Alternativer Urlaub Spurenlesen, Surfen und das Lasso schwingen

Ideale Skier bauen in Bayern
Früher wurden in der Scheune auf dem kleinen Bauernhof im oberbayerischen Gschwend bei Oberammergau Kühe gemolken, heute werkeln hier Hobby- und Profibastler an ihren eigenen Skiern. Ob Racecarver, Powderlatte oder Tourenwaffe - in zweitägigen Seminaren im Winter können Teilnehmer auch ohne handwerkliche Erfahrung lernen, wie man Skier selbst baut, die beim Fahren so richtig Freude bereiten. Im Kurs inbegriffen ist nicht nur hochwertiges Material, sondern auch ein maßgeschneidertes Schnittmuster, das der Skibaumeister schon vor dem Kurs für jeden Teilnehmer nach Absprache entwirft, damit jeder gleich nach Ankunft loslegen kann. Die zur Verfügung stehenden Materialien sind natürlich vom Feinsten: Sinterbeläge aus dem Rennsport, gehärtete Kanten, spezielle Holzkerne mit ausgesuchten Hölzern und hochwertige Kunststoffe. Der Basis-Kurs kostet 690 Euro inklusive Material. Info: www.skibuilding.com.

Cowboy für eine Woche in Colorado
Mit gekünstelter Cowboy-Atmosphäre hat ein Urlaub auf der Farm der Colorado Cattle Company, die etwa zwei Fahrstunden von Denver entfernt liegt, nichts zu tun: Auf der 6000 Quadratmeter großen, nachhaltig betriebenen Ranch mitten in der Prärie der Pawnee National Grasslands kann man zwar lernen, wie man Lassos schwingt oder Pferde reitet, auf dem Unterrichtsplan stehen aber auch Tätigkeiten, die für das Farmerpaar Tom und Darcy Carr und ihre Mitarbeiter zum schnöden Alltag gehören: Kranke Rinder verarzten, Zäune reparieren, Brandzeichen setzen, Vieh treiben oder Wassertanks kontrollieren. Doch für Erholung bleibt genügend Zeit: Je nach Wetterlage kann man nach getaner Arbeit in der Sauna oder im Pool entspannen. Das Teilzeit-Cowboytum ist nicht billig, für eine Woche berappt man 1899 Dollar. Info: "Cowboy School" der Colorado Cattle Company, www.coloradocattlecompany.com

Waldschrat Adventure
Schlittenhundeführer-Diplom im Bayerischen Wald 
Schön mit einem Gespann von Alaska Huskies durch die verschneite Wildnis des Bayerischen Waldes gleiten und dabei auch noch das Fahren lernen: Das bietet ein knapp einwöchiger Winter-Workshop bei Waldschrat Adventure in Frauenau. Dort kann jeder sein eigenes sogenanntes Musher-Diplom erwerben, das Schlittenhundeführer-Diplom. Den richtigen Umgang mit den Hunden, Fahrtechnik, Trainingsmethoden und das Versorgen und Pflege der Huskies lehrt Thomas Gut, der die einzige vom bayerischen und deutschen Schlittensportverband anerkannte Ausbildungsstätte betreibt.
 Ein Wochenend-Schnupperkurs kostet 429 Euro, für den Musher-Kurs zahlt man 829 Euro inklusive Unterkunft. Info: Waldschrat-Adventure, www.waldschrat-adventure.de

Nikon-Fotoworkshop "Winter-Wunderland" im Tölzer Land
Bei Schneeschuhwanderungen und Hornschlittenfahren ein fotografisches Gespür für Schnee entwickeln: Beim Nikon Workshop vom 10. bis 13. Januar 2013 lernen bis zu 14 Teilnehmer für 679 Euro pro Person (inklusive Übernachtung und Kamera-Verleih), wie man den oft schwer zu fotografierenden Schnee am besten in Szene setzt. Bei leichten sportlichen Aktivitäten in der Natur vermittelt der renommierte Landschaftsfotograf Roland Richter vor der prächtigen Winterkulisse des Tölzer Landes das notwendige fotografische Hintergrundwissen. Die Nikon-School bietet auch andere Fotoreisen an, wie zum Beispiel einen Rockabilly-Shooting-Workshop in Las Vegas, Landschaftsfotografie auf Sylt oder eine Fotoexkursion auf Mallorca. Info: www.bayern.by

