Lübecker Bucht Brodtener Steilufer, von Natur aus schön

Brodtener Steilufer in der Lübecker Bucht.

Scharfe Abbruchkanten markieren die steilen Klippen, der Wind fegt am Hang über freiliegende Baumwurzeln hinweg, und unten am geröllübersäten Strand schäumt die See. Wer die Lübecker Bucht von ihrer wilden Seite kennenlernen möchte, macht am besten einen Spaziergang am Brodtener Ufer. Die bis zu 20 Meter hohen, zerklüfteten Klippen ziehen sich zwischen Travemünde und Niendorf am Meer entlang. Von dort oben offenbart sich ein grandioser Panoramablick über die Küste, und die Landschaft zeigt sich so dramatisch-romantisch wie auf einem Gemälde von Caspar David Friedrich.

Den vier Kilometer langen Weg teilen sich Fahrradfahrer und Spaziergänger - besonders schön ist ein Ausflug unter der Woche, dann ist es nicht so voll. Die Wanderung führt vorbei an grünen Wiesen, über kleine Hügel und durch lichte Wäldchen und bietet atemberaubende Aussicht auf kleine Segelboote und weiße Ausflugsdampfer, auf die in den Steilhängen nistenden Uferschwalben und auf die faszinierenden Blautöne der Ostsee. Dabei darf man den Abbruchkanten der Klippen nicht zu nahe kommen: Jährlich verliert das Brodtener Ufer bis zu einen Meter Boden.

Regen, Sickerwasser, Frost, Wind und Wellen nagen unerbittlich an dem Kliff, immer wieder rutscht das Gestein den Hang hinab. Wegen der Erosion stehen einige Häuschen gefährlich nah am Abgrund, auch der Wanderpfad muss immer weiter ins Landesinnere versetzt werden. Zwischen Kliffkante und dem Café "Hermannshöhe", das auf halber Wegstrecke zu Kaffee, Kuchen und Herzhaftem lädt, liegen aber noch 60 Meter - für die nächsten Jahrzehnte ist hier die Verschnaufpause sicher.