Fehmarn Die schöne Ostseeinsel

Die dreifache Surf-Weltmeisterin Andrea Hoeppner, 41, hat viel von der Welt gesehen, kennt durch ihren Sport die schönsten Ecken der Erde. Doch es zieht sie immer wieder zurück nach Fehmarn. Sie kennt die Insel seit sie denken kann. Anfang der 1970 Jahre haben ihre Eltern auf dem Eiland ein Ferienhäuschen gekauft. Seit dieser Zeit hat Hoeppner jede freie Minute hier verbracht, alle Ferien, im Sommer, Herbst und im Winter. "Für mich als Kind gab es nichts Schöneres. Und es ist auch heute noch so."

Die Insel hat sich in den vergangenen Jahren verändert, und sie wird es noch weiter tun, wenn 2011 mit dem Bau der Brücke zwischen Puttgarden, im Norden Fehmarns, und Rødby auf der dänischen Insel Lolland begonnen wird. Die Bevölkerung hält nicht viel von dieser Fehmarnbeltüberquerung, Naturschützer befürchten die Auslöschung der heimischen Tierarten. "Die Vorstellung, dass dank der Beltbrücke LKWs vierspurig über die Insel rauschen, ist eine schreckliche."

Doch Andrea Hoeppner, inzwischen Inhaberin einer PR-Agentur, versucht selten darüber nachzudenken, sie genießt die Insel, denn noch immer findet sie Flecken, die ihren besonderen Charme behalten haben. "Wunderbar zum Spazierengehen ist die steilabfallende Ostküste. Bei Staberhuk etwa kann man runter ans Wasser und herrlich laufen oder auch etwas nördlicher bei Katharinenhof gibt es einen Zugang zum Meer. Hier ist es rauh und ursprünglich."

Einen Grund, warum für Andrea Hoeppner die Insel so attraktiv ist, ist die Nähe nach Hamburg. "Da lohnt sich auch ein Besuch am Wochenende. Und, das ist echt kein Klischee, das Wetter ist immer etwas besser als in Hamburg." Nicht umsonst trägt Fehmarn den Beinamen "die Sonneninsel". Sie ist zudem die drittgrößte Insel Deutschlands, nach Rügen und Usedom, und es leben etwa 13.000 Menschen auf dem Eiland.

Klar, im Sommer sei sie mancherorts sehr überfüllt, aber gerade in der Vor- und Nebensaison ist man an manchen Plätzen nahezu für sich. "Jetzt im Spätsommer ist es traumhaft hier. Wenn ich dann im Café Sorgenfrei in Burgtiefe sitze, auf der großen Terrasse, mit leckerem Kuchen, und dann die Sonne am Abend auch noch ins Meer plumpst, ist die Großstadt so unendlich weit weg." Von hier könne man auch wunderbar die Schiffe beobachten, die Fehmarn einen Besuch abstatten. "Die fahren einem quasi über die Füße."

Etwas beschaulicher sei es in dem Dörfchen Orth, mit seinem kleinen Hafen. Wer immer am Deich entlang geht, bis zum Flügger Leuchtturm, "begegnet mit viel Glück keiner Menschenseele." Überhaupt sei es auf Fehmarn sehr bodenständig und unprätentiös. "Das muss man auch mögen. Schickimicki wie auf Sylt findet man hier nicht."

Kommen denn Fischesser auf Fehmarn auf ihre Kosten? "Wer Lust auf Selbergrillen hat, kauft sich einfach in Burgstaaken am Kutter Fisch. Frischer geht's wohl nicht."

Geschichte wiederholt sich

Andrea Hoeppner will nicht alle Geheimtipps verraten (sonst sind sie ja nicht mehr geheim), aber dann nennt sie doch ihr Stammlokal in Burgstaaken. "Zum Goldenen Anker. Hier isst man wie bei Muttern, deftig, in Butter gebratener Fisch, danach ein Linie Aquavit. Herrlich!"

Wer etwas gehobener und somit auch teurer essen will, ist bei Hoffmans in Blieschendorf wunderbar aufgehoben. "Das Personal ist sehr aufmerksam, das Essen vorzüglich."

Wenn das Wetter stimmt und sie einen Babysitter organisiert hat, ist Andrea Hoeppner immer noch sehr sportlich auf der Insel unterwegs. "Zum Fahrradfahren ist die Insel ideal, es gibt gut ausgebaute Nebenstraßen, die selbst in der Hochsaison nicht überfüllt sind. Nach einer langen Runde sollte man unbedingt bei Hein & Beas Scheune in Dänschendorf einkehren. Der Öko-Kuchen ist unschlagbar." Mountainbiker könnten sogar einmal die komplette Insel an der Küste entlang radeln.

Und wie sieht es bei ihr mit Windsurfen aus? "Mich zieht es in Altenteil manchmal aufs Brett. Hier wirft die Ostsee auch mal Wellen, man mag es kaum glauben! Für Anfänger sind die Stehreviere in Wulfen und an der Orther Reede am besten."

Zum Schwimmen sei der Südstrand wirklich am nettesten, er sei auch der schönste auf der Insel - allerdings im Sommer überfüllt. "Dann einfach vom Strand Richtung Meschendorf laufen. Selbst in der Hochsaison findet man ein freies Plätzchen."

Wer Lust auf Vogelbeobachten habe, würde sich im NABU-Wasservogelreservat in Wallnau wohlfühlen. Gerade mit Kindern sei das eine schöne Abwechslung. "Von den vielen Aussichtsposten kann man unzählige Vögel sehen, direkt in ihre Wohnzimmer gucken."

Mittlerweile ist die 41-Jährige Hamburgerin selbst Mutter einer zweieinhalbjährigen Tochter. "Die Geschichte wiederholt sich. Ich erlebe durch Smilla meine Kindheit auf Fehmarn nochmal."

Service

Service

- Café Sorgenfrei in Burgtiefe: www.cafe-sorgenfrei.de

- Zum Goldenen Anker in Burgstaaken: Tel. 04371/3163

- NABU-Wasservogelreservat in Wallnau: wallnau.nabu.de/besucher

- Surfschulen in Wulfen und Orth: ;

- Alles Wichtige über Fehmarn, Unterkünfte, Veranstaltungen etc:

Autor:
Petra Barth