Deutschland Die schönsten Radwege

1. Elberadweg

Der Elberadweg ist der Spitzenreiter unter den Radfernwegen Deutschlands. Er landete zum neunten Mal in Folge auf Platz eins. Eigentlich beginnt er bereits in Tschechien: Von Spindlermühle im Riesengebirge in Nordtschechien vorbei an den beeindruckenden Felsen des Elbsandsteingebirges, über Dresden, Wittenberg, Magdeburg und Hamburg vorbei an Geest- und Marschlandschaften, führt die Route nach insgesamt 1220 Kilometern bis nach Cuxhaven, wo die Elbe schließlich in die Nordsee mündet. Je nach Lust und Fitness lassen sich kurze und lange Streckenabschnitte wählen. Generell gibt es kaum Höhenunterschiede zu bewältigen, so dass entspanntes Radeln möglich ist. Die Strecke ist meist asphaltiert und mit einheitlichen Zeichen markiert. Sie verläuft häufig auf und neben dem Elbdamm. Weitere Infos: www.elberadweg.de

2. Main-Radweg

Etwa 60 Kilometer lang ist der Radfernweg am Mainufer. Da der Fluss zwei Quellen hat, ist der Ausgangspunkt der Tour wählbar: Entweder man startet an der Quelle des Roten Mains bei Creußen in der Fränkischen Schweiz oder begleitet den Weißen Main durch das Fichtelgebirge und über Kulmbach in den Frankenwald. Zwischen Kulmbach und Mainleus fließen Roter und Weißer Main dann zusammen. Von hier aus führt die Route durch das Coburger Land nach Bamberg, weiter nach Schweinfurt, in das Fränkische Weinland, nach Würzburg und schließlich nach Frankfurt - vorbei an Wäldern, Wiesen und Weinbergen. In der Nähe von Mainz mündet der Main dann in den Rhein. Die Strecke ist sehr fahrradfreundlich: Das Gelände ist meist ebenerdig und der Wegzustand und die Beschilderung sind vorbildlich gut. Weitere Infos: www.mainradweg.com

3. Weser-Radweg

Vom Weserbergland bis zur Nordsee verläuft der Weser-Radweg, der dieses Jahr den dritten Platz der ADFC-Umfrage belegt. Auf etwa 500 Kilometern werden sechs verschiedene Regionen durchquert: das Weserbergland, die Mittelweser, Bremen, die Wesermarsch, Bremerhaven und das Cuxland. Außerdem werden waldreiche Mittelgebirgslandschaften und weitläufige norddeutsche Tiefebenen passiert. Im Schutz der Deiche führt die Route entlang der Unterweser. Die meist asphaltierte Strecke mit nur wenigen Steigungen ist für Familien und Einsteiger geeignet. Weitere Infos: www.weserradweg-info.de

4. Donauradweg

Vorbei an Burgen und Klöstern, kunstvollen Bauwerken und geologischen Besonderheiten: Der Donauradweg hat seinen besonderen Reiz. An der Donauquelle in Donaueschingen - eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs - beginnt die Route. Etwa 560 Kilometer der Strecke führen durch Deutschland, vorbei an Städten wie Ulm, Regensburg und Passau. Zahlreiche Landschaften wie der Schwarzwald, die Schwäbische und Fränkische Alb oder der Bayerische Wald werden durchquert oder zumindest gestreift. Wer Zeit hat, kann dem Donauradweg noch weit über die deutsch-österreichische Grenze hinaus bis zum Schwarzen Meer folgen. Auf den nächsten 326 Kilometern geht es zunächst nach Wien. Kurz bevor die March in die Donau mündet, wird die Grenze zur Slowakei überquert. Hier hat man die Wahl, auf slowakischer oder ungarischer Seite zu radeln. Schließlich erreicht man Budapest. Von hier aus geht es auf Hochwasserdämmen und teils unbefestigten Wegen weiter nach Kroatien und Serbien bis schließlich Rumänien erreicht wird - der längste und letzte Abschnitt des Donauradweges: Etwa 1000 der 2800 Kilometer langen Gesamtstrecke können hier zurückgelegt werden, bis der zweitlängste Fluss Europas schließlich im Schwarzen Meer mündet. Obwohl der Donauradweg nur teilweise asphaltiert ist, ist er gut befahrbar. In Deutschland gibt es nur wenige Steigungen. Teilweise sind kombinierte Touren aus Bahn und Fahrrad möglich. Weitere Infos: www.deutsche-donau.de

Ostseeküsten-Radweg
www.ostsee-schleswig-holstein.de
Der Ostseeküsten-Radweg: Deich, Meer, Strand.
5. Ostseeküsten-Radweg

Auf dem Ostseeküsten-Radweg ist das Meer ein ständiger Begleiter. Imposante Steilküsten, weiße Strände, niedliche Küstenorte, Deiche und Wälder - im Norden Deutschlands gibt es viel zu entdecken. Die insgesamt 1095 Kilometer lange Strecke beginnt in Flensburg und endet in Ahlbeck auf Usedom. Enlang der Kieler Förde geht es zunächst in Richtung Fehmarn. Von hier aus folgen Badeorte an der Lübecker Bucht. Auch die von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichneten Altstädte Wismar und Stralsund liegen am Rande des Ostseeküsten-Radweges. Nach der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst führt der Weg auf die Insel Rügen. Nach einer Rundtour gelangt man über das Festland auf die Insel Usedom, wo die Reise endet. Der Ostseeküsten-Radweg ist überwiegend asphaltiert und größtenteils eben. Nur gelegentlich gibt es kurze stärkere Steigungen. Weitere Infos: www.adfc.de

