Köln Fahrradtour am Rhein

Radtour am Rhein.

Rechtsrhein-Tour Am Schrott vorbei zum Krokodil

Der Innenstädter schaut immer etwas hochnäsig auf das andere Ufer. Dabei bietet die rechte Rheinseite, die man hier liebevoll-verächtlich "schäl Sick" nennt - die falsche Seite -, viele Vorteile: günstigere Mieten, mehr Grün, den Blick auf die Stadt samt herrlichen Sonnenuntergängen. Dort, genauer am Ostende der Severinsbrücke, beginnt unsere Radtour am Rhein. Wir fahren südwärts und biegen nach kurzer Zeit rechts in die Alfred-Schütte-Allee ab. Hier tut sich ein schöner Gegensatz auf: Auf der anderen Rheinseite ragt mit architektonischer Wucht der hypermoderne Rheinauhafen in die Höhe, linker Hand liegt der Deutzer Hafen mit unspektakulären Industrieanlagen - inklusive riesigem Schrottplatz.

Man unterquert die Eisenbahnbrücke und fährt am Ufer entlang über die idyllischen Poller Wiesen und durch ein Wohngebiet zur Freizeitinsel Groov im Stadtteil Zündorf, einem beliebten Ausflugsziel. An einem ehemaligen Seitenarm des Rheins haben sich einfache, gemütliche Gaststätten angesiedelt. Etwa alle 20 Minuten tuckert von hier das "Krokodil" oder ein anderes Fährschiff über den Rhein zum Vorort Weiß. Über Trift- und Auenweg radelt man wiederum durch viel Grün nach Rodenkirchen und von dort am Ufer entlang zurück in die Innenstadt. Die ganze Tour misst ungefähr 22 Kilometer.

Linksrhein-Tour Am Tiefpunkt vorbei ins Mittelalter

Die mittelalterliche Zollfeste Zons nördlich von Köln ist ideal als Ziel- oder besser Wendepunkt einer längeren Radtour. Die einfache Distanz beträgt knapp 30 Kilometer. In gemächlich-zügigem Tempo ist man in zwei Stunden da. Die Orientierung ist denkbar leicht: auf befestigten Wegen immer möglichst nah am Rhein entlang. Wir starten hinter der Philharmonie im Rheingarten und radeln nordwärts. Sollte in Köln-Riehl die Wade schon zwicken, lohnt sich ein Halt beim Colonia-Haus: Hinter dem Wohnhaus, das fast so hoch ist wie der Dom, befindet sich der Biergarten "Schwimmbad". Der Weg nach Norden führt zum Teil auch über Autostraßen, aber das ist leicht zu verschmerzen. Bei Streckenkilometer 17 erreichen wir schon die Rheinauen bei Worringen-Langel. Und wie gut, dass auf dem Weg dorthin das Gasthaus "Zur Fähre" liegt: Dort auf der Terrasse zu sitzen - mit Blick auf den Rhein und die kleine Fähre, die nach Leverkusen-Hitdorf übersetzt - ist schöner Lohn für harten Ritt.

Von der Fähre kann man einen Abstecher zum Worringer Bruch machen (zur Neusser Landstraße und dann rechts). Als Naturschutzgebiet, das Lebensraum für gefährdete Pflanzen- und Tierarten ist, ist er eingeschränkt zugänglich. Der tiefste geografische Punkt Kölns hat Wiesen, Wald, einladende Auen und viele Tiere zu bieten, darunter Reptilien, Vögel und Fledermäuse. Zurück am Ufer geht es ein gutes Stück den Rhein entlang über die Worringer Deiche zur Zollfeste Zons. Nach etwas Erholung sollte man unbedingt die im Mittelalter befestigte Stadt erkunden - zahlreiche historische Gebäude sind erhalten. Wer Kinder dabei hat, sollte bei der Planung einen Blick auf die Termine der Freilichtbühne Zons werfen, auf der seit über 50 Jahren Märchen aufgeführt werden.