Reise-Knigge Fettnäpfchen vermeiden im Ausland

Taxi in New York

Amerika

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September ist man in den USA sehr auf Sicherheit bedacht. Daher: Bei Polizeikontrollen ruhig und höflich bleiben und die Anweisungen befolgen. Alkohol ist ein heikles Thema in den USA. Der Konsum in der Öffentlichkeit ist strikt verboten. In Kanada ist Alkohol sogar beim Essen nicht gerne gesehen. Die südamerikanischen Kollegen sehen das etwas lockerer. In Mexiko, Venezuela und Brasilien wird gerne und oft getrunken, das beginnt mit einem Caipirinha zum Mittagessen. Doch sich zu betrinken ist auch dort tabu.

Taxifahrer in den USA  erwarten ein Trinkgeld von mindestens 15 Prozent des Fahrpreises. Wer keine Beschimpfungen über sich ergehen lassen möchte, sollte sich daran halten. Trinkgeld darf auch im Restaurant großzügig gegeben werden, da es einen Großteil des Einkommens ausmacht. Kanadische Kellner möchten nicht herbeigewunken werden. Stattdessen gehört es sich, zu warten, bis diese von alleine an den Tisch kommen. Südamerikaner mögen Körperkontakt. Es ist eine normale Geste, um Aufmerksamkeit zu erhalten und nicht aufdringlich gemeint. In Südamerika wird stark auf Körpersprache geachtet. Es ist somit besser, nicht die Arme zu verschränken, da dies als Zeichen der Ablehnung gewertet wird.

Toiletten-Türen Symole in Polen
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Welches Toilettensymbol ist für Sie bestimmt?
Europa

Nicht überall in Europa wird Pünktlichkeit so ernst genommen wie in Deutschland. Darum: einfach mal ein Auge zudrücken! Zur Vermeidung peinlicher Momente: In Polen gibt es an Toiletten-Türen Symbole anstelle von Buchstaben oder Bildern: Kreis für Damen und Dreieck für Herren. In Rumänien gilt beim Autofahren die Null-Promille-Grenze und in Großbritannien heißt es: Hinten anstellen - Vordrängeln absolut verpönt. Die Briten geben meist kein Trinkgeld, das ist in der Regel schon in der Rechnung inbegriffen - in Ungarn dagegen leben viele Kellner u.a. von ihrem Trinkgeld. Der Herr Ingenieur grüßt die Frau Direktorin: Besonders Italiener und Österreicher legen großen Wert darauf, sofern vorhanden, mit ihrem Titel angesprochen zu werden. Und Achtung bei der Kleiderwahl: Auf Venedigs öffentlichen Plätzen wird zum Teil mit Bußgeldern gegen Freizügigkeit vorgegangen.

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In Afrika sollte man die Hände aus den Hosentaschen nehmen.
Afrika

Hände aus den Taschen! In vielen afrikanischen Ländern ist es unhöflich, wenn während einer Unterhaltung die Hände in den Hosentaschen stecken. Augenkontakt und ein fester Handschlag zur Begrüßung sind dagegen gerne gesehen. Und Lieber einmal zu viel grüßen als einmal zu wenig. Ältere Personen sind zu respektieren und daher auch immer zuerst zu grüßen. Wer Personen fotografieren möchte, sollte dies auf keinen Fall tun, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Manchmal wird der Wunsch abgelehnt oder nur gegen ein Trinkgeld gestattet. So heiß es auch sein mag, "Oben Ohne" ist unter anderem in Tansania verboten. Kurze Kleidung und das Zeigen von Haut wird als Provokation angesehen.

In Restaurants ist Trinkgeld in der Regel gerne gesehen. Viele Kellner verdienen nicht viel oder leben sogar nur davon. In den meisten afrikanischen Ländern wird ein Gastgeschenk bei Einladungen erwartet, allerdings nichts zu Teures. In Kenia gelten ausgesprochene Einladungen in erster Linie für den Mann. Es empfiehlt sich, nachzufragen, ob die Frau auch eingeladen ist. In Äthiopien ist es ein Zeichen der Zuneigung, sich gegenseitig zu füttern. Sich nicht füttern zu lassen, gilt als sehr unhöflich.