6. Rheinradweg

Von der Quelle des Rheins in den Alpen bis zu Mündung in die Nordee: Auf dem Rheinradweg werden vom Gebirge bis ins Flachland verschiedenste Landschaftsformen durchquert. Die ersten 380 Kilometer der Strecke verlaufen in der Schweiz, dann schlängelt sich einer der größten Flüsse Europas durch die Oberrheinische Tiefebene, das Mainzer Becken, das Mittelrheintal vorbei an Metropolen wie Köln und Düsseldorf bis nach Emmerich am Rhein, wo er schließlich die deutsch-niederländische Grenze übertritt, um bei Rotterdam in die Nordsee zu münden. Ein Abschnitt des Rheins fließt durch Frankreich, zum größten Teil liegt der Rhein aber in Deutschland. Hier ist der Radwanderweg 971 Kilometer lang und überwiegend asphaltiert. Die Strecke ist generell flach gelegen, im alpinen Raum kann es aber zu größeren Steigungen kommen, so dass sie nicht für Kinder oder Senioren geeignet ist. Weitere Infos: www.rheinradweg.net

Bodensee-Königssee Radweg
ARGE Bodensee-Königssee Radweg
Radelnd durch das Allgäu.
7. Bodensee-Königssee-Radweg

481 Kilometer radeln heißt es auf dem Bodensee-Königssee-Radweg in Bayern, der in der Umfrage des ADFCs den siebten Platz belegt. Von Lindau am Bodensee führt die Strecke durch das Allgäu, am Alpenrand entlang, vorbei an vielen Seen und erreicht hinter Berchtesgaden schließlich Schönau am Königssee - kurz vor der Grenze zu Österreich. Besonders schön ist, dass man während der ganzen Tour von einem herrlichen Alpenpanorama begleitet wird. St. Bartholomä am Königssee, Schloss Neuschwanstein und das Kloster Ettal sind nur einige der reizvollen Sehenswürdigkeiten, die einem auf der Reise begegnen. Die meisten Streckenabschnitte des Bodensee-Königssee-Radweges sind befestigt, einge verlaufen direkt neben Bundesstraßen. Die Route ist sehr hügelig, doch jeder Anstieg wird mit einem Ausblick wie  aus dem Bilderbuch belohnt. Weitere Infos: www.bodensee-koenigssee-radweg.de

8. Mosel-Radweg

Der Radfernweg entlang der Mosel ist Teil der internationalen Radwanderroute "Velo Tour Moselle". Die Mosel entspringt in den Vogesen, einem Mittelgebirge in Ostfrankreich, beschildert ist die Strecke ab Metz in der Region Lothringen. Der deutsche Abschnitt beginnt in der Gemeinde Perl im Saarland und misst bis zu seinem Ende, der Moselmündung in den Rhein in Koblenz, etwa 250 Kilometer. Die Route schlängelt sich zwischen Flussufer und Weinbergen, Abstecher nach Saarburg und Trier bieten sich an. Direkt vom Radweg aus sichtbar und in Seitentälern versteckt befinden sich diverse Moselburgen, die man besuchen kann: Marienburg, Burg Arras, Ehrenburg, Burg Thurant und viele mehr. Am berühmten Deutschen Eck - der Landzunge in Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet - ist die Reise zu Ende. Insgesamt gibt es keine nennenswerten Steigungen auf dem Mosel-Radweg. Da er meist asphaltiert und überwiegend eben ist, ist er für Familien geeignet. Weitere Infos: www.mosellandtouristik.de

9. Altmühltal-Radweg

Der Altmühltal-Radweg in Bayern ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Im oberen Teil, von Rothenburg ob der Tauber bis Gunzenhausen wird er als Altmühlweg bezeichnet. Von dort aus führt er weiter bis ins niederbayerische Kelheim, die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises zwischen Ingolstadt und Regensburg. Insgesamt werden rund 245 Kilometer zurückgelegt. Die Route beginnt mit einem hügeligen Abschnitt, denn zunächst muss die Frankenhöhe überwunden werden. Bei Colmberg erreicht man die noch recht kleine Altmühl. Von hier aus führt der Radwanderweg durch eine weite grüne Landschaft bis zum Altmühlsee im Fränkischen Seenland. Vorbei an schroffen Kreidefelsen, Schlössern und Burgen sowie hübschen Städten und Dörfern, endet die Route schließlich in Kelheim, wo die Altmühl in die Donau mündet. Die Strecke ist gut ausgeschildert, die Wege sind befestigt. Weitere Infos: www.naturpark-altmuehltal.de

10. Oder-Neiße-Radweg

Der 628 Kilometer lange Oder-Neiße-Radweg belegt Platz zehn der aktuellen ADFC-Umfrage. Er beginnt eigentlich in Tschechien und führt Richtung Norden fast vollständig entlang der deutsch-polnischen Grenze. Von der Quelle der Lausitzer Neiße in der Gemeinde Nová Ves nad Nisou im Isergebirge ausgehend verläuft die Route zunächst 55 Kilometer durch Tschechien. Über Zittau und Görlitz, durch den Fürst-Pückler-Landschaftspark Bad Muskau und den Rosengarten in Forst in der Lausitz geht es über weite Flussauen bis nach Ratzdorf, wo die Neiße in die Oder fließt. Anschließend passiert man Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder). Das Binnendelta Oderbruch und der Nationalpark Unteres Odertal im Nordosten Brandenburgs zählen zu den weiteren Highlights der Strecke. Über Uckermünde und das Stettiner Haff an der Ostsee, wo die Oder mündet, gelangt man schließlich nach Ahlbeck auf der Insel Usedom - das Ende der Reise. Der Oder-Neiße-Radweg ist insgesamt für Familienausflüge geeignet. Er ist meist asphaltiert und fast durchgehend sehr gut beschildert. Weitere Infos: www.oderneisse-radweg.de

Autor

Anika Haberecht