Wildnisschule Wildniswissen
Spurenlesen in der karpatischen Wildnis

Das "Klong" des Kolkraben und das Gezwitscher von Wacholderdrosseln machen klar, warum das Gebirge "Vogelgebirge" heißt oder Vta'chnik auf Slowakisch. Wenn man Glück hat, begegnet man auf dieser Wanderung, im Herzen der Wälder, 200 Kilometer von Bratislava entfernt, aber auch dem zwiebeltragenden Zahnwurz oder dem bleichen Waldvöglein. Nein, keine Vögel, sondern Gewächse und Orchideen. Entdecken kann man hier auch Spuren von Bären, Hirschen, Luchsen und Wildkatzen. Jörn Kaufhold bringt den Teilnehmern die Sprache der Vögel und die Kunst Spuren zu lesen bei, genauso wie die des Feuermachens. Der Wildnisexperte lebt nach Aufenthalten in der Mongolei und Russland mit seiner Frau und seinem Hund in einer Hütte im slowakischen Vogelgebirge. Wildniswissen bietet eine Vielzahl von interessanten Natur-Touren an, wie zum Beispiel eine Woche in einem Bärencamp in der Taiga oder eine Kanutour mit Expeditionscharakter in unberührten Schwedischen Seenlandschaften. Kosten ohne Anreise: 375 Euro zuzüglich einer Übernachtungspauschale von 125 Euro. Termine für die Karpaten: 14. bis 20. Juli 2013, 21. bis 27. Julli 2013, 28. Juli bis 03. August 2013. Info: Wildnisschule Wildniswissen, www.wildniswissen.de

Design-Workshops in Frankreich
Selbst mal Möbel schreinern oder Kunst aus Glas herstellen? Auf der Domaine de Boisbuchet, einem idyllischen Landgut im Südwesten Frankreichs, veranstaltet das Vitra-Design-Museum in Kooperation mit dem Pariser Centre Pompidou seit 1996 kreative Sommerkurse. Die Seminare finden auch im Freien statt - auf dem weitläufigen Landschaftspark mit vielen kleinen Pavillons oder Ateliers. Zu den insgesamt 26 Disziplinen gehören Grafikdesign, Architektur, Licht- oder Möbeldesign. Geleitet werden die Workshops von international renommierten Designern, Architekten und Künstlern, wie etwa Dozenten des amerikanischen Corning Museum of Glass. Kosten: ab 885 Euro für sechs Tage, ab 1350 Euro für zehn Tage, Ermäßigung für Studenten. Unterbringung in geräumigen Mehrbettzimmern - gegen Aufpreis auch Einzel- oder Doppelzimmer. Info: Domaine de Boisbuchet, www.boisbuchet.org

www.yogaraum-hamburg.de
Yoga- und Wellenreiten in Indien
Was für ein Leben: Bei Sonnenaufgang den Tag mit ein paar kraftvollen Yoga-Übungen beginnen, in der Mittagshitze in der Hängematte ein Schläferstündchen halten und nachmittags die Wellen abreiten. Yogaraum Hamburg bietet eine zehntägige Yoga- und Surfreise direkt am wunderschönen Asvem Beach im indischen Nordgoa an. Yogalehrerin Suse Hübner, die die Reise betreut, hat die Hälfte ihres Lebens im asiatischen Raum verbracht und ihre Praxis bei bekannten Yoga- und Pranayama-Lehrern vertieft. Wer möchte, kann sich natürlich auch bei einer Massage entspannen, indische Märkte besuchen oder Goa erkunden. Gewohnt wird in 2er Cottages, Hütten oder Tipis. Kosten: ab 770 Euro inklusive Surf- und Yogakurs, ohne Flug, Termin: 3 bis 12. März 2013. Info: Yogaraum Hamburg, www.yogaraum-hamburg.de

