England Die besten Insiderplätze in St. Ives, Cornwall

Mit einem Anbau verdoppelte das Museum Tate in St. Ives 2017 seine Ausstellungsfläche. MERIAN-Redakteurin Inka Schmeling genoss die Kunst – und fand auch die besten Fish & Chips und den gemütlichsten Pub der Stadt.
St. Ives in Cornwall

St Ives gehört wohl zu den bedeutendsten Künstlerhochburgen der Welt. Neben zahlreichen Museen und Galerien gibt es am Carbis Bay einen Strand, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Was Sie in dem

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11.000 Einwohner-Städtchen nicht verpassen sollten? Hier sind unsere besten Museen-, Galerien-, Restaurant- und Hoteltipps für St Ives.

MUSEEN & GALERIEN

Tate St Ives Am Porthmeor Beach liegt Cornwalls größte Kunstinstitution: die Tate St Ives. Hier bekommen die Künstler eine Bühne, die St Ives zur bedeutendsten Künstlerkolonie in Großbritannien machten. Da der Andrang groß ist – statt der erwarteten 70.000 Besucher pro Jahr kommen seit der Eröffnung 1993 im Schnitt 240.000 – investierte die Tate gut 20 Millionen Euro in einen neuen Anbau, ab Herbst 2017 bietet sie 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Architekt Jamie Fobert konzipierte die Erweiterung dezent in den Barnoon Hill hinein, um den prägnanten Ursprungsbau optisch kaum zu verändern. Der zusätzliche Raum ermöglicht jetzt zu wechselnden Schauen eine Dauerausstellung mit wichtigen Werken, die in St Ives entstanden sind. Zu den ersten Künstlern, die hier Inspiration fanden, gehörten William Turner sowie weitere Maler des 19. Jhs. Ab 1939 entdeckten die Vertreter der Moderne um Barbara Hepworth und Ben Nicholson den Ort für sich. Zu ihnen zählt Terry Frost, der 1946 mit 31 Jahren nach St Ives zog und das Licht in farbige, geometrische Formen übersetzte. Ebenso der fünf Jahre jüngere Patrick Heron, der das Glasfenster im Eingangsbereich der Tate in dem für ihn typischen abstrakten, farbigen Stil gestaltete. Alfred Wallis, bekannt für seine naiven Hafenbilder, arbeitete als Fischer, bevor er 1922 im Alter von 67 Jahren zur Kunst fand. Geboren in St Ives wurde Peter Lanyon, der sich in den 1950ern einen Namen mit abstrakten Landschaftsbildern machte. Beachten Sie das üppige Programm mit Führungen, Workshops und Vorträgen. Ein Tipp für alle, die länger in St Ives sind: Der »Art Pass« ist mit 15 Pfund nur knapp doppelt so teuer wie der Eintritt, erlaubt aber 7 Tage Zutritt zur Tate, dem Barbara Hepworth Museum, der Leach Pottery und der Penlee House Gallery in Penzance. Porthmeor Beach, TR26 1TG www.tate.org.uk/visit/tate-st-ives

Barbara Hepworth Museum Ihre Skulptur »Single Form« steht vor dem UN-Gebäude in New York, ihr Name wird in einer Liga mit ihrem Kommilitonen Henry Moore oder dem befreundeten Bildhauer Naum Gabo genannt: Barbara Hepworth machte St Ives von 1939 bis zu ihrem Tod 1975 zu einem Epizentrum moderner Kunst. 1949 verlegte sie ihre Werkstatt ins Trewyn Studio am Barnoon Hill, nach ihrer Scheidung von Ben Nicholson zog sie ganz in die Räume. Heute sind in dem kleinen, von der Tate verwalteten Museum mit Garten viele ihrer Skulpturen ausgestellt. Berührend ist vor allem der Blick in ihre Werkstatt: Gipsabdrücke und Werkzeug liegen auf den Tischen, an Wandhaken hängt ihr Arbeitskittel neben denen ihrer Mitarbeiter – man meint, die kettenrauchende Künstlerin käme gleich um die Ecke. Barnoon Hill, TR26 1AD www.tate.org.uk

Leach Pottery Am Stadtrand ist die Werkstatt von Bernard Leach zu besichtigen: Der Töpfer wurde 1887 in Hongkong geboren und wuchs nach dem Tod seiner Mutter bei den Großeltern in Japan auf; später holte ein Onkel ihn nach England. Japan prägte sein Schaffen, auf Reisen ließ sich Leach auch im Orient, in Italien, Frankreich oder Deutschland inspirieren. 1920 gründete er in St Ives seine Töpferei. Heute sind hier Werke von Leach und anderen Künstlern zu sehen und zu kaufen, außerdem töpfern Gastkünstler in den Räumen. Kinder dürfen beim Besuch selbst mit Ton arbeiten. Higher Stennack, TR26 2HE www.leachpottery.com

