Kunst und Kultur Die schönsten Fresken der Toskana

Schon die Etrusker schätzten Kunst als Statussymbol, unter den Medici blühten die Städte. Kirchen und Museen zeigen das Erbe dieser großen Zeiten, und wir stellen Ihnen die Highlights vor.
Museo Etrusco in der Toskana

Die Etrusker und ihre Gräber

Vor 2800 Jahren zogen sie in die Region und gaben der Toskana ihren Namen. Die Etrusker lebten in einer Gesellschaft mit erstaunlich fortschrittlichen Ideen: Mann und Frau waren fast gleichberechtigt, die Landwirtschaft funktionierte mit ausgeklügelter Bewässerungstechnik, und Kunst galt ihnen als Statussymbol. Ihre Gräber bargen einige der spannendsten europäischen Skulpturen aus vorchristlicher Zeit. Das etruskische Museum in Volterra
zeigt die beeindruckendsten Werke, darunter die Urna degli Sposi (siehe Bild), auf der sich Mann und Frau beim Mahl nahekommen. Die Terrakotta-Figur zierte einst eine Urne, Hunderte solcher Schmuckgefäße sind im Museum zu sehen. Ein besonderer Blickfang ist die Skulptur »Schatten des Abends« aus dem 3. Jh. v. Chr., die in ihrer Feingliedrigkeit an die Werke Alberto Giacomettis erinnert. Auch als Baumeister zeigten die Etrusker große Kunstfertigkeit: In Volterra ist die mit drei steinernen Köpfen verzierte antike Porta all’Arco noch heute Teil der Stadtmauer. Museo Etrusco Guarnacci, Palazzo Desideri Tangassi Volterra, Via Don Minzoni 15 

Fresken in der Toskana

Chianti-Skulpturenpark

Die ganze Welt im Wald: Das Sammlerpaar Giadrossi machte das Gelände einer Wildschweinzucht bei Siena zum Kunstpark mit Werken aus allen Kontinenten. www.chiantisculpturepark.it 

Für ihre Fresken ist die Toskana berühmt, kunstvolle Wand- und Deckenmalereien schmücken Kirchen und Paläste. Das Besondere daran ist die Technik: Die Farbe wird direkt auf den frischen Kalkputz aufgetragen. Wohl schon seit der Antike bekannt, wurde die Freskenmalerei zur Glanzdisziplin der italienischen Renaissance. Die Motive kamen aus der antiken Götterwelt und aus der Bibel, so kann man in der Basilika Collegiata Santa Maria Assunta in San Gimignano zwei gewaltige Zyklen bewundern, in denen sich Neues und Altes Testament gegenüberstehen. Ein Höhepunkt ist das »Martyrium des heiligen Sebastian« von Benozzo Gozzoli, einem der großen Freskenmaler der Toskana. Die Riege der Erstklassigen ist lang: Als Meister der Perspektive gilt Piero della Francesca, dessen Freskenzyklus der Kreuzlegende in Arezzos Kirche San Francesco zu den Hauptwerken der Frührenaissance zählt. Auch Fra Angelicos »Verkündigung«, zu sehen im ehemaligen Florentiner Kloster San Marco, schafft auf der Wand fast den Eindruck von szenischen Bühnenbildern. In der Libreria Piccolomini in Siena hielt Pinturicchio den Aufstieg und das Wirken des Papstes Pius II. auf zehn Darstellungen fest. Ambrogio Lorenzetti schuf im Friedenssaal des Palazzo Pubblico eine Darstellung der »Guten und schlechten Regierung« – ein Schlüsselwerk im damals wichtigsten Machtzentrum von Florenz. Manche Künstler bauten Porträts zeitgenössischer Persönlichkeiten in ihre Fresken ein. Etwa Masaccio, der in der Brancacci-Kapelle der Kirche Santa Maria del Carmine in Florenz sich selbst ins Bild einfügte – und vermutlich auch den Architekten und Erbauer der Domkuppel Filippo Brunelleschi. Auch Gozzoli verewigte sich selbst in einem Florentiner Meisterwerk – und mindestens einen der Medici in seinem »Zug der Heiligen Drei Könige« in der Kapelle des Palazzo Medici. So sind viele Fresken oft auch Suchbilder, in denen die Betrachter bis heute Geschichten und Persönlichkeiten aufspüren können. 

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