Berlin Ab aufs Floß und Leinen los

Wannsee bei Berlin

Floßtour zum Seddinsee

Vom Bahnhof Ostkreuz mit der S-Bahn bis Friedrichshagen, dann ein kurzer Fußmarsch zum Müggelsee - schon ist der Hauptstadtlärm ganz weit weg. Das lokale Seebad bietet nicht nur schöne Badeplätze, hier werden auch Holzflöße für fünf bis 15 Personen vermietet. Die rustikalen Gefährte sind motorisiert, ein Führerschein ist nicht notwendig, zumindest bei den Flößen für bis zu acht Personen. Für eine ausgedehnte Tagestour bis nach Brandenburg bietet sich eine Runde um die Müggelberge an.

Eine kurze Einweisung und schon startet man mit gemütlichen 5 km/h Höchstgeschwindigkeit vom Müggelsee auf die Spree in Richtung Köpenicker Altstadt. Nach wenigen Kilometern heißt es abbiegen auf die Dahme, wo ein Zwischenstopp empfohlen wird: Das Schloss Köpenick auf einer kleinen Insel lohnt eine Besichtigung. Weiter geht's vorbei am historischen Fährhaus und dem Seebad Wendenschloss bis zum Langen See.

Wer die Landschaft genießen möchte, sollte den Motor hier drosseln und sich ein wenig treiben lassen. Der Wasserweg führt im Bogen auf den Seddinsee, es folgt ein langer, schmaler Flussabschnitt durch herrlich unverbaute Natur. Vom Dämeritzsee schippert man das Floß über die Spree zurück zum Müggelsee. Die Tour ist in fünf Stunden zu schaffen. Wer ausgiebige Pausen einlegen möchte, sollte etwa acht Stunden einplanen. Es kann auch eine Übernachtung eingeschoben werden. Dafür fährt man einen Schlenker über den Krossinsee, an dessen Ufer ein Zeltplatz mit Anleger liegt. Übrigens: An Bord darf sogar gegrillt werden. Um das Zubehör kümmert sich der Anbieter.

66-Seen-Wanderweg

Keine Sorge: Die 66 Seen in Brandenburg müssen Sie nicht in einem Rutsch abklappern. Die Route rund um Berlin ist insgesamt zwar 400 Kilometer lang, lässt sich aber gut in Etappen unterteilen. Wer kein Extrem-Wanderer ist, kann also jedes einzelne der 17 Teilstücke jeweils als eher gemütliche und genussvolle Tagestour planen. Unsere besondere Empfehlung: die rund 20 Kilometer lange Etappe "Potsdam - Marquardt" - sie verbindet Sehenswürdigkeiten und Natur gleichermaßen.

Schloss Sanssouci in Potsdam
Berlin Partner/FTB-Werbefotografie
Die Parkanlagen von Schloss Sanssouci.
Vom Hauptbahnhof Berlin fährt die S-Bahn direkt in 40 Minuten zum Hauptbahnhof Potsdam. Durch die Altstadt läuft man zum Potsdamer Brandenburger Tor am Luisenplatz, dem eigentlichen Startpunkt. Die erste Hälfte der Etappe führt durch eine äußerst attraktive Park- und Schlösserlandschaft, angefangen bei den Parkanlagen von Sanssouci. Für einen ausgedehnten Schlossbesuch sollte man allerdings einen separaten Tag einplanen, sonst wird die Zeit knapp. Weiter geht es über zwei weitere Parkanlagen raus aus der Stadt, vorbei am Marmorpalais, dem Schloss Cecilienhof und einer alten, russischen Holzsiedlung. Durch die anschließenden Feld- und Seenlandschaften führen teilweise recht holprige Sandwege.

Am Ende der Tour erwartet den Wanderer schließlich das sagenumwobene Schloss Marquardt. Schon der Dichter Theodor Fontane berichtete, dass es hier spuken solle. Der Bau aus dem 14. Jahrhundert war einst unter anderem ein Hotel, nach 1945 Flüchtlingsquartier und später Teil der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit der Regionalbahn geht es vom Bahnhof Marquardt zurück nach Potsdam und Berlin. Insgesamt ist diese Strecke in fünf Stunden entspannt zu schaffen; je nach Fitness, Erholungsbedürfnis und Anzahl der Pausen kann es auch mal ein bisschen länger dauern.