Hamburg Weißes Dinner 2012

Bei dieser Veranstaltung ist die Frage nach dem Dresscode leicht zu beantworten: weiß. Ob nun bodenlang, mit Krawatte oder ohne, formell oder sportlich - derartige Details sind bei dieser Dinnereinladung nicht wichtig. Es zählt einzig die Farbe. 

Vorbild für das "Weiße Dinner" ist das Pariser "Diner en blanc". Seit mehr als 20 Jahren tafelt man hier beispielsweise im Innenhof des Louvre oder auf der berühmten Champs-Élysée. 2012 zählte man 12.000 Dinnergäste. 

Seit einiger Zeit findet die Idee des abendlichen quasi-Flashmobs auch in Deutschland immer mehr Anhänger. In Städten wie Berlin, Hannover, Hamburg und Düsseldorf erobern immer mehr Fans die Straße und öffentliche Plätze, um sie für kurze Zeit in ein Outdoor-Picknickplatz zu verwandeln. 

Das Prinzip ist einfach: Es ist offen für jedermann, einzig um weiße Kleidung von Kopf bis Socke wird gebeten. Bei der Farbe der Schuhe drücken die Veranstalter meist ein Auge zu. Wer picknicken möchte, bringt von Tisch, Stuhl, Tischdecke - und natürlich Essen - alles selbst mit. Um Mitternacht ist das riesige Gemeinschafts-Essen dann vorbei, bestenfalls der Müll entsorgt.  

In Hamburg laden die Initiatoren des "Weißen Dinners" bereits zum dritten Mal zu einem großen Gelage. 2011 fand es im Stadtteil Eimsbüttel in der Osterstraße mit rund 3000 Teilnehmern statt. In diesem Jahr verwandelte sich die Wiese vor dem Hamburger Wahrzeichen Michel in ein Open-Air-Luxus-Picknick. Viele Kinder tobten über das Gelände, plantschen im Springbrunnen und kletterten auf die Bäume. Friedlich und knisternd, sei die Atmosphäre beim Weißen Dinner gewesen, heißt es. Die Veranstalter sprechen von rund 5000 Gästen. Großes Highlight war ein Lichtermeer aus Wunderkerzen, die um 21.30 Uhr quer durch die Bänke hinweg angezündet wurden. 

Autor

Bianca Schilling