. Heute spazieren Sie durch ein unscheinbares Tor in den verschwiegenen Begijnhof.

Alte Börse am Dam in Amsterdam
Amsterdam Marketing
Die Alte Börse in Amsterdam.
Beurs van Berlage (alte Börse)

Klare Linien und ein funktionales, blockhaftes Design: Der Architekt der alten Amsterdamer Börse, H. P. Berlage, brach mit dem Historismus, als er 1903 den Backsteinbau am Damrak errichten ließ - ein frühes Beispiel moderner niederländischer Architektur. Eindrucksvoll ist der große Saal der früheren Warenbörse: Die Wände aus unverputztem roten Backstein streben hoch zu dem von Eisenrippen getragenen Glasdach. Gehandelt wird hier nicht mehr, das Parkett ist frei für Orchesterproben und andere Veranstaltungen.

Blaue Brücke (Blauwbrug)

Sie ist eine der schönsten Brücken über die Amstel, aber blau ist sie nicht, der Name stammt von einem Vorgängerbau. Offenbar inspiriert durch die Pariser Seine-Brücken, wurde der Bau 1884 fertig. Die acht Lampenpfosten aus Marmor sind mit der Krone Kaiser Maximilians I. verziert, er hatte der Stadt 1489 erlaubt, das Symbol im Wappen zu tragen.

Blumenmarkt

Tulpen aus Amsterdam? Woher denn sonst! Auf dem schwimmenden Bloemenmarkt am Singelkanal werden seit 150 Jahren täglich von Booten und Pontons Pflanzen, Blumenzwiebeln und im Dezember Weihnachtsbäume verkauft. Und neben dem vielen Grün auch jede Menge Souvenirs.

Der Botanische Garten in Amsterdam.
Amsterdam Marketing
Grüne Oase mitten in Amsterdam: der Botanische Garten.
Botanischer Garten (Hortus Botanicus)

Präzise gestutzte Buchsbaumhecken, Wasserläufe mit kleinen Brücken und jede Menge üppig wucherndes Grün: Der Hortus Botanicus gehört zu den ältesten botanischen Gärten der Welt. Er wurde 1638 angelegt, um medizinische Kräuter zu ziehen. Unter den etwa 4000 Pflanzenarten befinden sich viele exotische Gewächse, die Seefahrer der Vereinigten Ostindischen Kompanie (VOC) von ihren Reisen mitbrachten. Interessant sind das Palmenhaus von 1912, das Schmetterlingshaus und das futuristische Drei-Klimazonen-Kaldarium.

Chinatown in Amsterdam.
Marion Beckhäuser
Die chinesische Gemeinschaft Amsterdams gehört zu den größten in Europa.
Chinatown

Chinesische Schriftzeichen auf Straßenschildern, gebratene Enten samt Kopf in den Schaufenstern kleiner Restaurants, Mah-Jongg-Spiele und Spielgeld in den Regalen der Geschäfte: Die Gegend rund um Nieuwmarkt, Geldersekade und Zeedijk ist ein überseeischer Teil des Reichs der Mitte. Die chinesische Gemeinschaft Amsterdams besteht seit mehr als 100 Jahren und gehört zu den größten in Europa. Ihr Zentrum ist der buddhistische Tempel Fo Guang Shan He Hua, der ab 1995 im chinesischen Palaststil errichtet und 2000 von Königin Beatrix eingeweiht wurde.

De Dam in Amsterdam.
Amsterdam Marketing/Edwin van Eis
Hier am Dam begann Amsterdams Geschichte.
Dam

Am großen Platz im heutigen Zentrum begann die Geschichte Amsterdams, als um 1200 zum Schutz vor der Flut ein Damm in der Amstel entstand. Bald siedelten Menschen zu beiden Seiten des Amsteldamms, der mit der Zeit verbreitert und zum Marktplatz wurde. Auf dem Dam mit Königlichem Palais, Nieuwe Kerk und Nationaldenkmal finden die großen Veranstaltungen statt.

Goldener Bogen (Gouden Bocht)

In der Herengracht zwischen Leidse- und Vijzelstraat reihen sich prächtige Stadtpaläste aus dem 17. und 18. Jh. aneinander. Hier wohnten die reichsten Kaufleute und Reeder Amsterdams. Der Grachtengürtel reichte zunächst nur bis zum Singel und wurde später nach Süden erweitert. Die Parzellen an der neu angelegten Herengracht waren besonders tief, und wer sehr begütert war, konnte zwei benachbarte Grundstücke kaufen und ein breites Haus bauen. Ein prächtiges Stadtpalais ist z. B. das "Huis de Neufville" (um 1731) an der Herengracht 475, auch bekannt als "Huis an de Bocht".

