Deutschland Schöne Landhotels

Baumhaushotel Wipfelglück.

Baden-Württemberg: Baumhaushotel Wipfelglück

Dort unten raschelt und knistert es. Ein Hase oder ein Fuchs? Von hier oben in den Wipfeln lässt sich in aller Sicherheit lauschen. Wer als Kind davon träumte, einmal im Baumhaus zu übernachten, kann sich diesen Wunsch im Baumhaushotel Wipfelglück in der Schwäbischen Alb erfüllen - und das mit erstaunlich viel Komfort. Knapp fünf Meter über dem Waldboden gibt es (fast) alles: Strom, Heizung, Waschbecken und eine Bio-Toilette. Nur zum Duschen muss man den nahe gelegenen Campingplatz aufsuchen, auf Wasserleitungen wurde der Natur zuliebe verzichtet. Sieben Baumhäuser stehen seit April 2011 im Baumhaushotel, sauber, hell und gemütlich eingerichtet, mit Platz für bis zu vier Personen (ab 128 € für ein Baumhaus). Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Der Dorfbäcker bringt morgens einen üppigen Frühstückskorb. Umgeben vom Duft nach Holz genießen Besucher bei Kaffee, Obst und frischen Brötchen den herrlichen Blick über die geschwungenen Wiesen.

Apartment in Schloss Weikertsham.
P. Becker
Echt schön: im Flur des Apartments in Schloss Weikertsham.
Chiemgau: Schloss Weikertsham

Vögel zwitschern, ein Holztisch steht im Grün, Bäume werfen Schatten auf die Mauer einer alten Giebelfront. Wo ließe es sich schöner dösen als im Garten von Schloss Weikertsham? Zwischen Feldern und Höfen liegt das Anwesen - versteckt und nah bei Wasserburg am Inn. Erbaut wurde das Schlösschen im späten Mittelalter als Patriziersitz; nach einer liebevollen Rekonstruktion gehört es heute zu den Baudenkmälern Oberbayerns, ausgezeichnet mit dem Hypo-Kulturpreis für Denkmalpflege. Dank Martina Pfeiffer. Die Raumausstatterin rettete die Renaissancevertäfelungen, Fassadenmalereien wurden restauriert. Heute ist das Haus mit Antiquitäten aus Frankreich und England eingerichtet, das Apartment mit Fresken- und Himmelbettzimmer können zwei bis vier Gäste bewohnen (95 € für zwei Personen). Am liebsten aber sitzen die mit Hausherrin Frau Pfeiffer im gemütlichen Salon, im Garten oder am großen Esstisch. Und unterhalten sich mit der herzlichen Gastgeberin, bei einem Glas Wein und gutem Käse.

Landseite des Genueser Schiffs.
Genueser Schiff
Ideal für Langschläfer: das Genueser Schiff in Hohwacht.
Ostseeküste: Genueser Schiff

Meeresrauschen wiegt die Besucher des Hotels Genueser Schiff in Hohwacht in den Schlaf, und der kann gerne länger dauern: Bis 12 Uhr 30 wird Frühstück serviert, im Winter im Frühstücksraum mit Panoramablick auf die Ostsee, im Sommer in Strandkörben hinter den Dünen direkt am Wasser. Über knarzende Holztreppen erreicht man die Zimmer des reetgedeckten Hauses, die fast alle Meeresblick haben (DZ ab 100 €) und individuell gestaltet sind. Die Küche bereitet klassische deutsche Gerichte an. Appetit auf Kutterscholle oder Kaiserschmarrn holt man sich bei Spaziergängen entlang der Küste. Rechts dominieren Neubauten, aber wer links den Strand entlangläuft, ist (fast) allein mit der Natur.

Kreuzgang im Kloster Hornbach.
Kloster Hornbach
Alte Mauern, neu genutzt: Kreuzgang in Hornbach.
Pfalz: Kloster Hornbach

Zugegeben: Hornbach liegt im hintersten Winkel der Pfalz. Saarland und Lothringen sind nah, die Weinstraße ist weit. Trotz dieses vermeintlichen Standortnachteils eröffneten Christiane und Edelbert Lösch im März 2000 ihr Hotel in den Mauern des einst bedeutenden Klosters Hornbach - mit Erfolg. Pirminius, "Apostel der Alemannen", hatte die Abtei 742 gegründet und war 753 dort gestorben. Die Reste des Klosters und die 1784-86 errichtete Kirche sind allemal sehenswert. Das Hotel ist eine rundum gelungene Symbiose von klösterlicher Einfachheit und modernem Komfort. Die Zimmer (DZ ab 149 €) sind sehr geschmackvoll eingerichtet, überall spürt man die Liebe
 zum Detail. Es gibt einen Sauna- und Badebereich, ein hervorragendes Restaurant und eine Klosterschänke mit Biergarten.

Rheingau: Burg Schwarzenstein

Die Meise schimpft, wenn man ihrem Nistkasten zu nahe kommt. Dabei wohnt sie hoch genug, im Baum, der dicht bei den Reben steht. Wenn ihre Küken in ein paar Tagen jungfernfliegen, landen sie mitten im Paradies. Sie werden den lauschigen Park der Burg Schwarzenstein bevölkern und im Weinberg reichlich Nahrung finden - beneidenswert. Aber auch die Zimmer in der Parkresidenz (DZ ab 280 €) darf man getrost 
als luxuriös bezeichnen, sehr geschmackvoll mit edlen Hölzern eingerichtet, modern und doch gemütlich, der Nachtschlaf dank der ruhigen Lage ungestört. Zuvor ein üppiges Mahl (man hat die Wahl zwischen Gourmet- und Burgrestaurant) auf der Terrasse der Burg, einem Bau im Pseudo-Mittelalterstil, den sich die Wein- und Sektdynastie Mumm 1854 als Familiensitz über den Weinbergen bauen ließ. Die grandiose Aussicht von der schönsten Loge des Rheingaus rundet den Genuss ab: Geradeaus Schloss Johannisberg, dahinter das Rheintal, rechts Bingen und ganz weit hinten am Horizont das Massiv des Donnersberg. Zum Greifen nah die Reben, an denen jener göttliche Stoff heranreift, der sich eben noch im Glas befand. Riesling feinherb. Noch einen, bitte. Mehr Rheingau geht nicht.

Wer lieber in die Stadt möchte, hier präsentieren MERIAN.de-Redakteure ihre Top 5 der deutschen Stadthotels.