Deutschland Weinwandern in Hessen

Weinberge an der Route de la Corniche am Genfer See

Rheingauer Rieslingpfad

Den Rheingau lernt man am besten auf dem Rheingauer Rieslingpfad kennen. Er ist etwa 120 Kilometer lang, beschildert mit dem Rheingauer Römer und gespickt mit Versuchungen: Weinstuben, Probierständen, Winzerhöfen. Aber auch mit kulturellen Höhepunkten - die Weinorte sind voller Sehenswürdigkeiten. Im Osten beginnt der Weg in Flörsheim-Wicker, dem "Tor zum Rheingau". Genau genommen betritt man hier erst das Foyer, denn der historische Rheingau liegt westlich von Wiesbaden.

Das Anbaugebiet aber reicht bis an den Main. Dort verdient vor allem Hochheim einen längeren Stopp: Ein Denkmal erinnert an den Besuch der englischen Königin Victoria mit Prinzgemahl Albert im Jahr 1845. Die Visite mit ausgiebiger Weinverkostung trug wesentlich dazu bei, dass Hochheimer Wein als "Hock" auf der Insel populär wurde ("A good Hock keeps off the doc"); diese Bezeichnung übertrug sich schließlich auf alle Rheinweine. In Hochheim lohnt auch das 2010 eröffnete Weinbaumuseum einen Besuch.

Durch Wiesbaden folgt der Rieslingpfad dem Rheinufer bis Schierstein, wo einst die Sektkellerei Söhnlein ihren Sitz hatte, und wendet sich ins Hinterland nach Frauenstein. Über Martinsthal und Rauenthal geht es nach Kiedrich, das sich "gotisches Weindorf" nennt. Hier sollte man nach Möglichkeit am Wochenende sein, denn in der Sonntagsmesse in St. Valentin singen die Kiedricher Chorbuben in einer alten, längst vergangenen Sprache.

Die nächsten Stationen der Route sind die "Rheingau-Klassiker": Kloster Eberbach, Schloss Vollrads und das Schloss Johannisberg, das einst Klemens von Metternich gehörte. Von dort lohnt ein Abstecher nach Geisenheim mit dem in großen Teilen spätgotischen "Rheingauer Dom". Auch Rüdesheim sollte man möglichst nicht verpassen. Hier ist unter anderem das Museum für Weingeschichte in der mittelalterlichen Brömserburg einen Besuch wert. Bei Assmannshausen werden die Trauben rot, Spätburgunder löst den Riesling als Hauptrebsorte ab, das Rheintal wird enger. Hinter Lorchhausen passiert der rheingauer Rieslingpfad die Landesgrenze, er endet im rheinland-pfälzischen Kaub. Mehr Infos: www.rheingau-taunus.de. Adressen von Winzern, Probierständen: www.kulturland-rheingau.de

Hessische Bergstraße

Mit einer Rebfläche von rund 440 Hektar gehört die Hessische Bergstraße zu den kleinsten deutschen Weinanbaugebieten. Seit 1988 startet hier jedes Jahr am 1. Mai die Bergsträßer Weinlagenwanderung, mittlerweile ein Event mit, je nach Wetter, mehreren zehntausend Marschierern. Unterwegs wird an acht Ständen ausgeschenkt. Man kann den Bergsträßer Weinlagenweg natürlich auch an allen anderen Tagen begehen. Er führt von Alsbach über 22 Kilometer nach Heppenheim und ist mit dem Kürzel WLW auf weißen Römern ausgeschildert, unterwegs gibt es viele schöne Ausblicke in die Rheinebene. Die erste Station Zwingenberg besitzt einen hübschen, alten Kern. Weiter geht es nach Auerbach, wo man Abstecher zum mächtigen Schloss und in den Staatspark Fürstenlager machen kann, die Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Sommerresidenz der Darmstädter Groß herzöge. Bensheim, ebenfalls ein Städtchen mit malerischer Altstadt, bietet viele Einkehrmöglichkeiten. Südlich der Stadt führt der Weg durch die Weinberge bis nach Heppenheim.

Erlebnispfad Wein und Stein

Ein kurzes Stück teilt sich der Weinlagenweg mit dem Erlebnispfad Wein und Stein, einem gut sieben Kilometer langen Rundkurs bei Heppenheim. Auf einer sehr kurzweiligen Wanderung, vorbei an Skulpturen, die alle einen Bezug zum Wein und seinem Boden haben, erfährt man dank zahlreicher Infotafeln eine Menge über den Bergsträßer Weinbau.