Natürlich erholen Top Schwimmbäder und heiße Quellen auf Island

Lieber schweben oder schwimmen? Am besten gleich beides: unsere Tipps für die entspannte Welt der Schwimmbäder und heißen Quellen (Hot Pots) in Island

Sindri und Borko (zwei isländische Independent-Musiker), Seltjarnarneslaug-Freibad

Nordlichter in Island
Überall brodelt und blubbert es auf der Vulkaninsel, überall dampft die Erdwärme aus dem Boden empor. So können sich die meisten Dörfer Islands ein geothermal beheiztes Freibad leisten, zu dem mindestens eine heiße Quelle – ein sogenannter "Hot Pot" – gehört, oft sogar mehrere nebeneinander. Die heitur pottur sind zwischen 38 und 44 Grad warm und ähneln einem Whirlpool. Man findet sie neben Schwimmbecken, verstreut als natürliche Quellen in der Natur und selbst in den Vorgärten der Wohn- und Sommerhäuser. Der Hot Pot ist ein wichtiges Kulturgut, quasi das Café der Isländer. Sie lieben es, darin zu relaxen, zu tratschen oder die Lage der Nation zu diskutieren. Schon im 13. Jahrhundert traf Snorri Sturluson, Politiker und Autor der berühmten Mythensammlung Snorra-Edda, wohl seine Kollegen zu hitzigen Debatten im Bad, heute geht es meistens gemütlicher zu.

Badekultur: Gelassen im Nassen

Krossneslaug

Wo das Meer beginnt
Eines der schönsten Schwimmbäder Islands liegt da, wo alle Straßen enden, ganz im Norden der Westfjorde: das 1954 erbaute Krossneslaug. Eingerahmt von Wiesen und Bergen, auf denen sogar im Sommer der Schnee klebt, liegt das Bad nur einen Steinwurf vom Meer entfernt. Selbstverständlich verfügt Krossneslaug über eine wohltuende heiße Quelle, einen Hot Pot. Das Bad sowie die dazugehörige Duschanlage sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet (Krossneslaug, am Ende der Straße Nr. 647).

Hot-Pot-Schnitzeljagd
Die Isländer machen gern ein Geheimnis daraus, wo genau die schönsten heißen Quellen zu finden sind. Verständlich, bei dem touristischen Run auf die Insel, denn schließlich stehen die Naturbadewannen jedem Wanderer offen. Schön, aber viel zu heiß sind die Quellen neben dem Geysir Strokkur (Foto), angenehmer ist das Bad in Seljavellir im Süden, wo sogar ein Pool angelegt wurde. Eine Island-Karte mit Hot Pots und anderen Bädern samt GPS-Daten finden Sie auf: www.hotpoticeland.com

Blaue Lagune: Schönes, großes Gäste-Bad 

Blaue Lagune Island
Das berühmteste Bad Islands ist die Bláa Lónið, die Blaue Lagune. Der See liegt inmitten eines Lavafeldes, rund 20 Kilometer vom Flughafen Keflavík entfernt, und wird aus dem gebrauchten Heizwasser des benachbarten Geothermalkraftwerkes gespeist. Im Abwasser zu schwimmen, hört sich nicht sehr prickelnd an, doch das Gemisch aus sechs Millionen Liter Salz- und Meerwasser ist sauber und sehr mineralhaltig. Kieselerde, Mineralsalze und Algen sorgen für die bläuliche Farbe und das milchig weiche Badegefühl – so mancher wähnt sich in einem riesigen Bad von Kleopatra. Man sollte allerdings nicht erwarten, hier Isländer zu treffen, und auch die angetrunkenen oder knipsenden Touristengruppen besser ausblenden. Vor allem aber sollte man sich nicht über den stolzen Eintrittspreis ärgern, der bei 48 Euro startet (www.bluelagoon.com).

Flothetta Cap

Kopfsache: Einfach schweben

Ein bisschen lustig sieht es schon aus, wenn die Isländer mit einer Art Helm und passenden Beinschonern durch das Schwimmbecken treiben. Aber wer es probiert hat, ist begeistert. Neopren, Lycra und Schaumstoff halten Kopf und Körper über Wasser, und während man so dahinfloatet, wirken alle Geräusche fern, die Muskeln entspannen sich. Man kann die Float-Cap in Shops kaufen oder in einigen Schwimmbädern ausleihen. Gerade im Herbst oder Winter, wenn die Schneeflocken in der Luft tanzen oder die Nordlichter den Abendhimmel in eine große Lightshow verwandeln, schwebt man dahin wie im Traum (www.flothetta.com).