Europa Reiseziele für den Herbst

Sommerurlaub verpasst? Macht nichts, denn auch im Herbst gibt es Orte, an denen es schön warm ist. MERIAN.de stellt fünf lohnenswerte Reiseziele vor.

Der Sommer in Deutschland war gar nicht mal so übel: Es war sonnig und warm wie seit Jahren nicht mehr. Leider war es nicht jedem vergönnt, stundenlang am See, am Strand oder im Freibad herumzuliegen, und sich die Sonne auf den Leib scheinen zu lassen. Und irgendwie war er dann doch schnell da: der Herbst. Mit seinem frischen Wind bläst er die Sonne allmählich davon und hinterlässt ein sehnsüchtiges Gefühl nach einer Zugabe. Da es die in Deutschland nicht gibt, hilft nur eines: Koffer packen und ab in den Süden! Der Vorteil: An vielen Orten ist es in der Nebensaison weitaus günstiger - und weniger Trubel herrscht auch.

Die griechische Insel Kreta

Kristallklares Wasser, schöne Sandstrände und dazu das einzigartige Panorama der zerklüfteten Bergwelt: Griechenlands größte und wärmste Insel ist vielfältig und auch in der Nebensaison einen Besuch wert. Besonders schön sind die geschwungenen Sandstrände an der Nordküste. Die Palmen an der Bucht von Grandes verleihen der Bergkulisse einen Hauch Karibik-Flair. Hier kann man surfen, segeln, schnorcheln oder einfach nur entspannen. Der Süden hingegen ist geprägt von einer Steilküste, die bei Agia Galini und Matala von kleinen Buchten unterbrochen ist. Die Gegend ist sehr malerisch, insbesondere aufgrund der eindrucksvollen Sandsteinfelsen mit ihren berühmten Höhlen.

Das milde Mittelmeerklima beschert dem Inselbesucher selbst im Oktober noch bis zu 24 Grad Celsius. Neben Zypern ist Kreta mit bis zu 300 Sonnenstunden im Jahr die sonnigste Insel im Mittelmeerraum - für Sonnenfans eine wahre Freude. Wer vom Strandurlaub die Nase voll hat, sollte einen Ausflug ins Landesinnere machen. Bei Wanderungen durch Olivenhaine kann man die Natur genießen, wer fit genug ist, steigt die Berghänge hinauf und wird anschließend mit einer spektakulären Aussicht belohnt. Viele Urlauber druchqueren die 17 Kilometer lange Samaria-Schlucht im Südwesten, die von bis zu 600 Meter hohen senkrechten Felswänden gesäumt ist. Es ist eine beeindruckende Wanderung mitten in einer überwältigenden Naturschönheit. Für die weniger Abenteuerlustigen bietet die Insel zahlreiche Palast-Ruinen und archäologische Museen, die zu einer Zeitreise einladen.

Die kanarische Insel Fuerteventura

Beliebt bei Schlechtwetterflüchtlingen ist Fuerteventura - nach Teneriffa die zweitgrößte Insel der Kanaren. Das ganze Jahr über sind die Temperaturen angenehm. Im Oktober klettert das Thermometer noch bis auf 27 Grad Celsius - beste Voraussetzung, um in einer Liege am Meer die Seele baumeln zu lassen. Quirliges Stadtleben gibt es hier kaum, dafür aber endlose Strände, meterhohe Sanddünen und türkisblaues Wasser. Im kristallklaren Atlantischen Ozean kann man tauchen und schnorcheln, der stetige Wind lockt das ganze Jahr über Surfer an.

Für Aktivurlauber, die mehr als nur den Strand sehen wollen, bieten sich Wanderungen, Reitausflüge oder Radtouren ins Landesinnere an. Die Berghänge, Täler und Palmenoasen sowie kleine Bergorte, Fischerdörfer, Windräder und Windmühlen erzählen ihre eigenen Geschichten. Die Schluchten und bizarren Gesteinsformationen der Lavafelder auf der Insel sind beeindruckend, ihr vulkanischer Ursprung oft nicht zu übersehen - davon zeugen auch Buchten und Strände mit fast schwarzem Sand.

