Rom Exklusive Hotels in Italiens Hauptstadt

Es ist ziemlich en vogue, dass Modedesigner sich ihre eigenen Hotels einrichten. Versace schuf Ferien-Palazzi in Dubai und sogar in Australien, Christian Lacroix stattete das "Bellechasse" in Paris aus, und Diane von Furstenberg gestaltete das Art-Déco-Hotel "Claridge's" in London. Ein stiller Vorreiter dieses Trends ist das italienische Mode-Imperium Ferragamo. Der Konzern wagte sich schon Mitte der 1990er Jahre ins Hotellerie-Fach vor und eröffnete elegante Häuser in Florenz wie das "Lungarno" am Ponte Vecchio, sowie die Luxusapartments "Lungarno Suites". Im Juli 2006 eröffnete der Modekonzern die erste elegante Residenz in Rom, die "Portrait Suites". Nicht irgendwo natürlich, sondern in der Nähe der High-End-Einkaufsstraße Via Condotti - einer römischen Version von Londons Bond Street oder New Yorks Park Avenue.
Insgesamt vierzehn edle Suiten und Studios beherbergt die ehemalige römische Stadtvilla in der Via Bocca di Leone. Im Unterschied zu einem klassischen Sterne-Hotel gibt es in dieser maßgeschneiderten Luxuspension keine Rezeptionshalle, kein Restaurant und ebenso wenig lange und anonyme Korridor-Fluchten. Gemeinsamer Treffpunkt für Gäste ist allein die Dachterrasse im siebten Stockwerk mit einem herrlichen Blick auf die Villa Medici und das gigantische Vittorio-Emanuele-Denkmal auf der Piazza Venezia, das von Einheimischen auch spöttisch "Hochzeitstorte" oder "Schreibmaschine" genannt wird. Mit dem Terrassenboden aus edlem Teakholz, den kleinen marokkanischen Laternen, den Kaschmirdecken und dem ewigen Kaminfeuer hinter Glas vermittelt die Terrasse das Gefühl eines Outdoor-Wohnzimmers.

Die Gästezimmer sind mit viel Gefühl für den Wunsch der Gäste nach diskretem Luxus und Privatsphäre gestaltet. Der florentinische Architekt und Innendesigner Michele Bönan schuf eine besondere Zuflucht in einem zeitgenössischen Design mit so unterschiedlichen Materialien wie Plexiglas, Seide und Wildschweinleder. Ebenso setzt er auf das Wechselspiel verschiedener Farbnuancen. So schafft das dunkel gebeizte Eichenparkett eine maskuline Note, gleichzeitig sorgen Kissen mit verspielten Fransen, Teppiche und Bettbezüge in sanften Tönen wie eisblau, grau und rosé-braun für ein gemütliches Ambiente.

Nirgendwo in den Zimmern ist ein Branding des Mode-Imperiums zu finden, der Name ist nur ganz diskret in die Leinen der Bettwäsche gestickt. Trotzdem ist das "Portrait Suites" auch eine Hommage an die Firmengeschichte der Ferragamos geworden. Nicht nur die Verwendung von viel edlem Leder, auch die Schwarz-Weiß-Fotografien in den Zimmern und an den Treppenaufgängen, sowie Schuhe und Manschetten hinter Glasvitrinen verweisen auf den Werdegang des jungen Firmengründers Salvatore Ferragamo. Ihn zog es 1914 im Alter von 16 Jahren aus dem perspektivlosen Süditalien in die USA. Dort verwirklichte er seinen "amerikanischen Traum": Der einfache Schuster schaffte den Sprung zur Schuhmacher-Ikone von Hollywood. Seine bekanntesten Kreationen: die Ballerinas von Audrey Hepburn und Pumps für Marylin Monroe mit schwindelerregend hohen Elf-Zentimeter-Absätzen.

Portrait Suites: 32 Via Bocca di Leone, Tel: +39 - (0)6 69380742, Preise: 5 Suites, 8 Studios and ein Penthouse. Studios ab 470 Euro; Suites ab 530 Euro, Penthouse ab 2240 Euro.

Margutta 54 - Palazzo im Künstlerviertel

Direkt vor der der Haustür hat man das quirlige Künstlerviertel Roms mit all seinen Cafés und Galerien - hinter den dicken gelben Mauern der Stadtvilla "Margutta 54" luxuriöse Stille und Ruhe. Früher beherbergte der Palazzo an der Via Margutta in der Nähe der belebten Piazza del Popolo Ateliers. Denn ihr Erbauer Marquis Francesco Patrizi liebte und förderte die schönen Künste. Pablo Picasso, Giacomo Puccini und der italienische Opernkomponist Igor Stravinsky arbeiteten hier an ihren Werken. Daran erinnern auch heute noch Kunstobjekte und historische Gemälde, die auf beiden Stockwerken in den Unterkünften zu finden sind. Und seit 2009 kann man in den ehemaligen Werkräumen auch ganz exklusiv nächtigen.

