Toskana Die besten Reisetipps für Pisa

Eine besondere Neigung, eine mächtige Flotte und ein Denker, der die Welt verändert hat. Unsere Tipps für Streifzüge durch Pisa, die schöne Stadt am Arno.
Nachtaufnahme vom schiefen Turm von Pisa

Eine Reise nach Pisa lohnt sich immer. Denn es gibt weitaus mehr zu entdecken, als nur den Schiefen Turm. Unsere Reisetipps für Pisa verraten Ihnen, welchen Sehenswürdigkeiten Sie einen Besuch abstatten sollten. 

1. Der Schiefe Turm von Pisa

58 Meter hoch, blendend weiß und so schön schief, wie die Welt ihn liebt. Il campanile, der Schiefe Turm von Pisa, ragt mit einer Neigung von etwa 4 Grad stolz in die Höhe – umlagert von Touristenmassen. Da wird gedrängelt, geschoben, geknipst, Händler verhökern ihre Souvenirs. Und trotzdem sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, ihn zu besteigen. Errichtet wurde er ab 1173 als Glockenturm des Doms. Bald nach Baubeginn merkte man, wie sich der Turm zu neigen begann. Die Arbeiten ruhten jahrzehntelang, alle Ansätze, die Schieflage auszugleichen, halfen kaum. Der Grund: Pisas Altstadt liegt auf Schwemmland, angeblich wurde der Turm noch dazu am Rand eines antiken Hafens geplant. Wer hinauf möchte, sollte sein Ticket eine Woche zuvor online buchen: Höchstens 40 Personen dürfen die 270 Stufen zur gleichen Zeit erklimmen. Bitte pünktlich sein: Die Touren sind exakt terminiert. Wer keine Lust auf Trubel hat, sollte abends kommen. In der Hauptsaison hat der Turm bis 22 Uhr geöffnet. Still steht er dann im Abendlicht, Märchenstunde in Pisa. 

2. Lichterfest Luminara

Tausende Kerzen brennen in der Stadt, über dem Arno steigt ein riesiges Feuerwerk: Am 16. Juni versammeln sich die Pisaner zum Lichterfest Luminara. 

3. Ruderregatta "Regata di San Ranieri"

Am 17. Juni wird zu Ehren des Schutzpatrons San Ranieri zur großen Ruderregatta auf dem Arno geblasen. Vier Stadtviertel treten gegeneinander an. 

4. Gioco del Ponte

Zwei Teams kämpfen am letzten Juni-Wochenende auf dem Ponte di Mezzo. Ein buntes Gerangel um einen tonnenschweren Wagen. Und halb Pisa feiert mit. 

5. Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön

Pisa war einst eine stolze Seerepublik. Doch schon im Mittelalter versandete der Hafen, das Meer rückte zurück. Hunderte von Schiffen und reger Seehandel brachten jedoch einen Reichtum, von dem Pisa bis heute zehrt. Orientalische Einflüsse vermischten sich mit romanischem Baustil, gut zu erkennen im Dom Santa Maria Assunta. Die glorreiche Seefahrt ist auch Thema des Museo delle Navi Antiche: Dort widmet man sich besonders den römischen Schiffen. Sechs sind bereits zu sehen, sie wurden bei Ausgrabungen gefunden und sind sensationell gut erhalten. Weitere sollen hinzukommen. Nach Anmeldung führen Archäologen Gäste zu den Galeeren und Corbitae. Und ein kleines Stück Küste hat sich Pisa bis heute bewahrt: Das 4000-Einwohner-Örtchen Marina di Pisa liegt 12 Kilometer vom Zentrum entfernt. Am langen Strand frönen die Pisaner bis heute ihrer Liebe zur See. 

Museo delle Navi Antiche: Arsenali Medicei, Lungarno Ranieri Simonelli, Tel. 0039 055 5520407, www.navidipisa.it 

6. Genial geplant: Piazza del Miracoli

Auch wenn der Schiefe Turm die meisten Blicke auf sich zieht, eigentlich hat ein Trio von Prachtbauten am Platz der Wunder seinen großen Auftritt. Gemeinsam formen der Campanile, der Dom und das Baptisterium eines der schönsten Ensembles Europas, gebaut aus edlem Carrara-Marmor. Vor allem das Baptisterium lohnt eine Besichtigung: Die Kanzel, um 1260 gestaltet von Nicola Pisano, steht auf steinernen Löwen und gilt wie das sechseckige Taufbecken als Meilenstein toskanischer Bildhauerkunst. Womöglich wurde hier auch der wichtigste Sohn der Stadt getauft: Galileo Galilei erblickte 1564 in Pisa das Licht der Welt. Obwohl er in seiner Heimatstadt studierte und lehrte, gibt es kaum Orte, die an ihn erinnern. Selbst sein Geburtshaus in der Via Giuseppe Giusti 24 ziert nur eine kleine Plakette.