Bucht auf Sardinien
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Kristallklares Wasser und strahlend weißer Sand am Strand von Porto Giunco.
Die italiensiche Insel Sardinien

Etwas milder als auf den Kanaren ist es auf Sardinien - die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Sonnenbaden und Schwimmen ist hier noch im Oktober möglich, auch wenn es mit bis zu 23 Grad Celsius Außentemperatur etwas kühler als auf den Inseln im Atlantik ist. Weite weiße Sandstrände gibt es auch hier. Im Herbst sind sie selbst in den bekanntesten Urlaubsregionen wie Costa Smeralda oder San Teodoro wenig besucht. Für die Nebensaison empfiehlt sich, eine Unterkunft im Voraus zu buchen, da viele Gastgeber bei Nichtauslastung frühzeitig schließen.

Sardinien eignet sich nicht nur für einen Strandurlaub, auch Rundreisen mit dem Auto oder Wander-, Rad- und Reitausflüge sind empfehlenswert. Besonders reizvoll am Herbst sind die zahlreichen kleinen Feste auf der Insel. Hier kommt man in den Genuss lokaler Spezialitäten wie Käse, Wurst, Wein oder Olivenöl.

Die Türkische Riviera

Das herrlich blaue Wasser des Mittelmeers gibt dem Süden der Türkei zwischen Antalya und dem Kap Anamur seinen populären Spitznamen: Türkisküste. Ein etwa 120 Kilometer langer Streifen liegt zwischen den beliebten Badeorten Antalya und Alanya. Hier kann selbst im Dezember noch gebadet werden - die Wassertemperatur liegt selbst im Jahresdurchschnitt bei über 20 Grad Celsius. Das tolle an der Türkischen Riviera ist, dass sie sehr vielfältig ist: Neben langen feinen Sandstränden gibt es viele kleine Buchten und - dank der Ausläufer des Taurusgebirges - eine felsige Steilküste. Dazu gesellen sich Fischerdörfer und moderne Hafenstädte.

Am Strand liegen, tauchen, schnorcheln oder eine Segeltour von Bucht zu Bucht unternehmen - das sind die wohl beliebtesten Aktivitäten an der herrlichen Türkisküste. In Belek, etwa 30 Kilometer östlich von Antalya, gibt es außerdem einige Golfplätze. Und wandern geht natürlich immer: Das Taurusgebirge bietet viele Möglichkeiten für Ausflüge auf Schusters Rappen.

Die portugiesische Stadt Faro

Faro ist das Tor zur Algarve. Täglich landen hier Hunderte Engländer, Holländer und Deutsche, allerdings verstreuen sich die Touristenmassen auch genauso schnell wieder entlang der portugiesischen Südküste. Gut so, denn so können Besucher Faros im Herbst fast ungestört durch die kopfsteingepflasterten Gässchen entlang der bunt gefliesten Häuser schlendern und das historische Ambiente genießen. Um den Jachthafen in der Stadtmitte reihen sich Edelboutiquen, während auf den Laternenpfählen davor Störche nisten, der Wind die Schreie der Möwen hinüberträgt und jedermann sich in einem Café zurücklehnt und entspannt.

Will man in einem Strandlokal auf einer der Inseln im Wattenmeer vor Faro zu Abend essen, läuft man einfach im warmen Nachmittagslicht durch die Altstadt über den zentralen Platz Largo da Sé zum Fähranleger und klettert auf eines der wartenden Boote. Besonders ein Besuch der Ilha Deserta, der "verlassenen Insel", lohnt sich. Die Füße in den weichen Sand vergraben, ein kühles Getränk in der Hand und den tiefblauen Atlantik zu allen Seiten - fast scheint es dann, als könne der Sommer niemals enden.

Autor

Anika Haberecht