Colmar Hauptstadt der elsässischen Weine

Colmar im Elsass ist berühmt für den Isenheimer Altar, Fachwerk und erstklassigen Wein. Bei einem Besuch in der idyllischen Stadt sollte man ausreichend Zeit für entspanntes Sightseeing einplanen. Unsere Tipps für Colmar!

Die meisten Gäste wollen sofort zum Meisterwerk und strömen, kaum in der Stadt angekommen, zum Isenheimer Altar. Manch einer bleibt dann doch auf dem Weg im romantischen Viertel Krutenau hängen. Richtig so! Colmar ist ein Schmuckstück, das es verdient, in aller Ruhe bewundert zu werden.

Die Fachwerkhäuser von "Klein-Venedig" (Petite Venise) lassen sich wunderbar auf einer Flussfahrt ansehen. Danach sollte man einen Spaziergang durch das alte Gerberviertel machen und einen Besuch der schönen Markthalle einplanen. Wer das hinter sich hat, ist dem gemächlichen Charme der Stadt garantiert schon erlegen. Und das Beste wartet noch: Vor den Tafeln Isenheimer Altars (1512-16) kann man sich stundenlang in die von Mathis Gothart Nithart (genannt Grünewald) gemalten Motive vertiefen: etwa die Versuchung des Heiligen Antonius, ein kraftvolles Bild voller bizarrer, furchterregender Wesen.

Der Altar gehört zur Sammlung des Unterlinden-Museums (s. S. 114). Zu sehen ist er bis 2015 aber in der Dominikanerkirche, zusammen mit dem berühmten Tafelbild "Madonna im Rosenhag" von Martin Schongauer, das dort dauerhaft ausgestellt ist. Grund ist die Erweiterung des Unterlinden-Museums. Hinter der Planung des über 30-Millionen-Euro-Projekts steht das Basler Büro Herzog & de Meuron. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster verbinden die Architekten über eine unterirdische Galerie mit dem umgestalteten Jahrhundertwendebad nebenan und einem Neubau, dessen Proportionen der Klosterkapelle nachempfunden sind.

Eines der markantesten Gebäude der Stadt ist das 1609 gebaute Kopfhaus (Maison des Têtes): Die Fassade ist mit über 100 steinernen Köpfen und Masken geschmückt. Die massive St. Martinskirche (Saint-Martin) wurde 1235-1264 gebaut, den auffälligen Renaissancehelm erhielt sie nach einem  Dachbrand 1575. Im Süden des Platzes ziehen das gotische Haus Adolph (1350), gleich ums Eck die bemalten Wände und achteckigen Türmchen des Haus Pfister (1537) die Blicke auf sich. Bauherr war der Hutmacher Ludwig Scherer, der sein Vermögen mit dem Handel von Silber anhäufte. Nicht weit entfernt liegt das Bartholdi-Museum, das über den hier geborenen Schöpfer der Freiheitsstatue, Auguste Bartholdi (1834-1904), informiert. Unbedingt sehenswert ist das Alte Kaufhaus (Ancienne Douane). Das Erdgeschoss diente als Zollamt und Warenlager, im ersten Stock trat der Rat des 1354 gegründeten Zehnstädtebundes zusammen. Am Freitag  und Samstag setzt sich Colmar abends ins perfekte Licht: 1100 Projektoren mit wechselnden Stärken und Farben sorgen für kunstvoll illuminierte Gebäude. Noch ein Grund, länger zu bleiben.

Mehr über Colmar finden Sie hier und im aktuellen MERIAN Elsass.

 

 

 

 

 

 

Autor

Jonas Morgenthaler