Mittelgebirge Metzelsupp statt Tom Kha Gai

Experten schätzen, dass drei Viertel aller CO2-Emissionen im Tourismus-Bereich aus dem Verkehr kommen und 20 Prozent dem Beherbergungssektor zuzuschreiben sind. Daher kommt es besonders auf die Wahl des Verkehrsmittels an, wenn man vorhat, nachhaltig zu urlauben. Einige Fluggesellschaften bieten an, das schlechte Gewissen durch eine Ausgleichszahlung für die entstandenen Flugemissionen zu beruhigen. Mit diesem Geld können dann Klimaschutzprojekte finanziert werden.

Das Prinzip, an einer Stelle zu reparieren, was man an anderer zerstört, ist aber alles andere als nachhaltig. Der Bioethiker Konrad Ott erklärt Nachhaltigkeit so: "Regenerierbare, lebende Ressourcen dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie Bestände natürlich nachwachsen." Soll heißen: Unsere Kinder müssen die gleichen Chancen haben, ihr Leben zu gestalten wie wir.

Der Haupttrend im nachhaltigen Tourismus heißt deshalb, Fernreisen zu meiden und die nahen Ziele wiederzuentdecken. Allerdings ist es nicht damit getan, dass man sich statt für Mallorca für den Schwarzwald entscheidet: Für einen "sanften Tourismus" kommt es auch auf das Verhalten der Reisenden am Urlaubsort an, darauf, der Natur und den Menschen vor Ort Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen. Konkret bedeutet dies, dass man bei einem Urlaub im Schwarzwald auf die Pizza verzichten und stattdessen lieber "Metzelsupp" mit Sauerkraut bestellen sollte. Durch den Genuss regionaler Produkte wird die Landwirtschaft der Gegend gestärkt. Der Reisende wird um viele neue Erfahrungen und Eindrücke reicher und entdeckt Dinge, die er sonst nie wahrgenommen hätte. Nachhaltig urlauben bedeutet daher nicht Verzicht, sondern Zugewinn - für Gast wie Gastgeber.

Der Urlauber sollte also in seinem eigenen Interesse versuchen, sich an sein Reiseziel anzupassen, die fremde Kultur kennenzulernen - ja, die gibt es auch im eigenen Land - und an ihr teilzuhaben. Am besten wird man mit Land und Leuten vertraut, indem man öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn benutzt, daneben bieten sich Wander- und Radtouren für den sanften Tourismus an. Im Schwarzwald hat sich diese Form des Urlaubens bereits gut etabliert. Zum Beispiel fahren alle Schwarzwald-Touristen während ihres Aufenthalts mit der KONUS-Gästekarte im gesamten Schwarzwald gratis mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn. Dazu gibt es freien Eintritt in die Freibäder, die Freizeitanlage, den Schwarzwaldzoo und die Museen des Zweitälerlandes. Davon profitieren sowohl die Urlauber als auch die Umwelt.

Das Förderprogramm ECOfit hilft Betrieben, auch in der Reisebranche, sich auf die neuen Zeiten einzustellen, mit Aufklärung, genauer Betriebsanalyse und konkreten Vorschlägen, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Kosten senken. Wer die Kriterien erfüllt, bekommt eine Plakette. Wer sich für einen nachhaltigen Urlaub entscheidet, hat mit dem "CSR-Tourism-Certified"-Siegel eine verlässliche Orientierungshilfe. CSR bedeutet Corporate Social Responsibility und beschreibt den Beitrag von Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Im Tourismusbereich steht das Siegel weltweit für umweltfreundliches und sozialverträgliches Reisen.