Amsterdam Centraal
Amsterdam Marketing/Edwin van Eis
Der Hauptbahnhof von Amsterdam.
Hauptbahnhof (Amsterdam Centraal)

Als Kathedrale der mobilen Welt präsentiert sich der stattliche Hauptbahnhof, errichtet im Stil der niederländischen Renaissance. Er wurde 1889 auf drei im IJ aufgeschütteten Inseln eröffnet. Der rotbacksteinerne Bau ist zwar das Tor zur Stadt, liegt aber mit 306 Metern Breite da wie ein Riegel und schneidet Blick und Weg zum Ufer des IJ ab. 250.000 Reisende kommen hier jeden Tag durch. Für ein Rendezvous eignet sich das (jugend)stilvolle "Grand Café-Restaurant 1e klas" beim Gleis 2b.

Der Königspalast im Zentrum von Amsterdam.
Amsterdam Marketing
Der Königspalast in Amsterdam - ein klassizistischer Prachtbau.
Königliches Palais (Koninklijk Paleis)

Einfach königlich, die großen Säle, die Ausstattung mit Möbeln im Empire-Stil, Gemälden und Skulpturen. Imposant der riesige Bürgersaal mit fast 30 Metern Deckenhöhe sowie drei Erd- und Himmelskarten auf marmornem Boden. Der auf mehr als 13.000 Holzpfählen gegründete klassizistische Prachtbau war 1648-65 nach Entwürfen Jacob von Campens, des großen Baumeisters der niederländischen Klassik, als Rathaus erbaut und zunächst auch als solches genutzt worden. Lodewijk (Louis) Bonaparte, König von Holland, erhob den Bau 1808 zum königlichen Palais. Diese Nutzung behielten die Herrscher des Hauses Oranje gern bei. Da sie längst in Den Haag residieren, ist der Amsterdamer Palast heute Domizil für Staatsgäste, Schauplatz für offizielle Feierlichkeiten wie z. B. den Neujahrsempfang der Königin und ein viel besuchtes Touristenziel.

Kulturpark Westergasfabriek

Hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen. Zwischen 1885 und 1967 wurde in den alten Industriegebäuden Gas erzeugt. Längst sind die Gemäuer zum Industriedenkmal erklärt, wurden schön renoviert und beherbergen Cafés, Restaurants, Bars und das Kino Ketelhuis. Im nahen Westerpark genießen die Amsterdamer zwischen Wasserläufen und Wildblumenwiesen die Sonne.

Die Magere Brug gehört zu den Touristenattraktionen in Amsterdam
Amsterdam Marketing/Folkert Boelen
Die Magere Brug in Amsterdam.
Magere Brug (Schmale Brücke)

Die weiße, hölzerne Zugbrücke (1672) über die Amstel wurde der Legende nach von zwei Schwestern namens Mager gebaut, die diesseits und jenseits des Flusses lebten und sich nun schneller besuchen konnten. Nach einer anderen Erklärung war die Brücke so schmal (mager), dass gerade einmal Fußgänger sie überqueren konnten. Wenn sie am Abend mit Hunderten von Glühlampen beleuchtet wird, ist sie eine der romantischsten Brücken Amsterdams.

Montelbaansturm

Die Uhr im Verteidigungsturm ging meist falsch, und so hatte er bald seinen Spitznamen weg: "Gekke Jaap", "Verrückter Jaap". Der Montelbaanstoren war Teil der Stadtmauer, verlor aber 1606 seine Funktion. Also verpasste ihm Stadtarchitekt Hendrick de Keyser - er entwarf auch die Türme der Wester- und der Zuiderkerk - einen Aufsatz im Renaissance-Stil. Wahrscheinlich durch die Last des neuen Aufbaus geriet das Bauwerk in bedrohliche Schieflage - doch die Amsterdamer retteten ihren Jaap. Meister Rembrandt zeichnete den Montelbaansturm stets ohne Aufsatz. Der gefiel ihm offenbar nicht.

Derr Münzturm in Amsterdam.
Amsterdam Marketing
Der Münzturm in Amsterdam.
Münzturm (Munttoren)

Der Münzturm war Teil des Stadttors Regulierspoort (1480-87), hier wurden im 17. Jahrhundert Gulden und Stuiver geprägt. Das Tor - mit einem Turm zu jeder Seite und einem Wachhaus - brannte 1618 ab. Übrig blieben das Wachhaus und der westliche Turm mit einer von Hendrick de Keyser aufgesetzten Spitze. Das Interessanteste bleibt jedoch den Ohren vorbehalten: In der Spitze wurde um 1650 ein Carillon (ein mit Klaviatur bespielbares Glockenspiel) der Brüder Hemony installiert. Auch wenn die Originale nicht mehr erklingen, ist das Schlagen der 38 Glocken ein Erlebnis.

