Wattenmeer bis Alpenland Nationalparks in Deutschland

"Natur Natur sein lassen" ist der Leitsatz der deutschen Nationalparks. Sie sind Rückzugsgebiet für wilde Tiere und Pflanzen. Dem Menschen bieten die Schutzgebiete die Gelegenheit, Natur hautnah zu erleben. Um den Status eines Nationalparks zu erlangen, muss ein Schutzgebiet verschiedene Kriterien erfüllen: Neben der Sicherung naturnaher Gebiete, ökologischer Prozesse und eines oder mehrerer Ökosysteme soll ein Nationalpark auch der Forschung, der Bildung und der Erholung dienen. Ohne Nord- und Ostsee umfassen die 14 deutschen Schutzzonen eine Fläche von rund 1944 Quadratkilometern - das sind nur 0,54 Prozent des Festlandes der Bundesrepublik. Nimmt man die Meeresflächen hinzu, werden etwa 10.295 Quadratkilometer geschützt.

1. Nationalpark Bayerischer Wald

Am 7. Oktober 1970, fast 100 Jahre nachdem der erste Nationalpark der Welt - der Yellowstone-Nationalpark - im Nordwesten der USA entstand, wurde das Schutzgebiet Bayerischer Wald als erster deutscher Nationalpark eröffnet. Besucher kommen vor allem zum Wandern, denn der Großteil des Nationalparks liegt auf über 1000 Höhenmetern. Gipfel wie der Große Falkenstein, der Große Rachel und der Lusen bieten einen schönen Ausblick auf die Landschaft: Der Bayerische Wald grenzt direkt an den tschechischen Böhmerwald - zusammengenommen sind sie das größte flächendeckende Waldgebiet Mitteleuropas.

Neben dem Wald gibt es auch Moore, Bergseen, ehemalige Hochweiden und Gebirgsbäche im Bayerischen Wald zu entdecken. Mit Glück sind seltene Tiere wie Luchse, Schwarzstörche und Biber zu beobachten. In einem Freigehege leben zudem Wildkatzen, Braunbären, Wölfe und andere Tiere. Einen ersten Einblick in das 242 Quadratkilometer große Gebiet vermitteln Erlebniswege und Ausstellungen in den beiden Besucherzentren; mit dem Gästeservice-Umwelt-Ticket können Übernachtungsgäste Bus und Bahn umsonst nutzen.

2. Nationalpark Berchtesgaden

Mitten im Berchtesgadener Alpenland, direkt an der Grenze zu Österreich, liegt Deutschlands südlichster Nationalpark. Hier laden der Watzmann - mit 2713 Metern der zweithöchste Berg des Landes - und andere Gipfel zum Bergsteigen und Wandern ein. Berchtesgaden ist Deutschlands einziger Hochgebirgs-Nationalpark, die Parkverwaltung bietet geführte Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade für Erwachsene und Kinder an.

Der Watzmann im Nationalpark Berchtesgaden
NP Berchtesgaden/PR
Blick auf den zweithöchsten Berg Deutschlands: den Watzmann.
Auf den Wanderungen kommt man immer wieder klare, kalte Gebirgsseen vorbei; am Funtensee werden im Winter oft die tiefsten Temperaturen in ganz Deutschland gemessen, auf dem Königssee fahren umweltfreundliche Elektroboote - fast lautlos gleitet man damit übers Wasser. Bereits 1978 wurde die Gegend in den Berchtesgadener Alpen zur Schutzzone erklärt, seither haben alpenländische Tiere wie Steinböcke, Gämsen, Schneehasen und Murmeltiere dort ein etwa 208 Quadratkilometer großes Rückzugsgebiet. Seltene Vogelarten wie der Steinadler, Birken- und Auerhühner sowie der Rauhfußkauz werden ebenfalls regelmäßig gesichtet. Der Nationalpark Berchtesgaden ist ein ausgewiesenes Vogelschutzgebiet, in dem über 100 Vogelarten beheimatet sind.

3. Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Ob man in der kühlen Nordsee baden möchte, über Salzwiesen spazieren geht, durch die ausgedehnte Wattlandschaft wandert, Seehundbänke besucht oder Zugvögel an ihren Brutplätzen beobachtet - im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gibt es einiges zu erleben. Seit 1985 steht das Gebiet zwischen Elbmündung und dänischer Grenze unter Schutz, 1999 wurde es noch einmal signifikant erweitert - heute ist es der größte Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien.