Ausflugsziele

Feldberg
Der höchste Berg im Schwarzwald (1493 m) ist zwar stark besucht, aber noch immer ein Naturparadies mit Bergseen, Hochmooren und Kräuterwiesen. Seltene Pflanzen wie der gelbe Enzian wachsen hier, wilde Gemsen leben im Schutz der Wälder. Die Feldberg-Kabinenbahn bringt den Besucher auf den Gipfel, von wo aus man an klaren Tagen das komplette Alpenpanorama bis hin zum Mont Blanc bewundern kann. Im Winter wird das "Dach des Schwarzwalds" zur Skihochburg mit 50 km Alpinabfahrten, man kann auch rodeln, auf Schneeschuhen wandern oder langlaufen ( ). Besonders malerisch liegt die auf der Passhöhe. Geheimtipp: die kleinen Zimmer unterm Dach.

Wutachschlucht
1939 unter Naturschutz gestellt, bietet die Wutachschlucht auf 30 km ursprüngliche Natur und ein abenteuerliches Wandererlebnis, für das festes Schuhwerk absolute Pflicht ist. Wer sich daran hält, kann ungefährdet die Pflanzen- und Tierarten bestaunen, die in dem Naturschutzgebiet einen Lebensraum gefunden haben: Allein 500 Schmetterlingsarten, darunter der sehr seltene Apollofalter, flattern hier durch die Luft, von den 2500 in Mitteleuropa vorkommenden Pflanzenarten finden sich allein 1200 in der Wutachschlucht, darunter Raritäten wie Hirschzunge, Felsennelke und Türkenbund.

Triberger Wasserfälle
Im kleinen Örtchen Triberg tosen die Wassermassen der Gutach über sieben Stufen 163 m ins Tal - dies ist der höchste Wasserfall Deutschlands. Der Naturwald ringsum lädt zum Wandern und Beobachten der Eichhörnchen ein, die im Laufe der Jahre ihre Scheu vor Menschen verloren haben und sich sogar füttern lassen. Von April bis Ende Oktober sind die Wasserfälle bis 24 Uhr beleuchtet. Am Wasserfall gibt es einen Hochseilgarten, einen Kletterparcours in den Baumwipfeln.

Mummelsee
Bekannt wurde der einst in tiefer Einsamkeit gelegene eiszeitliche Karsee durch das Gedicht "Die Geister am Mummelsee" von Eduard Mörike. Zahlreiche Sagen um Wassernixen und einen Unterwasserkönig rankten sich seit seiner Entstehung vor 10 000 Jahren um das Gewässer und inspirierten den Dichter zu seinen Versen. Mit der malerischen Lage und der urwüchsigen Vegetation, die den Mummelsee umgibt, sind seine Uferzonen ideal für romantische Spaziergänge. Man kann Tretboote mieten, auf einem Kunstpfad die Werke moderner Künstler besichtigen oder sich sogar zu einer kleinen Rundwanderung zum nahen Hornisgrindegipfel aufmachen. Die Gegend um den Mummelsee ist nicht nur touristisch, sondern vor allem kulinarisch voll erschlossen.

Kaiserstuhl
Am Kaiserstuhl westlich von Freiburg geht es heiß her: Nirgendwo in Deutschland scheint die Sonne häufiger und sind die Temperaturen höher. Die Wärme beeinflusst natürlich die Tier- und Pflanzenwelt: 36 Orchideenarten sind am Kaiserstuhl heimisch. Aus dem Süden ist die grüngeschuppte Smaragd-Eidechse eingewandert, und 728 Arten Großschmetterlinge und 1300 Käferarten leben hier. Das milde Klima bringt elf Sorten an Wein hervor. In den vergangenen Jahrzehnten wurden hier ausgedehnte Terrassenflächen angelegt, um den für den Weinanbau so wertvollen Lössboden festzuhalten. Diese Terrassenlandschaft gibt dem Kaiserstuhl jetzt sein unverwechselbares Gesicht. Erkunden kann man den Kaiserstuhl am besten mit dem "Rebenbummler": Der Museums-Dampfzug mit Wagen aus den Jahren 1904 bis 1928 verkehrt an Wochenenden von Mai bis Oktober zwischen Riegel und Breisach.

