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Schloss Schelenburg

Sweder von Sledesen fürchtete 1396 um seine Burg. Der schneidige Ritter Rabodo von Schele hatte die Festung belagert. Von Sledesen wusste, er würde sein Hab und Gut nicht halten können. Zum Glück war da aber noch die einzige Tochter Elisabeth. Warum kämpfen, wenn man feiern kann? Aus Elisabeth und Rabodo wurde ein Paar, die Wasserburg zur Mitgift statt zur Beute. Sitz der Familie von Schele ist sie noch heute. 20 Jahre lang gab es hier ein Restaurant, dann wünschten sich Dorothee Kellermann von Schele und ihr Mann Joachim mehr Ruhe. Besuchern bleibt der Blick von außen. Es sei denn, im Schloss finden gerade Konzerte, Lesungen oder Krimi-Dinner statt.
Bissendorf / Schledehausen, www.schelenburg.de

Schloss Iburg

Gregor Lengler
Schloss Iburg
Auf einem grünen Hügel thront die Iburg hoch über dem Charlottensee. 1668 wurde hier auf dem Schloss Sophie Charlotte geboren, später erste Königin in Preußen. Ihr Geburtszimmer kann noch heute besichtigt werden, ebenso der Rittersaal, der barocke Klostertrakt und gleich zwei sehenswerte Kirchen. Die Katholiken hielten Messe in der Klosterkirche, die Protestanten kamen zum Gottesdienst in die Schlosskirche. Nach dem Westfälischen Frieden residierten auf der Iburg abwechselnd Landesherren beider Konfessionen. Ein Paradebeispiel religiöser Toleranz, das dem Bistum jahrhundertelang Frieden und Wohlstand sicherte.
Bad Iburg, www.badiburg.de

Schloss Gesmold

Gregor Lengler
Schloss Gesmold
Der "Herr von Gesmele" war um das Jahr 1100 damit beauftragt, den Weg von Osnabrück über Melle nach Herford zu schützen. Um 1170 bekam seine Familie vom Landesherrn die Erlaubnis, am Flüsschen Else eine eigene Burg zu errichten. Als Fundament schichtete man Eichenpfähle in den Sumpf und baute darauf einen trutzigen Wehrturm. Erst 1544 entstand rund um den Turm ein Schloss im Stil der Renaissance. Wiederum 200 Jahre später ließ Christoph-Ludolf von Hammerstein einen prächtigen barocken Garten anlegen. Heute ist der trutzige Verteidigungsturm von einst die wohl hübscheste Außenstelle des Meller Standesamtes: Die Schlossbesitzer Henriette und Hans-Adam von Hammerstein überlassen ihren romanischen Turm und den romantischen Garten gern Paaren, die sich auf Gesmold ihr Jawort geben wollen.
www.schloss-gesmold.de

Landgut Sutthausen

Gregor Lengler
Landgut Sutthausen
Als 1935 die ersten vier Schwestern der Thuiner Franziskanerinnen-Kongregation im Gutshaus in Sutthausen einzogen, blickten das Gemäuer und die Ordensregeln der Franziskaner auf eine ungefähr gleich lange Geschichte zurück: Etwa zu Lebzeiten von Franz von Assisi, im 13. Jahrhundert, wurde das Gut gegründet, das lange im Besitz der Adelsfamilie von Korff war. Aus der Krankenpflege und Gärtnerei der ersten Schwestern entwickelten sich die Berufsbildenden Schulen im Marienheim mit heute etwa 400 Schülern. Besucher dürfen dennoch durch den Park schlendern, Schloss und Kapelle bewundern und Kaninchen im Kleintierzoo füttern.
Osnabrück, www.bbs-marienheim.de

Schloss Ippenburg

Gregor Lengler
Schloss Ippenburg
Ende des 14. Jahrhunderts ließ Ritter Johann von dem Bussche eine Festung errichten. Bis heute ist das Gebäude im Besitz der Nachfahren. Bekannt ist Ippenburg für seine Gartenfestivals. Die blühende Pracht verdankt der Schlossgarten Viktoria von dem Bussche. Sie heiratete 1976 Philip Freiherr von dem Bussche - und ließ auf dem 80 000 Quadratmeter großen Gelände Gärten entstehen. Die Blütenpracht, Rosarium und den Nutzgarten können Besucher mehrmals im Jahr im Rahmen der Gartenfestivals besichtigen.
www.ippenburg.de

Ausgabe

Osnabrück 10/2013