Wellness-Knigge Das ABC des richtigen Entspannens

Der Stress der Woche liegt hinter einem, jetzt möchte man ein Wochenende lang richtig Entspannen. Und wo geht das besser als in einem Wellness-Hotel? Die Vorfreude auf Sauna, Swimming-Pool und Massage ist groß, doch es gibt einige Regeln, die der Gast im Spa-Bereich beachten sollte.  

Der Koffer ist ausgepackt, die Hot-Stone-Massage beginnt in einer halben Stunde. Doch darf man bereits im Bademantel und mit Schlappen durchs Hotel gehen? Das ist vollkommen in Ordnung, solange sich der Gast auf direktem Weg zum Spa-Bereich befindet. Zwischenstopps im Speisesaal, an der Rezeption oder bei schönem Wetter auf der Gartenterrasse sollten deshalb unterlassen werden. „In Wellness-Hotels der Kategorie 'Drei- bis Fünf-Sterne' liegen Bademäntel, Einwegschuhe und Saunahandtücher normalerweise im Zimmer bereit und müssen nicht von zu Hause mitgebracht werden. Das macht vieles einfacher für den Gast“, sagt Sylvia Glückert, Fachgruppenleiterin Bereich Spa vom Deutschen Wellness Verband. „Natürlich kann man auch alles Nötige mitnehmen, und sich erst im Spa-Bereich umziehen.“

Immer genug Zeit einplanen

Es sind nur noch wenige Minuten bis zur gebuchten Massage. Jetzt aber schnell. In der Regel sollte sich der Gast etwa zehn Minuten vor dem Termin bereit halten. Beim ersten Besuch ist deshalb zu empfehlen, den Spa-Bereich etwas früher aufzusuchen, um sich mit den Einrichtungen vertraut zu machen. „Abgehetzt zur Massage zu kommen, wirkt sich negativ auf den Erholungseffekt aus. Schließlich ist man ja hier, um zu entspannen. Deshalb: Immer genug Zeit einplanen“, rät Sylvia Glückert. Wer möchte, kann vor der Massage noch den Whirlpool oder das Schwimmbecken ausprobieren - hierbei sollte natürlich Schwimmkleidung getragen werden.

Bei Verspätungen wird die Zeit der Behandlung normalerweise entsprechend kürzer. Die Anwendung endet pünktlich, damit der nächste Gast nicht warten muss. „Ob ein Gast von einem männlichen oder weiblichen Mitarbeiter behandelt wird, kann er in der Regel selbst wählen. Um die Intimsphäre zu schützen, werden Teile des Körpers, die nicht behandelt werden, in jedem Fall mit Handtüchern abgedeckt,“ erklärt Glückert. Wie in jedem anderen Servicebereich auch, freut sich der Therapeut bei Zufriedenheit über ein kleines Trinkgeld.

Wer mehrere Behandlungen während seines Aufenthalts möchte, sollte seine Wünsche am besten gleich nach der Ankunft an der Rezeption anmelden oder am besten schon vorab von zu Hause aus buchen.  

Sauna-Bereich ist textilfreie Zone

Auch beim Saunieren ist auf Etikette zu achten. In jeder Sauna gilt aus Hygienegründen die Grundregel: kein Schweiß auf Holz. Es muss immer ein Handtuch zwischen Körper und Sitzbank sein - das gilt auch für die Füße. In Deutschland ist der Sauna-Bereich eine textilfreie Zone. Es ist üblich, nackt zu schwitzen - das soll natürlich keine Anregung zum Voyeurismus sein. Doch Vorsicht: Nicht alle Nationen sind es gewohnt, die Sauna ohne Bekleidung zu betreten. In Italien und Frankreich zum Beispiel oder in den USA und Kanada betritt man den „Schwitzraum“ normalerweise nur im Badeanzug.

Vor dem ersten Saunagang wird geduscht – das gilt auch vor der Benutzung des Tauchbeckens. Die Saunakabine wird anschließend trocken betreten. Damit keine Wärme verloren geht, muss die Tür zur Sauna nach jedem Öffnen schnell wieder geschlossen werden. Wer an einem Aufguss teilnehmen möchte, sollte einige Minuten vorher in die Kabine gehen. Die Aufgusszeiten und die verwendeten Duftessenzen hängen meist an einer Tafel aus. Damit die anderen nicht gestört werden, sollte man während des Aufgusses sitzen bleiben, und die Sauna nur verlassen, wenn man sich unwohl fühlt oder sich ein Schwindelgefühl einstellt. Aufgüsse in Eigeninitiative sind in Wellness-Hotels nicht die Regel.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Damit für alle Gäste der Aufenthalt im Spa-Bereich erholsam wird, muss aufeinander Rücksicht genommen werden. Liegestühle mit Handtüchern über Stunden zu „reservieren“, wird in keinem Hotel gerne gesehen. Und in den Ruheräumen herrscht Ruhe. Das heißt: keine lauten Gespräche und kein lautes Gelächter. Dasselbe gilt für Mobiltelefone: Handys somit von Anfang an auf lautlos stellen - oder sie erst gar nicht mitbringen. Geselligkeit kann im Spa-Bereich aber dennoch gepflegt werden: Viele Wellness-Hotels haben mittlerweile Spa-Bistros, wo kleine Snacks eingenommen werden.

Ein Tabu ist ebenfalls das Rauchen. In den Spa-Bereichen herrscht ein striktes Verbot. Zum Teil gibt es auf dem Außengelände die Möglichkeit, sich eine Zigarette anzuzünden - gerne gesehen wird es aber dennoch nicht. Persönliche Wertgegenstände können im Safe auf dem Hotelzimmer deponiert werden. Tiere haben im Spa-Bereich nichts zu suchen.