Seehunf im Nationalpark Schleswig Holsteinisches Wattenmeer.
NP SH-Wattenmeer/PR
Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer trifft der Besucher auf Seehunde.
Die Schutzzone Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer umfasst etwa 4415 Quadratkilometer, mehr als 97 Prozent davon liegen unter Wasser. Zu Land besteht der Park hauptsächlich aus Salzwiesen, Sandbänken und Dünen. In den küstennahen Salzwiesen leben etwa 250 Tierarten, die nur hier vorkommen. Mehrere Besucherzentren informieren über den Nationalpark, Hauptzentrum ist das Multimar Wattforum in Tönning, welches auch geführte Wattwanderungen anbietet.

4. Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Eine Wattwanderung eignet sich besonders gut, um die Tierwelt des niedersächsischen Nationalparks zu entdecken. Das Wattenmeer ist - nach dem tropischen Regenwald - das zweitproduktivste Ökosystem der Erde: Auf den Sandbänken im Meer können Seehunde und Kegelrobben beobachtet werden, auf dem Meeresboden finden sich Schnecken, Muscheln, Garnelen und Wattwürmer. Bekannt ist das Wattenmeer aber auch für seine Vögel: Gänse, Enten und Möwen leben auf dem Gebiet und jedes Jahr im Frühjahr und Herbst rasten hier Millionen von Zugvögeln wie Brandgänse, Eiderenten und Nonnengänse.

Niedersächsiches Wattenmeer.
NP Niedersächsisches Wattenmeer/PR
Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst rasten hier Millionen Zugvögel.
Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer liegt vor der niedersächsischen Nordseeküste zwischen den Niederlanden und der Elbmündung, auch die unbewohnten ostfriesischen Inseln gehören zu der 1986 etablierten Schutzzone. Von 3450 Quadratkilometern Fläche liegen etwa 93 Prozent unter Wasser. Die Parkverwaltung befindet sich in Wilhelmshaven, hier erfährt man alles über Deutschlands zweitgrößtes Schutzgebiet.

5. Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Das Wattenmeer mit seinen Sanddünen und Prielen ist auch das Kerngebiet des hamburgischen Nationalparks. Es ist eine vom Menschen geformte Landschaft: Seit dem Mittelalter wird die Nordseeküste mit Deichen vor Sturm und Überflutung geschützt. Ohne diesen Küstenschutz würde die Gegend heute ganz anders aussehen. Das Wattenmeer ist noch immer im Wandel, Gezeiten, Wind und Wellen verändern die Landschaft nach wie vor. Die 1990 gegründete Schutzzone Hamburgisches Wattenmeer ist eine Exklave der Freien und Hansestadt Hamburg, sie liegt etwa 12,5 Kilometer vor Cuxhaven im Elbmündungsbereich des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Auch die Marschinsel Neuwerk sowie die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn sind Teil des Schutzgebietes. Etwa 97 Prozent des rund 138 Quadratkilometer großen Areals liegen allerdings unter Wasser. 2011 ernannte die Unesco die hamburgische Schutzzone zum Weltnaturerbe - zwei Jahre nach der Auszeichnung des schleswig-holsteinischen, des niedersächsischen und des niederländischen Wattenmeeres.

6. Nationalpark Jasmund

Unbestrittenes Wahrzeichen des Nationalparks Jasmund ist der bekannte Kreidefelsen Königsstuhl. Auf 118 Metern Höhe thront der Felsvorsprung über der tiefblauen Ostsee - bei guter Sicht kann man sogar die schwedische Küste sehen. Die weißen Kliffs und die hohen Steilufer der Kreideküste locken jedes Jahr hunderttausende Menschen an, die bei Strandspaziergängen nach versteinerten Seeigeln, Schwämmen oder Austern suchen - in den Felsen stecken zahlreiche Fossilien, die durch die ständige Erosion gelegentlich herausgelöst werden. Beliebt ist auch der jährliche Zug der Kraniche im Herbst.

Die berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund.
NP Jasmund/PR
Die berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund.
Das 1990 gegründete Schutzgebiet Jasmund liegt auf der Insel Rügen zwischen den Städten Sassnitz und Lohme. Es umspannt nur 30 Quadratkilometer und ist somit der kleinste deutsche Nationalpark. Einen Großteil seiner Fläche nimmt der von Buchenwald bedeckte Höhenrücken Stubnitz ein, der 2011 als Teil der "Alten Buchenwälder Deutschlands" zusammen mit den Nationalparks Hainich, Müritz und Kellerwald-Edersee zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde. Das Besucherzentrum der Schutzzone Jasmund befindet sich in der Nähe des Königsstuhls, es bietet geführte Touren zu Fuß und auf dem Fahrrad an.