Nationaldenkmal

Pijpie Krijt nennen die Niederländer das Nationaal Monument auf dem Dam. Einem "Kreidestift" sieht der 22 Meter hohe, mit Travertin verkleidete Obelisk tatsächlich ähnlich. Das 1956 errichtete Denkmal von J. J. P. Oud erinnert an die Opfer der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Die Skulpturen am Obelisk stehen für Leiden (Männer in Ketten), Widerstand (Männer mit Hunden) und Frieden (Frau mit Kind). Jährlich am 4. Mai, dem niederländischen Volkstrauertag, legt Königin Beatrix hier einen Kranz nieder.

Die Nieuwe Kerk in Amsterdam.
Amsterdam Marketing
Das Kronprinzenpaar feierte in der Nieuwe Kerk seine Vermählung.
Nieuwe Kerk (Neue Kirche)

Gewöhnliche Gottesdienste werden in der Krönungskirche der niederländischen Monarchen nicht mehr gefeiert, das letzte große royale Ereignis war die kirchliche Hochzeit des Kronprinzenpaares Willem-Alexander und Máxima unter dem Gewölbe der spätgotischen Basilika. Zwischen der Großen Orgel und der prächtigen holzgeschnitzten Barockkanzel und den Grabmälern bedeutender Niederländer werden im Lang- und im Querhaus jetzt Ausstellungen und Konzerte veranstaltet.

Nikolauskirche (Sint Nicolaaskerk)

Dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer, Kaufleute und der Stadt Amsterdam, ist die katholische Kirche (1884-87) beim Hauptbahnhof geweiht. Das große Gotteshaus im Neobarock- und Neorenaissancestil wird auch "Kathedrale am IJ" genannt. Die 58 Meter hohe Kuppel mit blauer Glasmalerei ist schön von innen wie von außen.

Die Noorderkerk steht im Stadtviertel Jordaan.
Amsterdam Marketing
Die protestantische Kirche Noorderkerk im Stadtviertel Jordaan.
Noorderkerk

Ein achteckiger Grundriss und ein Oberbau in Form eines griechischen Kreuzes - diese Bauweise Hendrick de Keysers war revolutionär, als die protestantische Kirche im Stadtviertel Jordaan 1623 geweiht wurde. Die Inneneinrichtung ist schlicht. Die hölzerne Kanzel mit dem ausladenden Dach steht in der Mitte. Eine Orgel gibt es erst seit 1849, sie erklingt samstags ab 11 Uhr. Montags zwischen 10.30 und 12.30 Uhr erfüllt Klaviermusik die Noorderkerk, sonst ist sie nur sonntags von 13.30 bis 17.30 Uhr für Besucher geöffnet.

Portugiesische Synagoge

Am Visserplein 3 liegt eines der weltweit größten jüdischen Gotteshäuser.

Pythonbrücke

Wie eine überdimensionale Schlange windet sich die knallrote Pythonbrücke zwischen der Sporenburg- und der Borneo-Halbinsel über das Wasser - Anaconda nennen die Amsterdamer daher den rund 90 Meter langen Fußgängerüberweg. Nicht weit entfernt gibt es ein etwas flacher gebautes Pendant für Radfahrer. Wer einmal hier ist, sollte einen Spaziergang über die Hafeninseln mit ihrer interessanten Architektur machen - der Kontrast zum Grachtengürtel könnte nicht größer sein.

Rembrandtplein

Eines der beliebtesten Ausgehziele ist der ehemalige Buttermarkt. Zahlreiche Bars, Cafés und Pubs reihen sich aneinander, in der besseren Jahreszeit sind die Caféterrassen noch für Nachtschwärmer offen. Als Statue aus Gusseisen beobachtet der Namenspate in entspannter Haltung das gesellige Treiben des Szenepublikums.

Das Rijksmuseum in Amsterdam
Amsterdam Marketing
Das niederländische Nationalmuseum - das Rijksmuseum.
Rijksmuseum

Das niederländische Nationalmuseum besitzt eine Sammlung von über 1,1 Millionen Kunstobjekten, seinen Ruhm verdankt es vor allem den Gemälden des Goldenen Zeitalters. "Die Kompanie des Frans Banning Cocq", besser bekannt als "Die Nachtwache" - dieses berühmteste und größte Rembrandt'sche Meisterwerk ist das einzige Exponat, das nach der langen Umbauphase des Rijksmuseums wieder seinen angestammten Platz erhalten hat.

