Weihnachten Bräuche gibt es immer mehr

Weihnachtsbaden auf Sylt, Glücksmandeln im Reispudding und Holz-Männchen, die mit Stöcken verdroschen werden. MERIAN.de stellt die fünf schönsten und skurrilsten Weihnachtsbräuche.

1. Harz: Weihnachtsmann-Horde

Da reibt sich so manches Kind die Augen: Am Weihnachtsmorgen läuft zu früher Stunde gegen sechs Uhr eine Horde von Weihnachtsmännern grölend durch das Dorf Altenbrak im Harz. Begleitet von Schellenklang und Peitschenknall verjagen sie auf diese Weise böse Geister. Die Tradition beruht vermutlich auf heidnischen Bräuchen und wird von der Brauchtumsgruppe Weihnachtsmänner Altenbrak e.V. alljährlich mit großem Vergnügen gehegt und gepflegt.  

2. Sylt: Weihnachtsbaden

Eine Tradition, die so manchen schon beim Lesen Frösteln lässt: Am Weihnachtsmorgen genießt der  Sylter in Westerland erstmal ein erfrischendes Bad am Brandenburger Strand im Meer. Allein ist man mit der Idee des weihnachtlichen Tauchgangs am zweiten Weihnachtstags ganz sicher nicht. In den letzten Jahren stürzten sich bis zu 300 Unerschrokene in die rund drei Grad kalte Nordsee- bejubelt von zahlreichen Zuschauern, eingemummelt in dicke Jacken.

3. Schweden: Glücksmandel

Für viele Schweden ist die gesamte Vorweihnachtszeit eine ganz besonders intensive Zeit. Bereits am 13. Dezember feiert man das Luciafest, ein vorweihnachtlicher Feiertag zu Ehren der Heiligen Lucia. An Heiligabend kommt bei vielen Familien ein Reispudding auf den Tisch. In einem wird eine Mandel versteckt. Wer diese Mandel findet - so sagt man - heiratet im nächsten Jahr. Kinder bekommen ein kleines Spielzeug.

4. Italien

In der Adventszeit besinnt man sich in den mittel- oder süditalienischen Apen­ninen auf eine uralte Tradition. Die Zampognari, die Schäfer, kommen ins Tal und spielen auf einer Sackpfeife und einer Ciaramella (einem Holzblasinstrument) stimmungsvolle Melodien. Sie ziehen von Haus zu Haus und kündigen somit die Weihnachtszeit an. Bis heute kann man in vielen Städten Italiens den folkloristischen Liedern der Zampognari lauschen.

5. Spanien: Tió de Nadal

Corbis/Jordi Boixareu
"Tió de Nadal" auf einem katalonischen Markt suchen ein Zuhause
Da sage mal einer, dass es an Weihnachten immer nur besinnlich zuginge... In Katalonien erfreut sich eine Tradition heidnischen Ursprungs großer Beliebtheit - besonders bei Kindern. Cagatió ist ein Baumstamm mit roter Mütze, freundlichem Gesicht und immer in eine Decke eingewickelt, damit ihm nicht kalt wird. Über die Adventszeit hinweg wird der kleine Hausbewohner von Kindern mit Essen versorgt. An Heiligabend bricht die große Stunde des Cagatiós an. Er wird besungen und mit Liedern aufgefordert Süßigkeiten - wortwörlich übersetzt - zu "scheißen" ("Caga tió" heißt es in einem bekannten Lied, übersetzt "Kumpel scheiß'"). Dabei wird mit Stöcken auf den Holzstamm geschlagen.

Autor

Bianca Schilling