Winterfreuden Eisskulpturen, Iglubau & ein Fest auf Eis

Hunderttausende versammelten sich in diesen Tagen auf der zugefrorenen Außenalster und feierten ausgelassen mit Musik, Caipirinha und einer mobilen Sauna das seltene Ereignis. Nach 15 Jahren ist der Stadtsee in Hamburg das erste Mal wieder offiziell freigegeben worden. Zuletzt war das 1997 der Fall. Und so gab es für die Hamburger kein Halten mehr: Spaziergänger und Schlittschuhläufer teilten sich die über 20 Zentimeter dicke Eisfläche. Hunde kämpften mit einem festen Stand auf dem spiegelglatten Boden, Kleinkinder tobten sich auf den vielen Rutschbahnen aus. Die Uferbereiche säumten dutzende Buden. Glühwein, Tee und heißer Kakao wurden zum Aufwärmen ausgeschenkt. Es herrschte eine Volksfeststimmung, wie man sie eigentlich nur an warmen Sommertagen kennt.

Aber nicht nur die Hansestadt freut sich über die kalte Jahreszeit. Weltweit veranstalten viele Gemeinden Eisfestivals. Zunehmend beliebt: Eisskulpturenfestivals, bei denen Künstler in wochenlanger Kleinstarbeit fantasievolle Skulpturen aus Eisblöcken sägen, hämmern, feilen und mit dem Bunsenbrenner den letzten Schliff verleihen. In den USA werden größtenteils sogar hohe Preisgelder gezahlt.

Neben der Schweiz und Österreich werden auch in Deutschland große Eisfestivals veranstaltet. Ein Winter-Highlight in Norddeutschland ist zum Beispiel "Karls 9. Eiszeit". Unter dem Motto "Manege frei – Ein Zirkus aus Eis" sind in dem Erlebnisdorf in Rövershagen Deutschlands größte Eisskulpturen zu sehen. Elf Künstler kreierten hier eine Zirkuswelt mit Figuren, die in Licht getaucht sind: sechs Zirkusmanegen, ein Kinderkarussell, eine Eisrutsche, Artisten und Zirkustiere. 150 Tonnen Eis und Schnee sind für die Skulpturen verarbeitet worden. Nach der Besichtigung können sich die Besucher noch auf einer Eislaufbahn mit kostenlosem Schlittschuhverleih austoben. Die Ausstellung hat bis zum 26. Februar geöffnet.

Eines der größten Eis- und Schneeskulpturenfestival der Welt findet aber im chinesischen Harbin statt. Jedes Jahr sind hier von Anfang Jannuar bis Mitte Februar fantastische Gebilde aus Eis und Schnee zu bewundern. Teams aus der ganzen Welt zeigen hier ihr Können und schleifen nicht nur filigrane Skulpturen, sondern schaffen auch meterhohe Nachbauten berühmter Baudenkmale. Nachts ist die Stimmung besonders schön: Dann sind die Kunstwerke farbenfroh illuminiert.

Wer nach einer Skulpturen-Schau noch immer nicht genug hat von Eis und Schnee, kann auch selbst Hand anlegen. Bauen Sie sich doch einfach ein kleines Iglu. Allerdings brauchen Sie dafür jede Menge Schnee - und ein wenig Ausdauer. Bei den derzeitigen Temperaturen heißt es also: schnell sein und die letzten kalten Tage ausnutzen.  

TRANSA | Iglu Bauanleitung from Sooli Entertainment on Vimeo.