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Cup-Cake-Kurse in Manchester
Ob mit Schokolade, feiner Himbeernote oder ein Geschmack von Vanille: Sie sehen verführerisch aus und schmecken himmlisch - Cup-Cakes. Wer seinen Urlaub in England verbringt und einen Abstecher nach Manchester macht, kann dort seine Backtalente in einem Cup-Cake-Kurs testen. Mit etwas Geschick entstehen im Handumdrehen die verlockenden Kreationen, die natürlich auch gleich vor Ort probiert werden können. Kurstermine und Preise unter www.heylittlecupcake.co.uk

The Healthy Holiday Company Ltd
Fitness-Urlaub in Marokko mit Personal-Trainer
Erst die gute Nachricht: Die Urlaube des Londoner Reiseanbieters "fitscape" haben absolut nichts mit einem militärischen Bootscamp zu tun. Niemand wird mit anspornenden Zurufen zum Sport überredet. Wer einen Tag mal keine Lust auf Bewegung hat, kann genauso gut am schönen Hotelpool mit Blick auf das Atlasgebirge faulenzen, sich massieren lassen oder die hausgemachten Falafel testen. Dabei verpasst man allerdings ein abwechslungsreiches Fitnessprogramm vor schönster, marokkanischer Bergkulisse. Ob Jogging-Kurse, Cardio-Übungen, Aqua-Aerobic, "Boxercise", sportliche Wandertouren oder Ausflüge mit Mountainbikes - die geschulten Trainer bieten ein Aufbau-Training in den unterschiedlichsten Disziplinen. Nach dem siebentägigen Urlaub fühlt man sich so fit und gesund, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit die nächste große Party einfach sausen lässt. Termine für einen Fitness-Urlaub im Atlas-Gebirge: 9.-17. März 2013, 1.-8. Mai 2013, ab 1734 Euro ohne Flug. Info: www.fitscape.co.uk

Philosophie-Kurzurlaub in London
Vom Namen "School auf Life" sollte man sich nicht abschrecken lassen. Was auf den ersten Blick nach Sekte und Dogma klingt, entpuppt sich als kleine Querdenker-Schule im ehrwürdigen Stadtteil Bloomingdale, die der Populär-Philosoph und Bestellerautor Alain de Botton zusammen mit Sophie Howarth, einer Kuratorin der Tate Gallery of Modern Art, des weltweit größten Museums für moderne Kunst, gegründet hat. Genauso wie in Bottons Bestseller "Wie Proust Ihr Leben verändern kann", das Prousts bekanntesten 5000-Seiten-Roman provokant auf einen Lebensratgeber herunter bricht, vereinfacht auch die "School of Life" Philosophie unterhaltsam auf die wichtigen Fragen des Alltags. Neben den Tageskursen für alle Lebenslagen (Liebe, Arbeit, Alltag) gibt es auch wechselnde Wochenend-Angebote. Zum Beispiel kann man mit "The Guardian"-Kolumnist Oliver Burkeman auf einem Landgut in Devonshire über philosophische Lebensratgeber plaudern, mit Autor James Attlee in einem einsamen Landhaus in North Norfolk über Mondsehnsüchte in der Literatur oder in der Kunst philosophieren. Oder wie wäre es mit einem kreativen Wochenende in Amsterdam? Der englische Multimedia-Künstler und Sound-Designer Robin Rimbaud (aka Scanner) erkundet mit den Teilnehmern dort die städtische Geräuschkulisse und die experimentelle Musikszene und stellt einige seiner Lieblings-Künstler vor, inklusive Ausflüge in ihre Ateliers. Info: www.theschooloflife.com

Autor

Bettina Hensel