New Gallery Eine kongeniale Verbindung: 1945 zog die Künstlervereinigung St Ives Society of Artists, 1927 von George Fagan Bradshaw gegründet, in die verfallende Mariners’ Church. Das Gebäude wurde restauriert – und stellt seitdem als New Gallery dreimal im Jahr ein neues Best Of der Mitglieder aus. Zwischen diesen großen Ausstellungen zeigen auch Künstler von außerhalb hier ihre Werke. Norway Square, TR26 1NA www.stisa.co.uk

Penwith Gallery Rebellion am Tresen: Im Pub »Castle Inn« protestierten 1949 19 Mitglieder gegen die aus ihrer Sicht überholte St Ives Society of Artists – und gründeten mit der Penwith Society of Arts ihren eigenen Club. Mit dabei: Barbara Hepworth, Ben Nicholson, Bernard Leach. Seit 1960 stellt die Gruppe in einer alten Fabrik aus. Back Road West, TR26 1NL www.penwithgallery.com

Anima Mundi Die Galerie präsentiert regelmäßig einen neuen Künstler, oft aus der Region. Chef Joseph Clarke hat hier mit viel Engagement eine Perle für die Kunstszene geschaffen, auf den Vernissagen trifft man St Ives’ heutige Künstler. Street-An-Pol, TR26 2DS www.anima-mundi.co.uk

SEHENSWERT

St Ives Kirche St Ia
St Ia Auch Freunde moderner Kunst besuchen gern die 1434 geweihte Kirche: um einen Blick auf Barbara Hepworths Skulptur »Madonna mit Kind« in der Marienkapelle zu werfen, die sie 1954 aus Trauer über den Tod ihres ältesten Sohnes fertigte. St Ia, der Legende nach eine irische Fürstentochter, die im 5. oder 6. Jh. nach Cornwall kam, ist auch Namensgeberin der Stadt. St Andrew’s Street 15, TR26 1AH

ÜBERNACHTEN

St Ives
Jessie‘s Place Place? – »Palast« würde besser passen: Im Sträßchen Trenwith Place mitten in St Ives haben Julia und Paul Parry ein Townhouse mit drei Schlafzimmern und Garten äußerst hübsch hergerichtet: Vom oberen Schlafzimmer und vom Wohnzimmer hat man ganz St Ives im Blick. Die Küche ist groß und gut ausgestattet, die Möbel sind weiß und sehr stylisch. Trotzdem fühlen sich hier auch Familien pudelwohl. Buchung über: www.casamundo.de, Haus Nummer 3382320 

Boskerris Hotel Auf den weißen Holzdielen der Terrasse fühlt man sich wie in Saint-Tropez – 1931 wurde das Hotel an der »Cornish Riviera« gebaut. Die neuen Inhaber Marianne und Jonathan Bassett haben daraus ein Boutiquehotel mit Zimmern im Landhausstil gemacht, die Bar ist bekannt für ihre Gin-Auswahl, das Frühstück hervorragend. Zu Fuß sind es schöne 40 Minuten auf dem Küstenpfad nach St Ives. Carbis Bay, Boskerris Road, TR26 2NQ www.boskerrishotel.co.uk

ESSEN UND TRINKEN

Moomaid of Zennor Genießen Sie die drei Dutzend Eissorten von Lemon Curd bis Rhabarbersorbet drinnen oder auf der überdachten Terrasse – auch die Möwen wissen, dass hier am Hafen die beste Eisdiele von St Ives liegt. Wharf Road 1, TR26 1LG

St Ives Restaurant
Porthmeor Beach Café Herrliche Kleinigkeiten kornischer Art: King Prawns mit Chilli, Ingwer und Lemongrass, frittierte Tintenfische mit Aioli, Fenchelsalsiccia oder geschmorter Fenchel mit Selleriepüree. Kommen Sie zum Sonnenuntergang – den sieht man von der langen Terrasse besonders gut. Porthmeor Beach, TR26 1JZ www.porthmeor-beach.co.uk/cafe 

Seafood Cafe Im hellen, großzügigen Imbiss gibt es neben den obligatorischen Fish & Chips auch frische Filets von Lachs, Kabeljau, Schwertfisch, an Land geholt von Fischer Stevens aus dem Ort. Außerdem Suppen, Sandwiches und richtig gute Steaks mit einer Auswahl an verschiedenen Soßen. Fore Street 45, TR26 1HE www.seafoodcafe.co.uk

The Sloop Inn Der Klassiker unter den Pubs der Stadt: Das heutige Haus stammt aus dem 17. oder 18. Jh., aber bereits ab 1312 soll hier ein »public house« Bier ausgeschenkt haben. Wer kommt, hat die Qual der Wahl: Draußen schaut man dem Hafentreiben zu, innen sitzt man gemütlich zwischen etlichen Zeichnungen und Bildern an den Wänden. The Wharf, TR26 1LP, www.sloop-inn.co.uk