Vor den Moscheen die Schuhe bitte ausziehen
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Vor dem Betreten einer Moschee die Schuhe ausziehen.
Arabische Welt

Vor allem Frauen, aber auch Männer, sollten darauf achten, sich nicht zu freizügig zu präsentieren. Gerade in Moscheen sind die Kleidervorschriften zu beachten. Dazu zählt auch: Schuhe aus! Handel ist auf arabischen Märkten ein Ritual, auf das großen Wert gelegt wird. Wer nicht handelt und den verlangten Preis zahlt, gilt als arrogant und überheblich. In Saudi-Arabien, Libyen, im Iran und im Sudan gilt Alkoholverbot. Wichtig, immer die rechte Hand benutzen: Die linke Hand gilt als unrein, da sie ausschließlich für die Körperhygiene benutzt werden soll. Bei Einladungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten darf man Frauen keine Geschenke mitbringen, höchstens den Kindern.

Asien

Fuß- und Schuhsohlen gelten in Asien als niederster Teil des Körpers. Jemanden mit dem Fuß zu berühren oder damit auf jemanden zu zeigen, gilt als sehr unhöflich. Daher: Achtung beim Beine-übereinanderschlagen! In Thailand sollte man sich nicht dabei erwischen lassen, Geldscheine zu zerknüllen, denn das kann als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Allergiker aufgepasst! In Japan ist das Benutzen von Taschentüchern in der Öffentlichkeit tabu - Nasehochziehen ist erlaubt. Besonders in Malaysia, Thailand und Indien gilt die linke Hand als unrein, daher nur die rechte Hand benutzen, um Dinge zu überreichen! Zur Begrüßung ist ein Händedruck im größten Teil Asiens kaum verbreitet. Stattdessen wird sich voreinander verbeugt. Dabei gilt: Je tiefer, desto unterwürfiger.

China Gastgeschenke
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In China sollte man auf keinen Fall Blumen verschenken.
"Nur gucken, nicht anfassen": Körperkontakte wie Umarmungen, Schulterklopfen oder Begrüßungsküsschen sollten vermieden werden. Besonders das Kopftätscheln (bei Kindern) ist in Südostasien zu unterlassen. Im Buddhismus gilt der Kopf als heiliger Sitz der Seele. Beim gemeinschaftlichen Essen ist es sehr unhöflich, alleine zu trinken. Besser: Das Glas erheben und in die Runde prosten. Schlürfen, Schmatzen und Aufstoßen ist erlaubt! In China soll man sich beim Essen entspannen und gerne zeigen, dass es schmeckt. Wer sich dagegen in Indien und Thailand beim Gastgeber zu oft bedankt, vermittelt den Eindruck, weniger erwartet zu haben, was kränkend aufgefasst werden kann. Gastgeschenke sind bei Einladungen gerne gesehen. In China herrscht eine regelrechte Geschenkkultur. Aber: Auf keinen Fall Blumen verschenken, da diese nur als Grabschmuck verwendet werden. Außerdem nichts, was die Zahl "4" beinhaltet, da sie klingt, wie das Wort für "Tod". Und es gehört sich nicht, Geschenke sofort auszupacken, denn das ist ein Zeichen für Habgier.

In Australien wird die Rechnung geteilt
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Beim Essen im Restaurant in Australien wird die Rechnung für gewöhnlich geteilt.
Ozeanien

Wer in Australien in einer Bar eingeladen wird, sollte sich in Acht nehmen. Oft wird erwartet, dass man sich revanchiert und ebenfalls eine Runde spendiert. Beim Schlangestehen halten es die Australier wie die Briten: Vordrängeln ist ein absolutes Tabu. Wer in Australien mit ausgestrecktem Daumen am Straßenrand steht, sollte sich nicht wundern, wenn niemand anhält. In Down Under gilt dieses Handzeichen, ebenso wie das Zeichen für "Victory", als Beleidigung. Beim Essen im Restaurant wird die Rechnung für gewöhnlich geteilt. Einladungen werden nicht gerne gesehen, das widerspricht dem Gleichheitsgefühl. Bei privaten Einladungen gilt die Regel "bring a plate" - es wird erwartet, dass jeder Gast etwas zum Büfett beisteuert. Die Ureinwohner Australiens nicht als Aborigines bezeichnen, das gilt mittlerweile als diskriminierend. Besser: "Aboriginal people" oder "Indigenous Australians".

Und auch in der Südsee gibt es einiges zu beachten. Auf den Fidschi-Inseln sollte man nie einfach in ein Dorf hineinspazieren. Die Höflichkeit gebietet es, sich erst beim Häuptling oder Dorfältesten vorzustellen. An Sonntagen ist von Dorfbesuchen generell abzusehen, da dies der Tag der Kirche und Familie ist. Trinkgeld ist auf den meisten Südsee-Inseln nicht üblich - guter Service ist eine Selbstverständlichkeit - und wird daher abgelehnt.

Autor

Anja Haertel