England Zum Einkaufen nach London

Liberty in Soho

Leuchtend schwarz-weiß hebt sich das Liberty-Gebäude von allen anderen Häusern im Vergnügungsviertel Soho ab. Vieles ist noch genau so, wie Gründer Arthur Liberty es 1875 entworfen hat: die Fachwerk-Fassade mit den spitzen Giebeln, die über den Schaufenstern baumelnden Blumenkübel, das herrschaftliche Foyer mit Holzbalustraden, die knarzenden Dielentreppen, gebaut aus den Planken der letzten hölzernen britischen Kriegsschiffe, die samtbezogenen Sessel in den Kabinen, die Kamine in verschachtelten Nebenräumen.

Wohl auch deswegen wurde Liberty vom Time Out Magazine zum besten Shop in London gewählt. Bis heute kommen die meisten Kunden wegen einer traditionellen Ware: die berühmten Stoffe mit Blümchenmuster. "Das sind 40 Prozent aller verkauften Produkte", erklärt Vishal Thakker. Behutsam hebt der Verkäufer Ballen mit gemustertem Stoff aus den Regalen. "Dafür sind wir berühmt, und momentan sind sie wieder richtig im Trend." Insgesamt 14.000 verschiedene "Liberty Prints" hütet ein hauseigener Stoffarchivar, halbjährlich kommen etwa 150 neue hinzu, entworfen vom 20-köpfigen Team im Hintergebäude.

Wer nicht selbst nähen kann, findet bei Liberty übrigens auch fertige Blusen, ferner Notizbücher, Butterbrotdosen und Laptoptaschen - alle voller bunter Blumenwiesen, die rufen: "Ich war in London bei Liberty einkaufen". Info: www.liberty.co.uk

 

Hamleys in London
Andrea Artz
Hamleys

Spielzeugladen Hamleys

Spielplatz für große und kleine Kinder "Hi Darling" rufen Hamleys-Mitarbeiter in Fantasieuniformen jedem unter 1,50 Meter zu, drinnen wird man von einer Wand aus Kuscheltieraugen begrüßt, Kinderlachen mischt sich mit Klickern, Rasseln, Tuten. Seit 1760 ist Hamleys einer der größten und berühmtesten Spielzeugläden der Welt. Ein kleines Mädchen schnappt sich einen watschelnden Pinguin, ein paar Jungs treten mit elektrischen Autos auf der Teststrecke an, gefilmt von ihren stolzen Eltern. "Kinder dürfen hier alles anfassen und ausprobieren", erklärt Elaine Chong. "Wer es nicht großartig findet, den ganzen Tag zu spielen, kann hier nicht arbeiten." Sie malt heute an einem Stand in der Mädchenetage mit Regenbogenfarben. Alles in diesem Stockwerk ist so glitzernd und rosa, dass man als Erwachsene eine Aspirin nehmen möchte. Info: www.hamleys.com

Ozwald Boateng

Paradiesvogel der Maßschneider Ozwald Boateng ist für die Savile Row in etwa das, was Andre Agassi fürs Tennis war. So wie der einst mit langen Haaren und bunten Radlerhosen in Wimbledon erschien, eröffnete das Kind ghanaischer Einwanderer in der Straße der besten Maßschneider der Welt ein Geschäft, in dem die Anzüge knackig am Körper sitzen, die Hemden witzige bunte Details haben und der Herr zum Smoking gestreifte Socken tragen darf.

 

Ozwald Boateng in London
Andrea Artz
Ozwald Boateng

Von der Konkurrenz wird Boateng immer noch mit hochgezogenen Brauen betrachtet, aber er schaffte es mit seiner Mode als erster Schneider auf der Savile Row zur Fashion Week nach Paris. Seine Kundenkartei liest sich wie die Gästeliste der Oscar-Verleihung: Jamie Foxx, Hugh Jackman, Anthony Hopkins, Mick Jagger. "Viele sind mit Ozwald befreundet und kommen spontan vorbei, wenn sie in London sind", berichtet Mitarbeiter Michael Dale. Info: www.ozwaldboateng.co.uk

 

Fortnum & Mason

Gegenüber der Royal Academy of Arts liegt der Himmel für alle britischen Gourmets: Fortnum & Mason. "Ja, wir beliefern die Königsfamilie", flüstert Millicent Green, die im Bereich "Hampers", Geschenkkörbe, arbeitet. Ihre Wangen werden bei dem Thema dunkelrosa. "Aber ich darf nicht darüber sprechen." Hier wird einiges verkauft, von dem man sich vorstellen kann, dass Queen Elizabeth Freude daran hätte: edle Teesorten, Honiggebäck in kostbaren Dosen, handgefertigter Toffee. Seit 1707 ist dieses Kaufhaus bekannt für seine erstklassigen Lebensmittel, und wer sich hier umsieht, meint, die Zeit sei seitdem stehengeblieben. Alles, von den alten Kronleuchtern bis zu der verschnörkelten Schrift "Ladies Powder Room" über den Toiletten, scheint aus längst vergangenen Jahrhunderten. Besonders berühmt ist Fortnum & Mason für seine Geschenkkörbe. "Der teuerste für 500 Pfund ist so groß, den kann man nicht mit in die Tube nehmen", erzählt Millicent Green.Info: www.fortnumandmason.com

Philip Treacy

Mitglieder von Königshäusern, Models auf Haute-Couture-Schauen, Stars auf Filmpremieren - sie alle schmücken ihre Köpfe mit den mutigen Kreationen des britischen Hutdesigners Philip Treacy. Allein auf Kate und Williams Hochzeit waren 36 seiner Hüte zu sehen. "Die Berühmtheiten kommen mit ihrem Outfit in Philips Studio und überlegen gemeinsam mit ihm, welcher Hut dazu passen würde", erklärt PR-Dame Alessandra Greco. Philip Treacy selbst sagt über seine Arbeit: "Ich mag Hüte, die das Herz schneller schlagen lassen." Wie er das meint, kann man in seiner eigenen Boutique bewundern, die mitten im gediegenen Viertel Belgravia unweit des Buckingham Palace steht, zwischen eierschalenfarbenen Stadtvillen mit schwarz lackierten Eisenzäunen, Parks mit manikürten Buchsbäumchen und Bistros, vor denen Damen parlieren, deren Schuhe so teuer sind wie ein Kleinwagen.

Der Laden ist winzig, golden gestrichen und voller Hüte, die keiner am Strand tragen könnte. Philip Treacys Designs sind aus Korbgeflecht, Plastik, Tüll, sie sehen aus wie Schiffe oder Ufos, sie haben neonfarbene Schaumstoffschlangen auf der Krempe oder glitzernde Drähte, die wie die Fühler eines Außerirdischen in die Luft ragen. Jeder dieser Hüte schreit: "Schau mich an! Schieß mein Foto!" Info: www.philiptreacy.co.uk

MERIAN.de präsentiert die exklusivsten Shops in London - vom Stoffladen Liberty über das Kinderparadies Hamlets bis zum Delikatessengeschäft Fortnum & Mason.

Schlagworte:
Quelle:
Autor:
Meike Werkmeister