Indien Komfort in der schicksten Unterkunft

Irgendwann ist fast jeder Backpacker auf seinem Indien-Trip so weit: Nach unzähligen Nächten in billigen Unterkünften mit spartanischen Nasszellen, rudimentärem Service und der gelegentlichen Kakerlaken-Hochzeit im Bett entsteht ein geradezu natürlicher Wunsch nach zumindest ein wenig Luxus.

Dabei liegt die Messlatte nicht besonders hoch: ein frisch gemachtes Bett, eine funktionierende Dusche, vielleicht eine Klimaanlage, die weniger Lärm verursacht als die Flugzeuge auf dem Chhatrapati Shivaji International Airport von Mumbai - mehr braucht es nicht, um sich wieder gut zu fühlen.

Das Schöne an Indien ist: Selbst edle Boutique- und Designhotels kosten in diesem Teil der Welt nur einen Bruchteil dessen, was andernorts verlangt wird. MERIAN.de stellt Ihnen drei luxuriöse Herbergen vor, in denen der Komfort bezahlbar ist.

Die Burg des grünen Ritters - Alila Diwa Goa

Goa, der kleinste Bundesstaat Indiens, zählt zu den beliebtesten Reisezielen des Landes. Lockte das Arabische Meer noch in den 1960er Jahren eine überschaubare Anzahl an Hippies aus aller Welt an seine Strände, so kommen inzwischen mehr als zwei Millionen Urlauber im Jahr.

Dank riesiger Touristen-Resorts ist aus dem einstigen Geheimtipp über die Jahrzehnte ein indischer Ballermann geworden. Doch zum Glück gibt es noch Hotels, die statt Party auf Nachhaltigkeit setzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Alila Diwa, das zur kleinen feinen Alila-Kette des Australiers Mark Edleson gehört.

Edleson wird gerne als "grüner Ritter" der Hotellerie bezeichnet. Er wünscht sich seine Boutiquehotels ökologisch korrekt, im Idealfall sollen sie mit der Landschaft verschmelzen. Das Alila Diwa in Goa ist ein gutes Beispiel dieser Philosophie. Beim Bau der Anlage wurde nicht nur mit klassischen goanischen Materialen gearbeitet, das Resort wurde auch mit modernsten Umwelttechnologien ausgestattet.

Das Alida Diwa ist traumhaft gelegen. Während auf der einen Seite der 26 Kilometer lange Majorda Beach wartet, finden sich im Hinterland einfache Reisfelder. Baden, Sonnen, Entspannen - dafür ist diese Anlage perfekt geeignet. Zwei Restaurants, 106 Zimmer und acht Suiten - alle ökologisch korrekt, versteht sich - stehen den Gästen zur Verfügung. Natürlich darf auch ein Spa nicht fehlen, wenngleich das Zentrum des Alida Diwa der Infinity Pool ist: Hier entspannt man sich einfach, indem man den Blick in die unendliche Weite schweifen lässt.

48/10 Village Majorda, Adao Waddo, Salcette, Goa 403713, Tel.: (91) 832 274 6800, ab 100 Euro/Nacht

Eine Nacht in Kollywood - The Park Chennai

Die indische Stadt Chennai, das ehemalige Madras, ist das Zentrum der tamilischen Filmindustrie. Im Stadtteil Kodambakkam - auch "Kollywood" genannt - finden sich nicht nur zahlreiche Produktionsfirmen, sondern auch die Villen von Stars und Sternchen. Ins einstige Studiogebäude der Gemini Studios ist im Jahr 2002 das Park Chennai eingezogen. Das Designhotel wurde vom US-amerikanischen Architektenbüro Hirsch Bedner & Associates aus Los Angeles entworfen - Leuten also, die mit dem Herzen der dortigen Filmindustrie, mit Hollywood also, bestens vertraut sind.

Bei allen modernen Stilelementen, die Hirsch Bedner & Associates, dem ehemaligen Studio zugeführt haben, der Vergangenheit des Gebäudes erweisen sie hinreichend Respekt: Überall im Hotel finden sich alte Filmposter aus den 1960er Jahren.

Das Park Chennai verfügt über 205 Zimmer und neun Suiten. Neben einer hippen Bar und einem Thai-Restaurant findet sich im Hotel auch der angesagte Nachtclub Pasha, der am Wochenende ein absoluter Nightlife-Hotspot Chennais ist. Wer also schon immer einmal einen tamilischen Filmstar kennenlernen wollte, bitte ...

601 Anna Salai, Chennai 600 006, Tel.: (91) 44 42 67 60 00, ab 100 Euro/Nacht

Sir Pauls Fischerhütte- The Marari Beach Resort

Doch, im Marari Beach Resort in Kerala ist es romantisch. Auch wenn dagegen sprechen könnte, dass hier einst Paul McCartney mit seiner Heather urlaubte und die Ehe später einen wenig guten Verlauf nahm. Damals allerdings soll es Sir Paul im Marari Beach sehr gut gefallen haben.

In Villa Nummer 17 hängt zum Beweis ein gerahmter Dankesbrief des ehemaligen Pilzkopfes. Der Herzog von Kent und Supermodel Kate Moss waren auch schon da, verzichteten aber dankenswerterweise darauf, der Nachwelt irgendwelche Schriftstücke zu hinterlassen.

Das Marari Beach Resort gehört zu den führenden Öko-Hotels Indiens. Die 62 Villen wurden den traditionellen Hütten des benachbarten Fischerdorfes nachempfunden und mit moderner Umwelttechnik wie etwa Biogas-Anlagen versehen.

Fast alles, was auf dem Teller im Restaurant landet, stammt aus eigenem Anbau - bis auf den Fisch, der kommt direkt aus dem Arabischen Meer, das quasi vor der Haustür liegt. Mittelpunkt des Marari Beach Resorts ist die Hotelbar, die in einem 200 Jahre alten Gebäude im Kolonialstil untergebracht und von alten Bäumen und Lotusteichen umgeben ist.

Im Spa des Resorts kann man sich ausgiebigen Ayurveda-Behandlungen unterziehen, am Strand wird Yoga praktiziert, während nebenan die Fischer mit ihren Booten schon wieder in See stechen und für frischen Meerestier-Nachschub sorgen.

Mararikulam North, Alappuzha, Kerala 688549, ab 100 Euro/Nacht

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Autor:
Denis Krah