Dänemark Steinwelten im Legoland Billund

Die Geräusche wecken Erinnerungen. Ob Jung oder Alt, nahezu jeder kennt es. Es ist das Rauschen und Klackern, das entsteht, wenn der eckige Lego-Eimer ausgeschüttet wird. So wie jetzt. Lars sitzt in einem großen Zelt an einem niedrigen Tisch. Seine Hände gleiten behutsam durch die bunten Steine, konzentriert auf der Suche nach der richtigen Farbe. Es klackt, es raschelt, Plastik reibt auf Plastik. Schließlich wird Lars fündig. Zufrieden streckt er eine graue Platte in die Höhe. Sie soll der Flügel für sein Raumschiff werden. Vorsichtig - fast so, als ob es zerbrechlich wäre - drückt er das genoppte Plastikstück auf den Rand seiner Konstruktion.

So recht passt Lars allerdings nicht ins Bild. Zwischen den Kindern wirkt er viel zu groß, und auch ein wenig zu alt, denn Lars ist bereits in seinen Fünfzigern. Neben ihm sitzt sein Sohn, der ihm durch die dicken Gläser seiner Brille fasziniert über die Schulter schaut. Am selben Tisch drängen sich dicht an dicht noch fünf weitere Lego-Fans: Kinder, aber - wie Lars - auch junggebliebene Erwachsene. 

Sie alle sind Besucher im Legoland Billund, nahezu ein Muss für alle Lego-Fans. Über 60 Millionen Bausteine sind in dem Freizeitpark in Dänemark verbaut. Ob Deutschlands Sehenswürdigkeiten im Miniformat oder Afrikas Tierwelt in Lebensgröße, die fleißigen Bastler können sich von den Lego-Installationen im Park inspirieren lassen. Das Legoland erstreckt sich auf 140.000 Quadratmetern. Über verschlungene Wege laufen die Besucher durch verschiedene Welten. Die neueste ist das Polarland. Hier können Mutige den Geschwindigkeitsrausch im Polarexpress - eine 65 Stundenkilometer schnelle Achterbahn - erleben oder über die lebensgroßen Eisbären aus 80.000 Legosteinen staunen. Besonders charmant: 17 lebendige Pinguine lassen sich, hinter einer Glasscheibe, beim Toben im Wasser beobachten.

Lego in Freizeit und Beruf

Legodesigner Oliver Kroigaard.
Konstanze Kaffka
Legodesigner Oliver Kroigaard.
"Für Lego ist man nie zu alt", sagt Oliver Kroigaard. Er selbst hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Als Legodesigner baut er mehrere Stunden am Tag Figuren aus Legosteinen. "Ich habe nur drei Jahre meines Lebens nicht mit Lego gespielt. Das war während meiner Ausbildung zum Schmied", sagt er und lächelt verschmitzt. Seit über 25 Jahren arbeitet Kroigaard nun mit Lego. "Es ist der beste Beruf der Welt, und auch Zuhause bekomme ich nicht genug davon." Da hat der Familienvater für sich und seine drei Kinder ein 20 Quadratmeter großes Zimmer eingerichtet. "Mit der Zeit, hat sich immer mehr angesammelt. Mittlerweile können wir den ganzen Raum mit Legosteinen füllen", erzählt er - und seine Augen leuchten vor Begeisterung.

Auch im Zelt, wo Lars und die anderen emsig bauen, spürt man diese Begeisterung. Etwas abseits des Geschehens, an einer Wand, steht ein großes Holzregal. In manchen Fächern stehen bereits kleine selbstgebastelte Figuren. Passend zum Motto "Star Wars", sind es vor allem Raumschiffe in verschiedenen Formen und Farben. Manche sind rund, andere eckig. Eines hat sogar winzige Rücklichter, ein anderes besticht durch sein Cockpit. Auf jedes Raumschiff wurde ein Namensschild geklebt. Vielleicht gewinnt eines davon, denn im Legoland Billund finden regelmäßig Veranstaltungen mit angeschlossenem Bauwettbewerb statt. Der Preis? Natürlich Legosteine!

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Konstanze Kaffka