Übernachten

Baden-Baden
Hotel Rathausglöckel
Seine Lage in der malerischen Altstadt von Baden-Baden macht das Vier-Sterne-Hotel (im 16. Jh. als Gasthof erbaut) zum schönen Standort für einen erholsamen Urlaub. Alle Attraktionen des Städtchens sind fußläufig zu erreichen.
Steinstraße 7-9
Tel. 07221 90610

Baiersbronn
Hotel Traube Tonbach
Das sich seit mehr als 200 Jahren im Familienbesitz der Familie Finkbeiner befindende Hotel ist eine Oase für Gourmets und Wellnessfreunde. Der hohe Standard, exzellenter Service und der 450 Quadratmeter große Wellnessbereich lassen keinen Wunsch unerfüllt.
Tonbachstraße 237
Tel. 07442 4920

Hinterzarten
Parkhotel Adler
Das heutige Fünf-Sterne-Hotel befindet sich seit 1446 in Familienbesitz und bietet für jeden Geschmack das passende Angebot. Es gibt rustikal-elegante Zimmer oder luxuriöse Suiten. Exklusiv ist das kulinarische Angebot.
Adlerplatz 3
Tel. 07652 1270

Freiburg
Best Western Premier Hotel Victoria
Passend zur grünen Stadt Freiburg wird das "umweltfreundlichste Vier-Sterne-Hotel der Welt" nur mit regenerativen Energien betrieben. Das Haus wurde schon vielfach für seinen vorbildlichen Umweltschutz ausgezeichnet. Genossen wird dennoch in vollen Zügen: In der Cocktailbar "Hemingway" mit der Smoker Lounge kann man ungehemmt seinen Lastern frönen.
Eisenbahnstraße 54
Tel. 0761 207340

Seebach
Berghotel Mummelsee
Idyllisch am sagenumwobenen Mummelsee gelegen, ist das Hotel sehr geeignet für einen Familienurlaub. Die stilvoll mit heimischen Hölzern eingerichteten Zimmer passen gut zur Lage des Hotels mitten in der Natur.
Schwarzwaldhochstraße 11
Tel. 07842 99286

Essen und Trinken

Baden-Baden
Rathausglöckel
In der anheimelnden Gaststube werden Gerichte nach Rezepten aus dem Mittelalter und aus der Zeit der Badischen Revolution aufgetischt, aber auch regionale und internationale Spezialitäten nach heutigem Geschmack.
Steinstraße 7-9
Tel. 07221 90610

Baiersbronn
Schwarzwaldstube
Der mit drei Michelin-Sternen dekorierte Harald Wohlfahrt, einer der besten Köche Deutschlands, steht hier am Herd und erfüllt die höchsten Erwartungen. Der Meister kreierte ja sogar schon mal ein Drei-Gänge-Menü für die Raumfahrtstation ISS.
Tonbachstraße 237
Tel. 07442 492665

Freiburg
Zirbelstube
Das mit edlem Zirbelholz gestaltete Gourmetrestaurant im Herzen Freiburgs wurde schon mehrfach ausgezeichnet, was wohl an Sternekoch Alfred Klink liegt, der seine Gäste mit immer wieder neuen Ideen und aromatischen Kompositionen verwöhnt. Bestens sortierte Weinkarte.
Rotteckring 16
Tel. 0761 21060

Gengenbach
Pfeffermühle
"Regional ist genial" lautet das Motto. Und so kommen in dem edlen Fachwerkhaus in der historischen Altstadt badische Gerichte "mit einem Hauch Mediterranee" auf den Teller, zum Nachtisch hausgemachte Kuchen. Umfangreiche Weinkarte.
Victor-Kretz-Straße 17
Tel. 07803 93350

Villingen-Schwenningen
Wirtschaft zum Schlachthof
Das idyllisch an der Brigach gelegene Restaurant bietet frische deutsche Küche mit regionalen Spezialitäten. Saisonal wechselnde Gerichte zeichnen das Gasthaus aus. Es werden auch laktosefreie Gerichte angeboten. Eine weitere Besonderheit sind musikalische Events wie das "Piano-Dinner".
Schlachthausstraße 11
Tel. 07721 8787935