Monaco

Wissenswertes über Monaco

Natur und Klima:

Das kleine Fürstentum erstreckt sich an der Côte d'Azur entlang eines Ausläufers der Meeralpen. Von der felsigen Küste steigt das Gelände terrassenartig zu dem Gebirge an, das das monegassische Territorium gegen das französische Hinterland abriegelt. Das gesamte Staatsgebiet ist städtisch bebaut. Politischer und kultureller Mittelpunkt mit dem Schloss (16./17. Jahrhundert), der Kathedrale (19. Jahrhundert) und dem 1910 gegründeten ozeanografischen Museum ist die Altstadt Monaco-Ville, die auf einem 65 Meter hohen Felsvorsprung liegt, der mit seinen steilen Wänden 800 Meter weit ins Meer hinausragt. Darunter entwickelte sich das Geschäftsviertel La Condamine mit dem Handelshafen.

Im Nordwesten erstreckt sich an einem terrassierten Berghang das mondäne Monte Carlo mit dem Spielkasino, Theater, Hotels, Villen, luxuriösen Geschäften, Parkanlagen und dem Monte-Carlo Sporting Club. Bis 1959 umfasste Monaco eine Fläche von rund 150 Hektar, seitdem wurden durch künstliche Aufschüttung fast 50 Hektar hinzugewonnen, die den jüngsten Stadtteil Fontvieille im Südwesten mit Yachthafen, Sportanlagen, Industrie- und Wohngebäuden bilden.

Im Schutz der Meeralpen herrscht wie an der gesamten Riviera ein sehr sonnenreiches, wintermildes Klima. In den Gärten und Parks gedeiht eine üppige mediterrane Vegetation.

Bevölkerung:

Mit 17.500 Einwohnern pro Quadratkilometern ist Monaco der weltweit am dichtesten besiedelte Staat. Nur etwa ein Fünftel der Einwohner sind "echte" Monegassen, ein knappes Drittel Franzosen, rund 20 Prozent Italiener sowie andere Ausländer, die vor allem aufgrund fiskalischer Erleichterungen hier wohnen. Aufgrund des hier herrschenden hohen Lebensstandards hält die Zuwanderung unvermindert an.

Staat und Politik:

Monaco ist nach der Verfassung vom 17. Dezember 1962 eine konstitutionelle Erbmonarchie. Staatsoberhaupt ist der Fürst. Der auf fünf Jahre gewählte Nationalrat (24 Abgeordnete) bildet zusammen mit dem Fürsten die Legislative. Bei den Wahlen zum Nationalrat 2003 konnte sich das bisherige Oppositionsbündnis Union pour Monaco (Unam) gegenüber der dem Fürstenhaus nahe stehenden Union Nationale et Démocratique (UND) durchsetzen. An der Spitze der Exekutive, dem Regierungsrat, steht der vom Fürsten ernannte Staatsminister. Der Staatsrat ist Prüfungsorgan für Gesetzesinitiativen. Konsultativorgane des Fürsten sind der Kronrat und der Wirtschafts- und Sozialrat.

Wirtschaft und Verkehr:

Die Haupterwerbszweige sind der ganzjährige Tourismus, das Banken- und Versicherungswesen (Offshore-Banking) und die vor allem in Fontvieille und am Hafen angesiedelte Leichtindustrie. Eine Einkommensteuer für Privatpersonen wird in Monaco nicht erhoben. Der Staatshaushalt finanziert sich hauptsächlich durch die Besteuerung von Firmen, die Mehrwertsteuer und die Einkünfte aus dem Tourismus. Demgegenüber sind die Einnahmen des Spielkasinos, aus dem Tabakmonopol und dem Briefmarkenverkauf heute nahezu unbedeutend. Mit Frankreich besteht seit 1865 eine Währungs- und Zollunion; Monaco prägt aber eigene Euromünzen.

Innerstädtische Rennstrecke:

Monaco ist an das französische Eisenbahn- und Straßennetz angeschlossen. Die 1,7 Kilometer lange Eisenbahnlinie auf monegassischem Staatsgebiet wird von der französischen Staatsbahn betrieben. Die 3,312 Kilometer lange Grand-Prix-Rennstrecke (Circuit de Monaco) ist Teil des insgesamt 50 Kilometer langen Straßennetzes. Der Hafen in La Condamine wurde großzügig ausgebaut. Zum internationalen Flughafen in Nizza besteht eine siebenminütige Helikopterverbindung.

Geschichte:

Wechselnde Herrschaften:

Monaco kam im 5. Jahrhundert v. Chr. in den Besitz des griechischen Massalia (Marseille). Im Römischen Reich war Monaco als Herculis Monoeci portus Handelsplatz und Ausgangspunkt für militärische Operationen. Die Rivalität zwischen den Anhängern der Kirche, den Guelfen, und denen des Kaisers, den Ghibellinen, erfasste im 13. Jahrhundert den Stadtstaat Genua, zu dessen Machtbereich Monaco seit dem 12. Jahrhundert gehörte. 1297 zog Francesco Grimaldi, der als Anhänger der Guelfen aus Genua fliehen musste, in Monaco ein. Die Herrschaft der Grimaldi wurde 1419 von der Republik Genua offiziell anerkannt.

Die Entwicklung des Fürstentums in der Neuzeit:

Monaco wurde im 16. Jahrhundert spanisches Protektorat. Im 17. Jahrhundert erhielten die Grimaldi den Fürstentitel. 1641 übernahm Frankreich die Schutzherrschaft. 1793 erfolgte die Vereinigung mit Frankreich. 1814 wurde das Fürstentum wieder selbständig. 1815 bis 1860 war es der Schutzherrschaft von Sardinien unterstellt. Diese fiel 1861, nach Abtretung der Städte Rocquebrune und Menton sowie unter Bestätigung der monegassischen Souveränität, wieder an Frankreich. 1911 erhielt Monaco durch Fürst Albert I. eine erste Verfassung. 1918 erfolgte die Erneuerung des Schutzvertrages mit Frankreich. Regierender Fürst war seit 1949 Rainier III., der 1962 die Verfassung liberalisierte. 1993 wurde Monaco Mitglied der Uno, 2004 des Europarats. Nach Rainiers Tod 2005 wurde sein Sohn als Albert II. neuer Fürst von Monaco.


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