7. Nationalpark Müritz

Genau 100 Seen gibt es im hügeligen Nationalpark Müritz - ein typischer Ausschnitt der mecklenburgischen Wald- und Seenlandschaft. Der größte von ihnen gab der Schutzzone ihren Namen: Müritz. Besonders schön ist das zu zwei Dritteln bewaldete Areal, wenn sich im Herbst das Laub der Bäume verfärbt und bunte Blätter auf dem Wasser treiben. Eine Kanufahrt bietet sich an, die Mecklenburgische Seenplatte zu entdecken. Den Nationalpark Müritz lässt sich aber auch gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.

100 Seen gibt es im Nationalpark Müritz.
NP Müritz/PR
100 Seen gibt es im Nationalpark Müritz.
Einen ersten Überblick über das weiträumige Gelände - mit 322 Quadratkilometern ist es das größte terrestrische Schutzgebiet Deutschlands - verschaffen der Natur-Erlebnis-Pfad zwischen den Orten Zinow und Serrahn und der 55 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Käflingsberg. Dort und auf mehreren Aussichtskanzeln im Parkgebiet kann man See- und Fischadler bei der Brut und beim Jagen beobachten. Die Seen und Moore des Nationalparks locken zahlreiche Vögel an; auch Schwarzstörche und Kraniche rasten auf ihrem Weg nach Süden in dem 1990 gegründeten Schutzgebiet, das DDR-Funktionäre - genauso wie die Nationalparks Sächsische Schweiz und Vorpommersche Boddenlandschaft - kurz vor der Wende als Großschutzgebiet auswiesen.

8. Nationalpark Sächsische Schweiz

Die über 190 Meter hohe Basteibrücke – der meistbesuchte Aussichtspunkt des Nationalparks Sächsische Schweiz - gewährt Besuchern einen herrlichen Blick auf die sich tief unten im Tal windende Elbe und die zerklüfteten Felsformationen des Elbsandsteingebirges. Noch vor der Errichtung der Brücke stand Caspar David Friedrich hier auf dem Basteifelsen. Er erreichte ihn auf dem "Malerweg", wo 1818 sein berühmtes Gemälde "Wanderer über dem Nebelmeer" entstand. Am Ende der 76 Meter langen Basteibrücke können Geschichtsinteressierte die Reste der mittelalterlichen Felsenburg Neurathen erkunden. Doch auch Wanderer und Kletterer kommen in dem rund 94 Quadratkilometer großen Schutzgebiet auf ihre Kosten: Ein 400 Kilometer langes Wegenetz führt durch den bergigen Park, es gibt Kletterfelsen und Bergraststätten. Der stark bewaldete östliche Teil ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für Mufflons, Rotwild und Gämsen; aber auch 16 von 24 deutschen Fledermausarten sind in dem Nationalpark beheimatet. Die Schutzzone Sächsische Schweiz wurde 1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR gegründet, sie liegt etwa 40 Kilometer südlich von Dresden an der tschechischen Grenze.

9. Nationalpark Unteres Odertal

Für mehr als 160 Vogelarten ist die Flussauenregion Unteres Odertal mit ihren Hangwäldern und Trockenrasen ein außergewöhnlicher Lebensraum. Im Winter und Frühjahr, wenn die Deiche von Deutschlands einziger intakter Polder-Landschaft geöffnet sind, rasten und brüten auch Zugvögel wie der Singschwan und der Wachtelkönig auf den überschwemmten Wiesen: Das Untere Odertal ist eines der artenreichsten Gebiete in Deutschland. Wanderer und Radfahrer können die vogelreiche Schutzzone auf einem etwa 120 Kilometer langen Netz an Deichwegen entdecken. Viel befahren ist beispielsweise ein Teilstück des Oder-Neiße-Fahrradwegs. Wer an einer geführten Exkursion durch das Flussmündungsgebiet teilnehmen möchte, ist im Nationalparkzentrum in Criewen richtig, das Besuchern mithilfe einer Dauerausstellung einen Überblick über das rund 105 Quadratkilometer große Schutzgebiet vermittelt. Im Osten grenzt der 1995 gegründete Nationalpark an die beiden polnischen Landschaftsschutzparks Unteres Odertal und Zehden - mit diesen bildet er als "Internationalpark Unteres Odertal" eine grenzüberschreitende Einheit.

10. Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns ist ein beliebter Rastplatz bei Zugvögeln: Hier machen bis zu 60.000 Graukraniche jedes Jahr im September auf dem Weg nach Süden Halt. Besonders gut observieren kann man die scheuen Vögel auf Beobachtungsplattformen in der Nähe ihrer Schlafplätze. Für Ornithologen sind jedoch auch andere Vogelarten interessant: Die Boddengewässer - flache, von der Ostsee durch Landzungen abgetrennte Buchten mit niedrigem Salzwassergehalt - sind ein wichtiges Brutrevier für seltene Küstenvögel. Zudem leben Zehntausende Wildenten, Wildgänse und Schwäne in der etwa 805 Quadratkilometer großen Schutzzone. Die "Windwatten" - durch Wind entstehende Trockenzonen im Brackwasser der Boddenketten - liefern ihnen ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Der Schaproder Bodden auf der Insel Rügen.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft/PR
Der Schaproder Bodden auf Rügen.
Rund 83 Prozent des 1990 gegründeten Nationalparks stehen unter Wasser. Bei einer Bootsrundfahrt kann man mit etwas Glück Kegelrobben, Seehunde und Schweinswale beobachten. Neben den Ostsee- und Boddengewässern umfasst das Schutzgebiet Vorpommersche Boddenlandschaft auch Waldflächen, in denen Wanderer und Spaziergänger von Zeit zu Zeit auf Rehe, Wildschweine oder Rothirsche treffen.

11. Nationalpark Hainich

In einem 44 Meter hohen Baumhaus im Ostteil des Nationalparks genießen Besucher einen weiten Blick über das Thüringer Becken und den Hainich - das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Etwa 75 Quadratkilometer davon wurden 1997 als Nationalpark ausgewiesen. In den Wipfeln der Bäume, umgeben von grünen Blättern und Ästen, kann man auf einem 530 Meter langen Baumkronenpfad Schmetterlinge, Käfer und Spinnen, aber auch Fledermäuse und Spechte beobachten.

Nationalpark Hainich
Nationalpark Hainich/Thomas Stephan
Ein "Urwald mitten in Deutschland" - der Hainich.
Für gehbehinderte Besucher gibt es einen Aufzug. Unter dem Pfad, direkt neben dem Besucherzentrum, laden die Reste der mittelalterlichen Burg Thiemsburg zu einer Besichtigung ein. Für Kinder gibt es spezielle Erlebniswanderungen, bei denen die Kreisläufe der Natur erklärt werden - der Hainich ist ein "Urwald mitten in Deutschland", in dem die dynamischen Prozesse eines Waldes sehr gut beobachtet werden können. Ohne das Eingreifen des Menschen würde heute eine große Fläche Mitteleuropas so wie das mit urwüchsigen Laubwäldern und Rotbuchen bestandene Schutzgebiet aussehen. Nicht zuletzt deshalb wurde der Hainich 2011 als Teil der "Alten Buchenwälder Deutschlands" von der Unesco zum Weltnaturerbe gekürt.

12. Nationalpark Eifel

Wenn im Frühjahr die Narzissen blühen, verwandeln sich die Talwiesen der Eifel in ein gelbes Blumenmeer. In dieser Zeit entstehen ganze Blütenteppiche in der 2004 gegründeten Schutzzone, denn hier im Südwesten Nordrhein-Westfalens hat die Wildnarzisse ihr größtes Vorkommen in ganz Deutschland. Doch es gibt noch mehr im Nationalpark Eifel zu entdecken: Auf einem 85 Kilometer langen Fernwanderweg - dem "Wildnis-Trail" - können Besucher in vier Tagesetappen das gesamte landschaftliche Spektrum des Parks erleben, das von blühenden Wiesen und Nadelwäldern im Süden über eine Seen- und Flusslandschaft bis zu naturnahen Laubwäldern im Norden reicht.

Nationalpark Eifel
NP Eifel/PR
In vier Tagesetappen den Nationalpark Eifel erkunden.
Das Nationalparkzentrum in Schleiden bietet mehrmals pro Woche geführte Touren mit ausgebildeten Rangern an. Neben rund 240 Kilometern ausgeschilderter Wanderwege gibt es auch Wege für Radfahrer und Reiter, im Winter sind fünf Kilometer Loipen für Langlaufskifahrer gespurt. Fünf "Nationalpark-Tore" markieren den Eintritt in das knapp 110 Quadratkilometer große Areal, mit speziellen Ausstellungen informieren sie über das Schutzgebiet, in dem über 1450 bedrohte Tier- und Pflanzenarten leben.

ACHTUNG: Einige Bereiche des Nationalparks sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort liegen noch immer gefährliche Glasminen aus dem Zweiten Weltkrieg, die nicht mit Geräten aufgespürt werden können. Mit Flatterbändern markierte Absperrungen sollten daher unbedingt beachtet werden!

