Mazedonien Von Ohrid bis Skopje

MERIAN.de: Was sollte man in dem Land unbedingt gesehen haben?
Lidija Delovska:
Mich faszinieren die kargen Berge und der unglaublich spröde ruhige Charme. Die Landschaften allgemein sind wunderschön. Ohne Frage ist aber der Ohridsee der wohl bekannteste Ort in dem Land, und zu recht. Das Tolle an Mazedonien: Man fährt vielleicht 40 Kilometer und erlebt einen regelrechten Bruch, landet plötzlich im tiefsten Wald mit Bären, Füchsen und einer verwunschenen Aura und sieht wenige Fahrkilometer weiter dann ein Skigebiet. Auch die Weingebiete sind einen Ausflug wert.  

Was hat Sie persönlich besonders beeindruckt?
Die Hauptstadt Skopje war für mich ein Höhepunkt meiner Reisen. Große Teile der Stadt sind nach einem Erdbeben zerstört worden, so dass so gut wie keine Altbauten zu sehen sind. Dafür teilweise gigantische Beton-Monumente. Die Stadt steht für das gesamte Land. So ganz hat man noch nicht vom Sozialismus losgelassen und zugleich spürt man, dass die Einwohner im Aufbruch sind und eine neue Identität finden. 

Woran merkt man das?
Es entstehen beispielsweise neue Hotels, die in den Westen schauen und versuchen, es genauso gut zu machen. Das klappt aber nicht immer. Dann steht etwa ein Rucola-Salat auf der Speisekarte und wenn man bestellt, kommt ein Salat - ohne Rucola. Und ohne Balsamico-Essig. Der Kellner - im übrigen meist mit Handserviette -  schmunzelt dann und erklärt, dass weder Rucola noch Essig gerade im Haus sei. Das macht er aber so charmant, dass man es ihm nicht übel nehmen kann. 

Wie ist das Preisniveau in Mazedonien?
Für uns Deutsche ist es in Mazedonien sehr günstig. Für ein Abendmenü mit Vorspeise, Hauptspeise und Dessert und dem teuersten Wein des Hauses zahlt man zu zweit rund 30 Euro. Eine Nacht im Gästezimmer von Privatpersonen kostet manchmal nur 10 Euro. Eines der teuersten Hotels auf unserer Reise, das Radika in den Bergen, hat nur 60 Euro gekostet. 

Was sollte man mal probiert haben in Mazedonien?
Für mich ist die ländliche Küche die beste. Zwar ist der Balkan für Ćevapčići bekannt, die Dorfküche ist für mich aber viel spannender. Es gibt viel Gemüse, pur oder eingelegt, Schafskäse und Paprika (Polneti Piperki), Pita. Oft auch selbst gebrannten Schnaps und eigener Wein. Ein gutes Restaurant erkennt man daran, dass es saisonal kocht. Die Würzpaste Ajvar aus roten Paprikaschoten wird beispielsweise nur im Winter serviert. Ordert man sie in anderen Jahreszeiten stammt sie ganz sicher aus dem Supermarkt. Unbedingt probieren sollte man auch Maznik mit Joghurt, gefüllte Blätterteigtaschen. In den Städten verstecken sich die guten Restaurants oft in kleinen verwinkelten Gassen. Am besten man lässt sich von den Einwohnern Tipps geben, wo es am besten schmeckt. Sowieso bei fast allem: Sei es, um ein neues Zimmer zu finden, ein Boot zu mieten, den besten Strand oder den coolsten Laden zu finden. 

Weitere Fotos von Lidija Delovska finden Sie auf der Homepage der Fotografin

Mehr Informationen über das Land bietet das Tourismusbüro auf seiner Website auf Deutsch. 

Autor

Bianca Schilling