Kassel Tipps für den Bergpark Wilhelmshöhe

Mit 246 Hektar ist der Bergpark Wilhelmshöhe der größte seiner Art in Europa. Mehr als genug Platz für Herkules, ein Prachtschloss, eine romantische Ruine und ein chinesisches Dorf. Mit unseren Tipps erkunden Sie die schönsten Sehenswürdigkeiten im Park.
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So einige Sehenswürdigkeiten tummeln sich im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel. Nicht weit von der aufregenden Stadt entfernt, kommen Sie der Natur ganz Nahe und können so einiges im Park erkunden. 

Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel:

Herkules

Wasserspiele

Schloss Wilhelmshöhe

Gewächshaus

Löwenburg

Eremitage

Lac

Kaskadenwirtschaft Grischäfer

Gästehaus Mulang No. 6

Schlosshotel Bad Wilhelmshöhe

Sehenswertes

1. Herkules  

Ein Spaziergang vom Schloss dauert eine gute halbe Stunde, die Fahrt mit der Buslinie 22 vom Druseltal rund zehn Minuten. Dann steht man zu Füßen von Kassels Wahrzeichen: der Herkulesstatue, 8,30 Meter groß und 1717 auf Geheiß von Landgraf Karl auf das Oktogon gestellt, einen gigantischen achteckigen Sockel. Wer dort von unten hoch zum Herkules sieht, erkennt am besten, wie detailreich die Statue gearbeitet ist. Eine nur 2,5 Millimeter dicke Kupferschicht zieht sich über ein Metallskelett, der Goldschmied Johann Jakob Anthoni arbeitete Details wie Fingernägel und Schlagadern aus. Neben der Statue liegen ein modernes Besucherzentrum und ein Restaurant.

2. Wasserspiele

Landgraf Karl inszenierte die Wasserspiele im Park als Symbol seiner Macht. Wasser entspringt oben auf einem Berg und fließt nicht nur den Berg hinab, es tanzt vielmehr nach kunstvollen Choreografien, fließt über 200 Höhenmeter abwärts. Zu sehen ist das Schauspiel vom 1. Mai bis zum 3. Oktober. Da die Kaskaden unter dem Oktogon wegen Bauarbeiten derzeit ausgelassen werden, beginnt das Schauspiel um 15.05 Uhr am Steinhöfer Wasserfall, setzt sich fort an der Teufelsbrücke und dem Aquädukt und endet in der Großen Fontäne. An jeder dieser Stationen läuft das Wasser für etwa zehn Minuten.

3. Schloss Wilhelmshöhe

Das einstige Sommerschloss von Landgraf Wilhelm IX. besteht aus drei Teilen: links der Kirchflügel, rechts der zugängliche Weißensteinflügel mit klassizistischem Mobiliar und in der Mitte das ehemalige Wohngebäude, in dem heute etwa die Gemäldegalerie Alte Meister zu Hause ist (S. 78). Bis Oktober 2017 widmet das Schloss dem Herkules zum 300-jährigen Geburtstag eine Sonderausstellung. Sie zeigt seinen Werdegang: vom Vorbild, der antiken Statue des »Herkules Farnese«, über Baupläne und Modelle des Oktogon und des Kasseler Herkules bis hin zu Karikaturen des Helden von Künstlern wie Otmar Alt, Til Mette und Otto Waalkes.

4. Gewächshaus

Wenn die Saison der Wasserspiele zu Ende geht und der Bergpark in Winterschlaf fällt, öffnet das Gewächshaus seine Türen. Der lang gezogene Glasbau wurde 1823 unter Kurfürst Wilhelm II. fertiggestellt und später erweitert. In den kalten Monaten beherbergt er tropische und historisch wertvolle Pflanzen, etwa bis zu 150 Jahre alte Kamelien. Im Frühling werden sie feierlich wieder draußen eingepflanzt.

5. Löwenburg

Heil und vollkommen sollte sie nie sein. Die Löwenburg war vom ersten Tag an als Ruine geplant. Landgraf Wilhelm IX. ließ das Gebäude zwischen 1793 und 1801 als bewohnbare Burg errichten, die jedoch wirken sollte wie ein verfallenes, mittelalterliches Gemäuer mit gotischen Spitzbögen und bröckelnden Wänden. Der Zweite Weltkrieg setzte dem Bau allerdings stark zu: Zurzeit wird die Burg saniert und bekommt bis 2020 ihren bei Bombenangriffen zerstörten Hauptturm zurück. Unser Tipp für den romantischsten Ort an der Ruine: Hinter der Feste liegt ein Labyrinth aus Hecken, hier steht verborgen eine Bank mit herrlichem Blick auf das Schloss.

6. Eremitage

Das Häuschen mit einer Verkleidung aus hölzernem Spalier und Baumrinden stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es liegt westlich des Schlosses unweit der Mittelachse des Parks, der Weg ist gut beschildert. Das kleine Bauwerk versteht sich als Verneigung vor der griechischen Philosophie – in so einem Haus hätte Sokrates sitzen können, Gedanken murmelnd, die über Jahrhunderte nachhallen. Wir empfehlen Ihnen den Platz auf dem Bänkchen beim Neptunbassin unter dem Vorbau: Von dort schweift der Blick weit über den Lac hinweg bis Kassel, bei schönem Wetter bis zu den Hügeln des Kaufunger Waldes.

7. Lac

Natürlich, man könnte auch »See« sagen, aber offiziell heißt er »Lac«, und das klingt so elegant, wie es dieser See verdient. Über flache Kaskaden plätschert das Wasser hinein, auf der Roseninsel duften im Sommer unzählige Kletter- und Strauchrosen. Die Kasseler lieben ihren Lac auch im Winter zum Schlittschuhlaufen. Bei einer Tiefe von bis zu sechs Metern ist das aber nur in knackig-kalten Wintern zu empfehlen.

Essen und Trinken

8. Kaskadenwirtschaft Grischäfer

Wer den Wasserspielen folgt und nach Hunderten von Stufen eine Verschnaufpause braucht, kehrt am besten in die kleine Gaststätte am Neptunbassin ein – im Winter im gemütlichen Innenraum, im Sommer im beliebten Biergarten. www.kaskaden-wirtschaft.de

Über Nacht

9. Mulang No. 6

Die Kultur Chinas war im 18. Jahrhundert en vogue, Landgraf Friedrich II. bewunderte die Effizienz der dortigen Landwirtschaft. Deshalb ließ er südlich des Schlosses das Dorf Mulang im chinoisen Stil errichten und dort Korn mahlen, Käse ansetzen und Vieh hüten. Eines der früheren Hirtenhäuschen dient heute als Gästehaus, modern und schlicht eingerichtet in abgetöntem Weiß. Ein sehr hübscher Kontrapunkt zum barocken Gestaltungsdrang im Park. www.mulang-no6-kassel.de

10. Schlosshotel Bad Wilhelmshöhe

Schon 1827 stand ein Hotel an dieser Stelle. Generalfeldmarschall Hindenburg plante hier im Bergpark nach dem Ende des Ersten Weltkriegs den Rückzug der deutschen Truppen, das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Hotel von 1955 ist heute modern und frisch renoviert mit großem Spa. Der Service: exzellent – als hätte der Hotelbetrieb seit 1827 nur darauf gewartet, dass Sie mit Ihrem Koffer zur Tür hereinkommen. www.schlosshotel-kassel.de