Osnabrücker Land Naturpark Terra Vita

Der Natur- und Geopark Terra Vita gibt Einblick in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte.
Naturpark Terra Vita

Von Weitem wirken die sanften Hügel des Wiehengebirges und des Teutoburger Waldes erst einmal unscheinbar. Spötter verulken den Namen des nördlichsten deutschen Mittelgebirges auch gerne als "Wie’n Gebirge". Doch wer sich hineinbegibt in die Wälder und Moore, an die Quellen und Seen, der stößt auf verborgene Schätze. Auf ausgeschilderten Wander- und Radwegen bekommen Besucher hier eindrucksvolle Einblicke in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte. Aus diesem Grund wurde der Naturpark Terra Vita, der sich auf 1510 Quadratkilometern um Osnabrück erstreckt, 2004 als erster seiner Art in Deutschland auch zum Geopark ernannt.

Die Dichte der Sehenswürdigkeiten ist beeindruckend: So liegt nördlich von Osnabrück ein gewaltiger Magmablock mit einem Durchmesser von 50 Kilometern unter der Erde – ein Überrest des Vulkans Pluton, der vor Millionen von Jahren hier stecken blieb. Wanderern verrät er sich heute noch durch Reste von Eisenerz und Anthrazitkohle, die durch seine gewaltige Hitze entstanden.

Im südlichen Osnabrücker Land, nahe Hasbergen, können Besucher – nur bei geführten Touren (Anmeldung unter Tel. 0541 5014217) – durch ein 200 Millionen Jahre altes Wattenmeer im ehemaligen Steinbruch Silbersee laufen. Versteinerte Muschelbänke und Grabgänge von Wattwürmern zeugen von einer Zeit, als diese Gegend noch Küstenlandschaft war.

Auch die Kalksinter-Terrassen bei Dissen, etwa 30 Kilometer weiter südlich, sind etwas ganz Besonderes: Dank des extrem kalkhaltigen Bodens wächst hier der lila blühende Lerchensporn (Blüte im Frühjahr), der sonst nur in Küstenregionen gedeiht.

Im Wiehengebirge bei Barkhausen entdeckte der Geologe Walter Klüpfel 1921 auf der Suche nach Eisenerzen 150 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Fußabdrücke. Im Schlamm der Jurazeit haben hier mindestens neun langhalsige Pflanzenfresser, vermutlich Camarasaurier, sowie einige dreizehige Raubsaurier ihre Spuren hinterlassen.

Rund 25 Kilometer entfernt, nördlich von Belm, führen Wege durch ein Steinernes Meer: Die bis zu vier Meter hohen Findlinge sind Überbleibsel der Saaleeiszeit vor einigen Hunderttausend Jahren. Der größte von ihnen, der Butterstein, ist laut Legende eine Marktfrau, die vom Teufel versteinert wurde – weil sie ihm für ihre Butter einen zu hohen Preis abnehmen wollte.

Routenplanung

Die Webseite www.naturpark-terravita.de gibt einen Überblick, dort können auch Karten zu den diversen Rad- und Wanderwegen bestellt werden.

Ausgabe

Osnabrück 10/2013