Schreiersturm

Hier nahmen die Amsterdamer Seeleute Abschied, winkten oder weinten ihnen Frauen und Mädchen nach. Aber "schrien" sie auch? Der Name stammt eher von "Schrayhouck", dem spitzen Winkel der Stadtmauer, wo der Turm von 1487 steht. Sicher ist allein, dass Henry Hudson 1609 vom Schreierstoren nach Nordamerika segelte und die Gegend um das künftige Nieuw Amsterdam (das noch spätere New York) erkundete. Wer jetzt über Holland als verhinderte Kolonialmacht in Nordamerika sinnieren möchte, kann dies im Turm, im rustikalen "VOC Café", tun.

Spui

Ein lauschiger Platz mit vielen Traditionslokalen wie "Café Luxembourg" und "Café Hoppe". Leseratten wird es hier gefallen: Es gibt rundum mehrere Buchhandlungen. Freitags darf auf dem Büchermarkt gestöbert werden. In der Mitte des Spui steht Het Lieverdje ("das Schätzchen"). Gewidmet ist die Skulptur von Carel Kneulman den Gassenjungen von Amsterdam, die den Leuten zwar gern Streiche spielen, aber das Herz auf dem rechten Fleck haben.

Der Vondelpark in Amsterdam
Amsterdam Marketing/Maurits Koelewijn
Hier treffen sich die Amsterdamer: im Vondelpark.
Vondelpark

Freunde hocken zusammen, Jogger drehen ihre Runden, Rollschuhläufer zeigen ihr Können. Groß und Klein spielt Ball, Familien picknicken und verliebte Pärchen machen es sich abends im Gras mit einer Flasche Rotwein gemütlich. Nicht nur an Wochenenden zieht es die Amsterdamer in die 47 ha große Grünanlage, die nach dem Dichter Joost van den Vondel (1587-1679) benannt ist. Es gibt hier Seen und Wasserläufe, Bühnen und Cafés. Wer die Ohren spitzt, hört von Zeit zu Zeit das Gekrächze asiatischer Halsbandsittiche, von denen Hunderte durch den Park flattern. Zwischen Juni und August sollte man das Freilufttheater nicht verpassen: Theater, Klassik- und Jazzkonzerte - alles gratis.

De Wallen (Rotlichtviertel)

Zwischen Oudezijds Voorburg-/Oudezijds Achterburgwal und Kloveniersburgwal befinden sich De Wallen (Walletjes), das Quartier der Roten Laternen. Die Zahl der Etablissements mit leicht bekleideten Frauen in den Fenstern der kleinen Seitenstraßen hat abgenommen, seitdem die Stadt dafür sorgte, dass sich in dem Viertel mit den vielen Restaurants, Bars, Cafés und Tante-Emma-Läden auch Galerien und Geschäfte niederließen. De Wallen ist nach wie vor ein vitales, buntes Viertel.

Waterlooplein

Als 1882 zwei Grachten aufgefüllt wurden, entstand der Waterlooplein. Diesen Platz an der Binnenamstel dominiert ein rundes Bauwerk: die "Stopera" der Architekten Wilhelm Holzbauer und Cees Dam. Sie vereint seit 1988 zwei tonangebende Institutionen, die dennoch recht unterschiedlich sind: das stadthuis (Rathaus) und die Oper Het Muziektheater - daher "St-opera". Volkstheater ist draußen, nämlich Flohmarkt von Montag bis Samstag.

Westerkerk

Der "Oude Wester" ist mit 85 Metern der höchste Turm Amsterdams und das Wahrzeichen des Jordaanviertels. Im Inneren ist ein Carillon mit 50 Glocken installiert, ein Glockenspiel mit Klaviatur. Die Hallenkirche im niederländischen Renaissancestil (wieder mal ein Entwurf von Hendrick de Keyser) war 1631 bei ihrer Weihe das größte protestantische Gotteshaus der Welt. Es kann auch mit einigen Prominenten aufwarten: 1669 fand Rembrandt seine letzte Ruhe im Kirchenschiff, knapp 300 Jahre später ließen sich Königin Beatrix und Prinz Claus in der Westerkerk trauen. Die Kirche ist für Besucher nur in den Sommermonaten offen. Eine Turmführung wird von April-Oktober angeboten (oft lange Wartezeiten).

Zuiderkerk

Die Südkirche, 1611 geweiht, war die erste protestantische Kirche in Amsterdam. Drei der Kinder Rembrandts sind hier bestattet. Ab 1929 wurde die Renaissancekirche als Lagerhalle, im Hungerwinter 1944/45 als Leichenhalle genutzt, später als Informationszentrum für Bauplanungen. Der Aufstieg (April bis September) auf den 80 Meter hohen Turm lohnt wegen des großartigen Ausblicks. Die älteste Glocke Amsterdams - 1511 gegossen und einst im Turm der Oude Kerk - hängt fast auf Ohrenhöhe. Achtung: Sie wird noch geläutet!