Frankreich Große Kunst in Metz

Wer mit dem Zug im französischen Metz ankommt, wird am Bahnhof von zwei riesigen Wegweisern begrüßt. Centre Ville, also Stadtmitte, steht auf dem linken, Centre Pompidou auf dem rechten. Und der Besucher fragt sich: Wo soll ich bloß zuerst hingehen?

Seit 2010 hat die Metzer Altstadt Konkurrenz bekommen. Der Ableger des Pariser Centre Pompidou liegt nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt und ist schon von außen ein Hingucker: Ein gewaltiges Zeltdach aus Holz und einer Glasfasermembran überspannt den Bau mit 5500 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Entworfen haben ihn der japanische Architekt Shigeru Ban und sein französischer Kollege Jean de Gastines.

Die Ausstellungsräume bestehen aus drei übereinandergestapelten Quadern, je 87 Meter lang. Zu sehen sind Wechselausstellungen zu zeitgenössischer Kunst, Design und Klassischer Moderne, meist aus den Beständen des Pariser Mutterhauses. Von der dritten Etage hat man einen großartigen Panoramablick auf das Zentrum der alten Reichsstadt, die jahrhundertelang zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte; später wechselten sich Franzosen und Deutsche mehrmals als Herrscher ab.

Wichtigstes Bauwerk der Altstadt ist die Kathedrale, die ab 1220 errichtet wurde und zu den herausragenden Beispielen der französischen Gotik gehört. Wer genug Zeit hat, sollte zu unterschiedlichen Tageszeiten kommen - so kann man verfolgen, wie sich der Lichteinfall durch die großen, farbigen Glasfenster ändert. Einige Fenster sind von Marc Chagall gestaltet, unter anderem "Adam und Eva" im Querschiff.

Von der "Laterne Gottes", wie die Kathedrale im Volksmund heißt, sind es nur ein paar Schritte zur Markthalle, wo mittags neben Obst und Gemüse auch frische Suppen und Quiches locken. Danach auf einen Café crème zum Place Saint-Jacques - und weiter zum Arsenal. Das einstige Waffendepot wurde in den 1980er Jahren vom Architekten Ricardo Bofill zu einem modernen Konzertsaal umgebaut. Für die Konzerte reisen Fans aus ganz Frankreich an; der Klang hier hat Weltklasse. Von dort geht man ein Stück zurück bis zur Moselinsel, auf der das Opéra-Théâtre liegt, eines der ältesten Theater Frankreichs, in dem immer noch gespielt wird.

INFO

Essen und Trinken

Ein gutes Mittagsmenü für 15 Euro hat Le bistrot de G. in der Nähe der Kathedrale. Aber Achtung: Der Koch steht nur bis 13.30 Uhr hinterm Herd. Wer später eintrifft, bekommt bis zum Abend nichts mehr. Dann kosten die Menüs ab 50 Euro. 9 rue du Faisan, www.bistrotdeg.com

Im L’instant (Nähe Place St-Martin) geht es darum, den Moment zu genießen. Und das funktioniert auch wunderbar, etwa wenn man vor sich ein Tête à Tête de foie gras, Zweierlei von der Entenleber, stehen hat, oder Soupe de fraise et sa glace bergamotte, eine Erdbeersuppe mit Bergamotte-Eis. 32 rue du Coetlosquet, Tel. 0033/387/65 58 09