Venissa, Italien Spitzenwein aus der Lagune von Venedig

Nicht griechischer, sondern venezianischer Wein - die beliebte Lagunenstadt ist nun auch unter die Winzer gegangen. Das Weingut Venissa auf der Nachbarinsel Mazzorbo stellt italienischen Qualitätswein her.

 

Weingut Venissa, Venedig

Venedig ist seit jeher ein Sehnsuchtsort für Touristen aus aller Welt. Mit der einzigartigen Lagunenstadt verbindet man so einiges: Kanäle, Brücken, Gondoliere, Maskenball, das bunte Treiben auf dem Markusplatz. Mit dem exquisiten Wein des Weingutes Venissa kann nun ein weiterer Punkt der Liste der exklusiven Angebote der italienischen Stadt hinzugefügt werden. 

Venissa - Weingut auf der Nachbarinsel Mazzorbo

Einsam wacht der Campanile über die Weingärten von Venissa

Einsam wacht der Campanile über die Weingärten von Venissa – die dazugehörige Kathedrale wurde schon vor langer Zeit zerstört

Mateo Bisol stammt nicht aus der Lagune, sondern aus dem Norden Venetiens. Hier blickt seine Familie auf eine lange Tradition im Weinanbau zurück: Seit gut 500 Jahren bewirtschaften die Bisols das Weingut in der Provinz Treviso, ein Name, der im Kreis von Prosecco-Liebhabern für ausgezeichnete Qualität steht. 2002 entdeckte Mateos Vater Gianluca auf einer Reise in die Lagune von Venedig auf der Insel Torcello eine verloren geglaubte Rebsorte: die Dorona-Traube. Seit der Zeit der Dogen war die „goldene Traube“ weit verbreitet und beliebt – bis in den 60er Jahren ein Hochwasser alle Weingärten und Reben in der Lagune zerstörte.

Mit dem Fund der „goldenen Traube“ war ein neues Projekt geboren: Gianluca begab sich auf die Suche nach weiteren, nicht zerstörten Reben. Auf der Nachbarinsel Mazzorbo entstand schließlich das Weingut Venissa, geführt von Sohn Mateo. Im Jahr 2010 wurde erstmals gelesen.

Weinanbau in der Lagune von Venedig?

Weinanbau mitten in der venezianischen Lagune - funktionert das? Klar, sagt Mateo. Mazzorbo werde heute nur noch selten überflutet, der Garten habe zudem ein gutes Entwässerungssystem. Der Boden werde nicht aufgeweicht, der Wein erhalte durch das versickernde Salzwasser aber ein ganz besonderes Aroma. Und das hat seinen Preis: Rund 140 Euro kostet eine Flasche des auf Venissa erzeugten Weißweins – der halbe Liter, wohlgemerkt. Dafür bekommt man aber nicht nur einen einzigartigen Wein, dessen Note stark an Sherry erinnert, sondern auch eine von Hand mit Blattgold verzierte und nummerierte Flasche. Mehr als 2500 Stück dieser Flaschen gibt es nicht pro Saison.

Seit kurzem wird auch der Rotwein Rosso Venissa produziert. Er wird aus Merlot und Caraménère hergestellt und auf der ebenfalls in der Lagune gelegenen Insel Santa Cristina angebaut.

Venissa - Weingut und Hotel mit Spitzenküche

Venissa Restaurant

Von der Terrasse des Restaurants überblickt man Wein- und Kräutergärten

Doch Venissa ist nicht nur Weingut, sondern auch ein Hotel mit exklusivem Restaurant. 2012 wurde es mit einem Stern ausgezeichnet.

Von der Terrasse aus überblickt man den Garten und die Weinreben. Das Areal ist zum Teil öffentlich; sowohl Touristen als auch Einheimische schlendern durch die Parkanlagen zwischen Campanile, Reben und Gemüsegärten. Letztere werden von den Senioren der benachbarten Insel Burano – über die kleine Holzbrücke gerade einmal hundert Meter entfernt – bewirtschaftet. Das dort geerntete Gemüse wird von Venissa erworben und in den Speisen verwendet. Ebenso legen die vier Chefköche des Restaurants Wert darauf, vor allem frischen Fisch aus der Lagune zu verarbeiten.

Gute Aussichten auf Torcello

Aber auch abseits von Venissa gibt es auf den Inseln viel zu entdecken. Torcello liegt nur wenige Minuten mit dem Motorboot vom Weingut Venissa entfernt. Im 9. und 10. Jahrhundert war diese Gegend ein wichtiges Handelszentrum, Bischofssitz und Heimat von beinahe 20.000 Menschen – heute zählt Torcello noch knapp 10 ständige Bewohner. Wagt man den steilen Aufstieg auf den Campanile der reich verzierten Kathedrale Santa Maria Assunta, überblickt man die gesamte Lagune – über Mazzorbo und Burano nach Murano und weiter nach Venedig. Zur Belohnung erfrischt man sich anschließend am besten mit einem Bellini–Prosecco mit Pfirsichsaft in der Locanda Cipriani. Hier war schon Ernest Hemingway zu Gast.

Bunte Fischerhäuser auf Burano

Insel Burano, Italien

Bunte, kleine Fischerhäuser bestimmen das Stadtbild Buranos.

Zu Fuß bestreiten lässt sich von Mazzorbo aus der Weg nach Burano. Mit 2500 Einwohnern ist sie die mit Abstand größte der drei Inseln und mit ihren bunten Fischerhäusern ein wahrer Touristenmagnet. In der Saison tobt in den schmalen Gassen entlang der Kanäle das Leben – kein Wunder, die Insel ist mit dem Vaporetto, dem Wasserbus, nur 35 Minuten von Venedig entfernt. Das besondere Wahrzeichen Buranos ist der alles überragende, aber reichlich schiefe, Kirchturm, den man bereits von weitem erblickt.

Übrigens: Wer wissen möchte, wie es sich in den kleinen Fischerhäusern lebt, muss nicht gleich auf eines der „Vendesi“ („zu verkaufen“) Schilder anspringen: Seit kurzem gehören einige Häuser auf Burano ebenfalls zum Weingut Venissa. Sie wurden aufwendig saniert und zu Gästehäusern umgebaut. Und wer dann selbst abends die grünen Fensterläden schließt, noch einmal den Blick über die Lagune schweifen lässt und den Lichtern Venedigs „Buonanotte“ sagt, der wird feststellen: Mehr dolce vita geht nicht.

Die Lagune von Venedig

In der Lagune von Venedig lässt sich noch viel mehr als nur die beliebte Wasserstadt entdecken. Eine Vielzahl kleiner Inseln lädt zum Erkunden und Genießen ein. Mit dem Vaporetto gut zu erreichen, stellen sie eine sehenswerte Abwechslung zu der eigentlichen Attraktion Venedig dar. Die Inseln Burano, Torcello und Mazzorbo liegen nordöstlich von Venedig dicht beieinander und sind in ca. 90 Minuten mit dem Wasserbus erreichbar. Auf dem Weg lässt sich ein Zwischenstopp auf Murano einlegen - hier lohnt sich ein Spaziergang durch die kleinen Gassen der Insel, die für ihre Glaskunst bekannt ist. Auch wenn die Inseln der Lagune von Venedig das eigentliche Ziel sind: genießen Sie die faszinierende Aussicht, die sich Ihnen während der Fahrt mit dem Vaporetto bietet. 

 

 

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Autor:
Yannic Stock