Sardinien-Roadtrip In vier Tagen über die Insel

Wir sagen Ihnen, was Sie auf einer viertägigen Autoreise über die Insel Sardinien nicht verpassen sollten. Unsere Tipps für einen Sardinien-Roadtrip.

Blick auf Castelsardo, Sardinien

Herbstliches Sardinien

Herbstliches Sardinien

Die rund 200 Kilometer südlich vom italienischen Festland gelegene Insel ist nach Sizilien die zweitgrößte im Mittelmeer und bietet allerlei Bademöglichkeiten - versteckte Oasen aber auch namhafte Küsten wie die Costa Smeralda im Nordosten. Das mediterrane Klima mit heißen Sommermonaten, milden Wintern und warmen Temperaturen im Frühling und Herbst machen Sardinien zum Ganzjahresziel. Wenn das Baden etwa zwischen Mitte Oktober und März nicht mehr angenehm ist, lohnt es sich, mit einem Auto die Insel zu erkunden, denn ihre Größe eignet sich perfekt für einen Roadtrip. Wer mit dem Flugzeug anreist, profitiert von den über die Insel verteilten Flughäfen. So kann man beispielsweise entspannt im Süden - in der Hauptstadt Cagliari - ankommen und dann gemächlich gen Norden fahren um von dort - von Olbia oder Alghero - die Heimreise anzutreten.

Tag 1: Cagliari - Pasta und Pausieren

Wir starten unsere Reise in Cagliari. Vom Flughafen aus braucht man höchstens fünfzehn Minuten bis in die Stadt. Die Hauptstadt Sardiniens schmücken hübsche Straßen mit gewaltigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten wie der „Bastione di Saint Remy“ oder der „Cattedrale di Santa Maria di Castello“ aus dem 13. Jahrhundert. Übernachten lässt es sich gut im "Hotel Italia" mit modernem Interieur, im alten Marineviertel gelegen und so zentral, dass man nach einer Tour zu den Sehenswürdigkeiten und Bars am Abend keinen allzu weiten Weg mehr zurückrollen muss. Insbesondere wenn man in einem der unzähligen Restaurants die Vorzüge der sardischen Küche genossen hat. Wer für einen langen Marsch zu erschöpft ist, kann im nahegelegenen Ristorante Flora vortrefflich speisen. Doch Obacht (und dieser Hinweis möge für alle weiteren Restaurantempfehlungen ausgesprochen sein): Übernehmen Sie sich nicht schon bei den Antipasti oder der Primeri Piatto. Die italienische Menüfolge ist üppig. Auf warme oder kalte Vorspeisen-Variationen folgen der erste Hauptgang, häufig ein sättigendes Pasta- oder Gnocchi-Gericht, und der zweite Hauptgang in Form eines Fisch- oder Fleischgerichtes. Wer dann noch durchhält, darf sich eines Desserts und eines Espresso erfreuen.

Hier finden Sie noch weitere sehenswerte Städte auf Sardinien. 

Tag 2: Laconi - ein Tag im verwunschenen Bergdörfchen

Laconi, Sardinen

Blick auf Laconi

Ähnlich wird es Ihnen im 50 Kilometer entfernten Bergdörfchen Laconi ergehen: In dem seit Generationen familiengeführten Restaurant "Hotel Ristorante Sardegna" mit tollem Blick in die Berge, werden Sie kaum Ritas Ravioli widerstehen können. Rita ist die Hausherrin. Falls Sie die Chance bekommen, mit ihr zu plaudern, lassen Sie sich (in fließendem Englisch) die Geschichte ihrer Familie erzählen. Auch lohnt sich ein kurzer Besuch der steinzeitlichen Menhire, in Hinkelstein gemeißelte Figuren aus der Megalithkultur im Civico Museo Archeologico.

Nicht zu spät sollte man sich jedoch auf die Weiterfahrt begeben, denn auch diese lohnt sich besonders bei Tageslicht. Auf der Strecke wird Ihr Blick über weite Felder streifen und sich in Bergketten verfangen können – sofern kurvige Autofahrten Ihr Wohlbefinden nicht gefährden - ein voller Genuss. Gute hundert Kilometer später erreichen Sie Nuoro: Übernachten kann man dort beispielsweise im "Hotel Sandalia". Einen Ausflug wert, ist das "Ristorante Monti Blu". Wer es abenteuerlich mag, sollte die sardischen Spezialitäten (Gehirn, Leber, Zunge) probieren. Ansonsten gibt es auch köstliche Pizza.

Tag 3: Noch mehr Bergdörfchen

Wandmalerei in Oliena

Wandmalerei in Oliena

Das darauffolgende Tagesprogramm sollte man jedoch im 15 Autominuten entfernten Oliena beginnen, ein eindrucksvolles Bergdörfchen, durch dessen Straßen es sich zu kraxeln lohnt. Immer wieder entdeckt man tolle Street Art–Wandmalereien, die ehemalige Dorfbewohner zeigen. Wie diese Dame, die wohl dafür bekannt war, nicht nur bei der Osterprozession mit der Flinte in die Luft zu feuern (Foto). Ein typisches Mitbringsel aus Oliena ist ein Stück Handwerkskultur: ein handgefertigter Ledergürtel oder ein filigranes Schmuckstück.

Hungrige erwarten im "Ristorante Masiloghi" rustikale Einrichtung und vorzügliche Speisen. Nicht nur die Restaurantinhaber sind sehr gastfreundlich, mit etwas Glück wird man beim Spazierengehen von einem der Dorfbewohner spontan zur Rast im Wohnzimmer mit Espresso (oder selbstgebrautem Süßwein) eingeladen.

Nach einer dreißigminütigen Fahrt erreicht man Galtellì, ein weiteres Bergdörfchen, in dem man unbedingt die Wandmalereien der "Cattedrale romanica di San Pietro IX secolo" ansehen und sich beim Schlendern durch die steilen Gassen der eindrucksvollen Aussicht hingeben sollte. Doch Vorsicht: Ab und an traben Schafherden die Gassen hinab! Schutzsuchenden bietet das "Museo Etnorafico Sa Domo de Marras“ einen Eintritt in die Vergangenheit. Bleiben Sie auf jeden Fall bis zum Sonnenuntergang, der die Gemäuer in wunderbares Licht taucht. Der Blick von der Terrasse ist wunderbar.

Hier finden Sie die besten Strandhotels der Insel!

Tag 4: Mediterraner Zauber

Elefantenfelsen

Elefantenfelsen

Am nächsten Tag erreicht man nach einer gut einstündigen Fahrt die viertgrößte Stadt Sardiniens: Olbia. Trotz der vielen Touristen hat die Hafenstadt auch durchaus Provinzcharakter. Auch hier findet man abseits der lebhaften Einkaufsstraßen noch die typischen engen Straßen und selten ein Gebäude mit mehr als zwei Stockwerken. Von hier aus ist die Costa Smeralda, die, wegen des smaragdähnlichen Wassers, wohl beliebteste Küste der Insel, nicht mehr weit. Es lohnt sich jedoch auch, die Route Richtung Westen fortzusetzen und sich auf den Weg nach Castelsardo zu begeben. Die Fahrt dauert knapp zwei Stunden, belohnt jedoch mit dem Blick auf einen ganz besonderen Felsen (siehe Foto).

Autor

Nora Reichel