Andorra

Wissenswertes über Andorra

Natur und Klima:

Der von Frankreich und Spanien eingeschlossene Zwergstaat umfasst das von Hochgebirgsketten umgebene Talbecken des Valira mit einigen Seitentälern. Zwei Fünftel der Gebirgslandschaft liegen oberhalb der Baumgrenze. In den Lagen darunter wechseln meist Kiefernwälder mit Wiesen und Weiden einander ab.

Das Klima in den 900 bis 1800 Metern hochgelegenen Tälern weist relativ kühle Sommer und milde Winter auf. Die regelmäßigen Niederschläge führen in den kälteren Hochlagen im Winter zu einer lang anhaltenden Schneedecke.

Bevölkerung:

Durch Zuwanderung wächst die Einwohnerzahl des Landes seit den sechziger Jahren stetig. Der Anteil der Katalanisch sprechenden Andorraner in den sieben Gemeinden macht heute etwa nur noch ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Ein Großteil lebt in Andorra la Vella (22.700 Einwohner), mit 1079 Meter über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Hauptstadt Europas.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1993 ist Andorra ein parlamentarisches Coprinzipat. Staatsoberhäupter sind der spanische Bischof von Seo de Urgel und der französische Staatspräsident. Das Einkammerparlament (28 Sitze, Wahl alle vier Jahre) wählt den Regierungspräsidenten (Cap de Govern) als Chef der Exekutive. Wichtige Parteien sind die Sozialdemokratische Partei (PSD) und die Liberale Partei (PLA).

Wirtschaft:

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftzweig entwickelt. Als zollfreies Einkaufsparadies und größtes Skirefugium in den Pyrenäen lockt das Land jährlich fast zehn Millionen Touristen an. Weitere Einnahmequellen des Staates, der seinen Bürger weitgehend Steuerfreiheit gewährt, sind das Bankenwesen, der Export von Energie aus Wasserkraft und die Konzessionsgebühren der örtlichen Rundfunkanstalten. Die Landwirtschaft (Schafzucht) und das produzierende Gewerbe (Tabak- und Holzverarbeitung) spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Geschichte:

Nachdem das Gebiet des heutigen Fürstentums im 9. Jahrhundert von Karl dem Großen dem Frankenreich einverleibt wurde, stritten kirchliche und weltliche Feudalherren um seinen Besitz. 1278 wurde die gemeinsame Herrschaft zwischen Frankreich, vertreten durch den Grafen von Foix, und Spanien, vertreten durch den Bischof von Seo de Urgel, festgeschrieben. Die Rechte des Grafen gingen im 17. Jahrhundert an die französische Krone und später auf den französischen Staatspräsidenten über.

1993 erhielt Andorra mit einer demokratischen Verfassung die volle staatliche Souveränität. Es wurde Mitglied der Uno (1993) und des Europarates (2004). Regierungschef wurde 2009 J. Bartumeu Cassany (PSD).

 


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