Wellness-Knigge Das ABC des richtigen Entspannens

Der Stress der Woche liegt hinter einem, jetzt möchte man ein Wochenende lang richtig entspannen – dem Alltag entkommen. Und wo geht das besser als in einem traumhaften Wellnesshotel? Egal ob an der Ostsee oder im Bayerischen Wald: Die Vorfreude auf einen Urlaub inklusive Sauna, Swimming-Pool und Massage ist immens groß. Doch es gibt tatsächlich einige Regeln, die der Gast in dem Spa-Bereich eines Hotels beachten sollte, um dort ein angenehmes Wellnesswochenende zu  verbringen.

Checkliste für den Wellnessurlaub

Eine Auszeit vom Alltag bzw. ein Wellnessurlaub bedeutet natürlich in erster Linie Entspannung und Genuss! In diesem Kurzurlaub sollten Sie alles Sorgen hinter sich lassen, die Seele baumeln lassen, genießen und sich mal so richtig verwöhnen lassen – vom Frühstück bis hin zur abendlichen Massage. Diese Tipps können Ihnen jedoch zur vollkommenden Erholung verhelfen: 

1. Über Schlappen und Bademantel im Hotel oder Resort

Das Wellness-Wochenende kann kommen: Der Koffer ist ausgepackt, die Hot-Stone-Massage beginnt in einer halben Stunde. Doch darf man bereits im Bademantel und mit Schlappen durchs Hotel gehen? Das ist vollkommen in Ordnung, solange sich der Gast auf direktem Weg zum Spa-Bereich befindet. Zwischenstopps im Speisesaal, an der Rezeption oder bei schönem Wetter auf der Gartenterrasse des Hotels sollten deshalb unterlassen werden. „In Wellnesshotels der Kategorie 'Drei- bis Fünf-Sterne' liegen Bademäntel, Einwegschuhe und Saunahandtücher normalerweise im Zimmer bereit und müssen nicht von zu Hause mitgebracht werden. Das macht vieles einfacher für den Gast“, sagt Sylvia Glückert, Fachgruppenleiterin Bereich Spa vom Deutschen Wellness Verband. „Natürlich kann man auch alles Nötige ins Hotel mitnehmen, und sich erst im Spa-Bereich umziehen.“

2. Immer genug Zeit einplanen

Es sind nur noch wenige Minuten bis zur gebuchten Massage. Die Auszeit ist nah. Jetzt aber schnell. In der Regel sollte sich der Gast etwa zehn Minuten vor dem Termin bereit halten. Beim ersten Besuch im Wellnessbereich ist deshalb zu empfehlen, den Spa-Bereich etwas früher aufzusuchen, um sich mit den Einrichtungen vertraut zu machen. „Abgehetzt zur Massage zu kommen, wirkt sich negativ auf den Effekt der Erholung aus. Schließlich ist man ja hier, um zu entspannen. Deshalb: Immer genug Zeit einplanen“, rät Sylvia Glückert. Wer möchte, kann vor der Massage noch den Whirlpool oder das Schwimmbecken ausprobieren. Hierbei sollte natürlich Schwimmkleidung getragen werden.

Bei Verspätungen wird die Zeit der Behandlung normalerweise entsprechend kürzer. Die Anwendung endet pünktlich, damit der nächste Gast nicht auf seine Runde Erholung warten muss. „Ob ein Gast von einem männlichen oder weiblichen Mitarbeiter behandelt wird, kann er in der Regel selbst wählen. Um die Intimsphäre zu schützen, werden Teile des Körpers, die nicht behandelt werden, in jedem Fall mit Handtüchern abgedeckt,“ erklärt Glückert. Wie in jedem anderen Servicebereich auch, freut sich der Therapeut bei Zufriedenheit über ein kleines Trinkgeld.

Und noch ein Tipp: Wer mehrere Behandlungen während seines Aufenthalts möchte, sollte seine Wünsche am besten gleich nach der Ankunft an der Rezeption des Wellnesshotels anmelden oder am besten schon vorab von zu Hause aus buchen.

3. Sauna-Bereich im Spa ist textilfreie Zone

Auch beim Saunieren ist auf Etikette zu achten. In jeder Sauna gilt aus Hygienegründen die Grundregel: kein Schweiß auf Holz. Es muss immer ein Handtuch zwischen Körper und Sitzbank sein – das gilt auch für die Füße. In Deutschland und Österreich ist der Sauna-Bereich eine textilfreie Zone. Es ist üblich, nackt zu schwitzen – das soll natürlich keine Anregung zum Voyeurismus sein. Doch Vorsicht: Nicht alle Nationen sind es gewohnt, die Sauna ohne Bekleidung zu betreten. In Italien und Frankreich zum Beispiel oder in den USA und Kanada betritt man den „Schwitzraum“ normalerweise nur im Badeanzug.

Vor dem ersten Saunagang wird geduscht – das gilt auch vor der Benutzung des Tauchbeckens. Die Saunakabine wird anschließend trocken betreten. Damit keine Wärme verloren geht, muss die Tür zur Sauna nach jedem Öffnen schnell wieder geschlossen werden. Wer an einem Aufguss teilnehmen möchte, sollte einige Minuten vorher in die Kabine gehen. Die Aufgusszeiten und die verwendeten Duftessenzen hängen meist an einer Tafel aus. Damit die anderen nicht gestört werden, sollte man während des Aufgusses sitzen bleiben, und die Sauna nur verlassen, wenn man sich unwohl fühlt oder sich ein Schwindelgefühl einstellt. Aufgüsse in Eigeninitiative sind in Wellnesshotels nicht die Regel.

4. Handys, Hunde, Zigaretten: Gegenseitige Rücksichtnahme

Damit für alle Gäste der Aufenthalt im Spa-Bereich erholsam wird, muss aufeinander Rücksicht genommen werden. Liegestühle mit Handtüchern über Stunden zu „reservieren“, wird in keinem Hotel gerne gesehen. Und in den Ruheräumen herrscht Ruhe. Das heißt: keine lauten Gespräche und kein lautes Gelächter. Dasselbe gilt für Mobiltelefone: Handys somit von Anfang an auf lautlos stellen – oder sie erst gar nicht mitbringen. Geselligkeit kann im Spa-Bereich aber dennoch gepflegt werden: Viele Wellness-Hotels haben mittlerweile Spa-Bistros, wo kleine Snacks eingenommen werden.

Ein Tabu ist ebenfalls das Rauchen. In den Spa-Bereichen herrscht ein striktes Verbot. Zum Teil gibt es auf dem Außengelände die Möglichkeit, sich eine Zigarette anzuzünden – gerne gesehen wird es aber dennoch nicht. Persönliche Wertgegenstände können im Safe auf dem Hotelzimmer deponiert werden. Tiere haben im Spa-Bereich nichts zu suchen.