13. Nationalpark Kellerwald-Edersee

Vor allem für Kinder ist ein Ausflug in den Nationalpark Kellerwald-Edersee ein tolles Erlebnis: In der "Wildnis-Schule" lernen sie viel über das waldbestandene Schutzgebiet, bei einer Führung mit einem fachkundigen Ranger wird das Wissen praktisch angewandt. Spannend ist auch ein Wildtier-Park, in dem heimische Wildtiere aus nächster Nähe beobachtet werden können. Die etwa 57 Quadratkilometer große Schutzzone Kellerwald-Edersee ist der größte zusammenhängende Buchenwald-Komplex Mitteleuropas. Es überrascht nicht, dass auch dieses Schutzgebiet 2011 als Teil der "Alten Buchenwälder Deutschlands" zum Unesco-Weltnaturerbe gekürt wurde. Die Rotbuchenwälder des 2004 gegründeten Nationalparks entdeckt man am besten auf einer Wanderung - der rund 68 Kilometer lange "Urwaldsteig" führt in drei bis sechs Tagesetappen um den Edersee. Der 156 Kilometer lange Rundwanderweg "Kellerwaldsteig" hingegen verbindet alle Berge und Orte der nordhessischen Schutzzone, die etwa 40 Kilometer südwestlich von Kassel liegt.

14. Nationalpark Harz

Vor Hexen, die sich in der Nacht des 30. Aprils auf dem Blocksberg zum Tanz versammeln, fürchtet sich heutzutage niemand mehr. Das "Brockengespenst" im Nationalpark Harz versetzt von Zeit zu Zeit aber doch noch dem ein oder anderen Besucher einen Schrecken - der optische Effekt lässt Schatten im Nebel überdimensional groß erscheinen. Auch Halos werden auf dem 1141 Meter hohen Brocken des Öfteren gesichtet; mit 300 Nebeltagen im Jahr stehen die Chancen gut für beide optische Phänomene. Schon Goethe sah das "Brockengespenst", als er den Berg 1777 zum ersten Mal bestieg. Diese und weitere Geschichten kann man im Brockenhaus auf dem Gipfel des Berges nachlesen, der heute bequem mit einem historischen Dampfzug erreicht werden kann.

Viele Besucher kommen jedoch zum Wandern in den länderübergreifenden Nationalpark, der 2006 durch eine Zusammenlegung des niedersächsischen Nationalparks Harz und des Nationalparks Hochharz in Sachsen-Anhalt entstand. Das Gebiet reicht von der Odertalsperre im Süden bis Bad Harzburg im Norden, etwa 95 Prozent der rund 247 Quadratkilometer sind von Fichten- und Buchenwäldern bedeckt. Bekannt ist die Schutzzone für ihre Luchse, die Anfang der 2000er-Jahre wieder angesiedelt wurden. In einem Schaugehege nahe Bad Harzburg können Besucher die scheuen Katzen auch aus der Nähe beobachten. Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt des Harzes bieten fünf Nationalparkhäuser und mehrere Info-Stellen.

15. Nationalpark Schwarzwald

Nationalpark Schwarzwald
Monika Erdenbrink/STG
Nationalpark Schwarzwald: Fahler Wasserfall zwischen Feldbergpass und Todtnau im südlichen Schwarzwald
2014 wurde der Nationalpark Schwarzwald gegründet. Aus geologischer Sicht zählt der Schwarzwald zu den ältesten Mittelgebirgsformationen Europas. Als Besonderheit des Nationalparks Schwarzwald zählen die Weideflächen in den Hochlagen, Grinden genannt. Insgesamt umfasst der Nationalpark rund 10 000 Hektar Fläche, die auf mehreren Erlebnispfaden erkundet werden können. Auf dem Luchspfad beispielsweise können Besucher den Wald aus den Augen eines Luchses erleben, weiterhin laden Wandewege und Fahrradstrecken zum Entdecken des Parks ein. Weitere Informationen: www.schwarzwald-nationalpark.de

16. Hunsrück-Hochwald

Der Neuzugang unter den deutschen Nationalparks wurde im Mai 2015 eröffnet: der Hunsrück-Hochwald. Ein gutes Wanderwegenetz lädt zum Erkunden der Buchenwälder ein, heimisch sind in dem rund 10 000 Hektar großen Wald unter anderem Wildkatzen, Fledermäuse und Schwarzstörche. Der größte Teil des neuen Nationalparks befindet sich in Rheinland-Pfalz, etwa ein Zehntel liegt im Saarländischen Hochwald. Mit der Ernennung zum Nationalpark sollen weitere touristische Modelle entwickelt werden. Einige Ranger bieten geführte Touren durch den Nationalpark an. Weitere Informationen: www.hunsruecktouristik.de

Autor

Melanie Meier und Bianca Schilling