Der Urenkel des Gründers, Alberto Moncada di Paternò, ließ zwei Stockwerke zur Edelherberge umbauen. Angeheuert hatte er dafür Fabrizio und Andrea Magnaghi, zwei junge Architekten aus Rom, die bekannt für ihre modernen Hotel-Entwürfe sind. Für römische Verhältnisse sind die vier Suiten mit begehbaren Kleiderschränken, Balkonen, Marmorbädern und eleganten Kitchenettes, die auf einen hübschen Innenhof mit Brunnen und Feigenbäumen hinausgehen, gigantisch groß: Die Junior Suite ist mit 45 Quadratmetern die kleinste Unterkunft, die Größte ist die Studio Suite mit 78 Quadratmetern. Dafür ist auch der Preis von 390 Euro pro Nacht für so manchen Geldbeutel enorm. Auch diese Edel-Herberge hat kein Restaurant, dafür aber einen waschechten Butler, der frische Croissants ans Bett bringt, Einkaufen geht oder einen Tisch in einem der nahegelegenen Lokale reserviert.

Margutta 54: 54 Via Margutta, Tel: +39 - (0) 6 3 22 95295, Preise: Junior Suite mit 48 Quadratmeter ab 290 Euro pro Nacht, Superior Suite mit 61 Quadratmeter ab 320 euro pro Nacht, Deluxe Suite mit 73 Quadratmeter ab 340 Euro pro Nacht, Studio Suite mit 78 Quadratmeter ab 390 Euro pro Nacht.

Crossing Condotti - Luxus an der Spanischen Treppe

Im "Crossing Condotti" in der Via Mario de' Fiori, nur ein paar Fußminuten von der Spanischen Treppe entfernt, könnte man sich auch ganz wunderbar vormachen, man würde in seiner ganz eigenen privaten Stadtvilla logieren. Früher diente die Gästeunterkunft den sizilianischen Vorfahren des jetzigen Inhabers als Stadtvilla. Heute werden fünf individuell ausgestaltete Zimmer an Touristen vermietet, die keine gewöhnliche Bleibe suchen, sondern eine Luxus-Pension.

Helle Parkettböden kontrastieren hier mit dunklen Holzbalken an der Decke. Historische Ölgemälde mit sehr ernst dreinblickenden Porträts von Vorfahren aus dem achtzehnten Jahrhundert und Antiquitäten aus dunklen Holz bilden einen schönen Kontrast zu den schmeichelnden Beigetönen der Vorhänge und der Wände. Fürs Frühstück kann man auf eines der erstklassigen Cafés in den Straßen rund um die belebte Via Condotti ausweichen, denn das wird einem im "Crossing Condotti" nicht serviert. Doch ganz alleine auf sich gestellt ist man hier dann doch nicht: Portier Marco kümmert sich tagsüber um die großen und kleinen Wünsche der Gäste.

Crossing Condotti: Rooms in Rome, Via Mario de' Fiori 28, Tel: +39 06 6992 0633, Preise: 5 Gasträume: Nebensaison: 180-260 Euro, Hochsaison: 230-280 Euro.

Mario De' Fiori 37 - Die moderne Schwester

Es sind schon schwere Entscheidungen, vor denen man als Gast immer wieder steht: Nimmt man lieber die Junior-Suite mit dem weißen Baldachin über dem Bett, den bequemen Armsesseln mit ihren tintenblauen Polstern und den klobigen Kerzen am Kaminfeuer - oder logiert man hoch über den Dächern von Rom in der gemütlichen Dachgeschoss-Suite mit den weiß gestrichenen Holzbalken und den gemütlichen Sofas? Die Luxus-Pension "Mario De' Fiori 37" ist die moderne Schwester des "Margutta 54". Beide Herbergen haben den gleichen Inhaber. Anstelle historischer Gemälde findet man jedoch hier eher zeitgenössische Kunst.

An den Zimmer-Wänden hängen Schwarz-Weiß-Fotografien von Carlo Gavazzeni, einem Künstler, der mit Vorliebe Brunnen, Statuen und historische Plätze in Rom ablichtet. Die sieben Gästezimmer, davon drei Suiten, liegen in einem Stadthaus aus dem siebzehnten Jahrhundert an der Via Mario de Fiori. Frühstück bekommt man hier auf Wunsch in beiden Fällen aufs Zimmer serviert. Natürlich hat auch diese Pension kein Restaurant, aber eine schnelle Pizza und eine Flasche Prosecco kann man sich um die Ecke in der Via della Croce holen und dann ganz romantisch in der Lobby verspeisen.

Hotel "Mario dei Fiori 37": 37/B Via Mario de' Fiori, Tel: +39 (0) 669921907, Preise: Deluxe-Suite mit 20 Quadratmetern ab 210 Euro pro Nacht, Deluxe-Studio mit 29 Quadratmetern ab 238 Euro pro Nacht, Junior Suite mit 31 Quadratmetern ab 250 Euro pro Nacht, Dach-Suite mit 35 Quadratmetern ab 280 Euro pro Nacht.

Schlagworte:
Autor:
Bettina Hensel