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Magische Berge und die ältesten Cowboys der Welt: In der Maremma erlag unser Mitarbeiter Ulf Lüdeke dem wildromantischen Charme eines vergessenen Naturidylls in der Toskana.
Maremma in der Toskana

  • Ankommen: zum Beispiel mit Air Berlin ab Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin nach Florenz ab 54 Euro (einfacher Flug): www.airberlin.de. Von da aus weiter mit dem Mietwagen.
  • Unterkommen: Schlafen beim „Pferdeflüsterer“ kann man im Gutshof „I Rondinelli“, geführt von Luca und Michele Ragnini. Das Restaurant im Eselstall ist mit einem Michelin-Stern prämiert. DZ ab 70 Euro. Tel. 00 39/05 64/96 81 68, www.agriturismorondinelli.it. In der „Azienda Agricola Alberese“ wird leckere selbst produzierte Bio-Kost serviert. Hier arbeiten die Butteri, mit denen man Ausritte buchen kann (ab 50 Euro). Übernachtung in der „Villa Granducale“ bzw. in Appartements ab 2 Nächten für 200 €. Tel. 00 39/ 05 64/40 71 80, www.alberese.com
  • Lesestoff für die Reise: Mehr spannende Reportagen finden Sie in der Toskana-Ausgabe von MERIAN.
Im Sommer hat man allerdings nur zwei Chancen, den öffentlichen Teil der Schwefelquellen zu genießen: sehr früh morgens oder mitten in der Nacht. Als ich vorsichtig in die Sinterbecken an den Cascate del Mulino steige, funkeln Sterne über Saturnia. Ein gut gewählter Zeitpunkt: Beim Hineinwaten verschmilzt das Gemurmel vom Ufer mit dem Rauschen des Wassers. Nur in klaren Mondnächten, so habe ich gehört, wird es gelegentlich von spitzen Schreien überdeckt. Heute bleibt alles ruhig, entspannt träume ich von etruskischen Schönheiten und den Filmsternchen, die in den 1960er-Jahren hier an den Cascate del Mulino ihrem Dolce Vita das Sahnehäubchen aufsetzten.

Zum Abschluss meines Maremma-Trips lege ich in Sachen Wasser und Pferd noch einen drauf und fahre am nächsten Tag nach Alberese südwestlich von Grosseto. Ich will einen Blick auf die letzten maremmanischen Cowboys werfen, die Butteri – und sehe erst mal nur eine Staubwolke. Die Butteri sind so etwas wie die Urform aller Cowboys. Schon zu Cäsars Zeiten – lange vor ihren nordamerikanischen Kollegen – hüteten sie große Herden langhörniger Maremma-Rinder, die hungrigen Legionären als lebende Speisekammer dienten. Bis heute sitzen die Butteri bei jedem Wetter im Sattel, halten die Herden zusammen, versorgen kranke Tiere, kümmern sich um trächtige Kühe. Gute Reiter können die eher schweigsamen Männer der „Azienda Agricola Alberese“ bei der Arbeit begleiten, die sie durch ausgedehnte Pinienhaine oft bis ans Meer führt. Beim Anblick der silbrigen See an einem menschenleeren kilometer weiten Strand südlich von Marina di Alberese geht sogar herben Gemütern das Herz ein großes Stück weit auf.