Oberbayern Fünfseenland

Starnberger See

Kloster Andechs

Kloster Andechs
Anfangs waren es die heiligen Reliquien, die Gläubige in das Kloster Andechs zogen: ein Zweig aus der Dornenkrone Christi, ein Splitter von seinem Kreuz, Fetzen von seinem Schweißtuch, Teile der "Stola" des Evangelisten Johannes und des "Gürtels" Maria Magdalenas. Die Grafen von Andechs sollen die Reliquien in ihrer Burg verwahrt haben. Um 1420 wird auf ihren Grundfesten eine Kirche errichtet, seit 1455 betreut der Benediktinerorden den Ort. Zur 300-Jahrfeier 1755 werden Kirche und Teile des Klosters im Rokokostil umgestaltet; Fresken, Stuck und Hochaltar sind bis heute hier zu bewundern. Ein Großteil der Besucher kommt aber nicht nur deswegen auf den "Heiligen Berg" rund fünf Kilometer südöstlich von Herrsching am Ammersee. Mindestens so berühmt wie die Bauwerke sind die Andechser Biere sowie die deftigen Speisen im Bräustüberl oder im gehobeneren Klostergasthof. Auch wenn man im "Bräustüberl" seine eigene Brotzeit mitbringen darf: Kommen Sie nicht mit fertigen Stullen nach Andechs, sondern kaufen Sie die Zutaten lieber frisch im Stüberl an der Brotzeittheke. Ofenwarme Brezen gibt es dort, dazu passt Speck aus der Klostermetzgerei, der mit Doppelbock Dunkel verfeinert wurde oder eine der Andechser Käsespezialitäten–Obazda, Alprahmkäse oder Frischkäse mit Radieschen. Zum Abschluss schenkt die Brennerei eigenen Schnaps aus: aus Obst, Kräutern oder Enzian. 
Andechs, Bergstr.2, www.andechs.de

Wesslinger See

Wesslinger See
Der mit Abstand kleinste der offiziell fünf Seen im Fünfseenland – in Wahrheit gibt es noch einige weitere kleine Gewässer in der Region – wird leicht übersehen. Dabei macht ihn gerade seine bescheidene Größe von nur 18 Hektar zum charmanten Ausflugsziel: In knapp einer Stunde können Besucher einmal um den See spazieren. Im Winter friert das Wasser schnell zu; Eisstockschützen und Schlittschuhläufer tummeln sich dann auf seiner Oberfläche. Im Sommer wird es dagegen rasch angenehm warm. Zum Baden trifft man sich auf einer Wiese am Nordostufer, wo man bequem über einen Steg ins Wasser kommt. Eine schöne Einkehrmöglichkeit liegt gegenüber: Im Café am See gibt es köstlichen Kuchen, Eis und Pralinen. 
Café am See Weßling, Hauptstr. 59
www.cafe-wessling.de

Starnberger See: Badeparadies 

Ab ins Paradies, heißt es an Sommersonntagen bei vielen  Münchner Familien – so heißt das Badegelände im  ehemaligen Park des Sisi-Schlosses Possenhofen. Der Strand ist zwar kiesig, fällt aber so sanft ins Wasser ab, dass auch Kleinkinder plantschen können. Wenn der Weg ins Wasser zu sehr piekst, kann man auch über einen der Badestege in Oberbayerns zweitgrößten See springen; es gibt auch Grillplätze, Spielplatz und Beach Volleyball.

Oskar Maria Graf: "Verbrennt mich!"

Oskar Maria Graf
Als Sohn eines Bäckers wuchs Oskar Maria Graf, geboren 1894 als neuntes von elf Kindern, im beschaulichen Berg am Starnberger See auf. Seine Kindheit beschreibt er später in seinem autobiografischen Buch "Das Leben meiner Mutter", und ebenso den Aufschwung des Starnberger Sees zum Ausflugsziel der Münchner. Auch nach seinem Umzug in die Landeshauptstadt siedelte Graf viele seiner politisch eher links gerichteten Bücher auf dem Land an. Zunächst wurden viele seiner Bücher von den Verbrennungen durch die Nationalsozialisten verschont. "Verbrennt mich!", protestierte er, ging ins Exil und starb 1967 in New York. In seinem Geburtshaus ist heute mit dem Oskar-Maria-Graf-Stüberl ein besonders nettes Restaurant mit bayerischer Küche untergebracht: Zwischen den Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Leben des Schriftstellers werden hausgemachte Griesnockerln, Schweinsbraten oder Tafelspitz serviert. 
Berg, Grafstr. 9, Tel. 08151 51688

Zu Besuch in "Possi"

Als Kind verbrachte die spätere Kaiserin Elisabeth ihre Sommer in Schloss Possenhofen, das sie liebevoll "Possi« genannt haben soll. Auch wenn im Schloss heute teure Wohnungen sind, kann man durch den Park spazieren. Als Kaiserin urlaubte sie mehrfach in Feldafing. Wer mehr über "Sisi" erfahren möchte: Im historischen Bahnhof in Pöcking zeichnet das Kaiserin Elisabeth Museum ihren Lebensweg nach. 
Pöcking, Schlossberg 2
www.kaiserin-elisabeth-museum-ev.de

Hoteltipps für Fünfseenland:

Starnberger See: Nur ein schmaler Holzstieg am Ufer liegt zwischen der Liegewiese des modernen Seehotel Leonie und dem Wasser. Wer sein Zimmer zur Seeseite bucht, hat also von den großen Balkonen freie Sicht bis nach Possenhofen am anderen Ufer. 
Berg, Assenbucher Str.44; Tel.08151 5060
www.seehotel-leoni.com
DZ mit Seeblick und Frühstück ab 150 €

Am Wörthsee

Die gemütliche Pension am See hat einen eigenen Badestrand, einen Bootsverleih sowie eine Segelschule. Alle Zimmer haben Balkon oder Terrasse, die meisten mit Seeblick. Schöne Alternative für Familien: die Ferienwohnung im Dachgeschoss.
Wörthsee, Seestr. 61-63; Tel. 08153 7650, www.sspw.de
DZ mit Frühstück ab 80€

Am Pilsensee: Dank der etwas erhöhten Lage schauen die Gäste vom familiären Pilsenhof aus nicht nur auf den See unweit von Herrsching, sondern auch auf das gegenüberliegende Schloss Seefeld. Weiteres Plus: die köstlichen Entengerichte im Restaurant.
Hechendorf, Neuhoffweg 1-3, Tel. 08152 79653; www.pilsenhof.de
DZ mit Frühstück ab 85€

STECKBRIEF Fünfseenland

Größe: ca. 490 Quadratkilometer Stadt: Starnberg (22900 Einwohner)
Seen: Starnberger See (nördl. Ufer), Ammersee (Ostufer), Wörthsee, Pilsensee, Weßlinger See Highlights: Kloster Andechs, Roseninsel, Gedenkstätte am Todesort Ludwigs II. bei Berg
Informationen: www.sta5.de 

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