Berlin Wellness in der Hauptstadt

Grand Hyatt Berlin, Club Olympus: Der Klassiker über den Dächern

Der Club Olympus in der obersten Etage des Grand Hyatt Hotels war eines der ersten Luxus-Spas im neuen Berlin und ist in vielerlei Hinsicht immer noch das beste. Warum, fällt sofort auf, wenn man vom Lift den Eingangsbereich betritt: der Blick über die Stadt. Exponiert thront der 865 Quadratmeter große Club auf dem hellen Sandstein-Bau am Potsdamer Platz.

Wer im Fitnessraum an modernen Technogym-Geräten trainiert oder im Swimmingpool vor sich hin treibt, schaut auf den Tiergarten und Hans Scharouns gelb-goldene Philharmonie, die meisten der Treatment-Kabinen verfügen ebenso über natürliches Tageslicht. Dadurch wirkt das Spa deutlich "offener", vielleicht wählen auch deshalb so viele Berliner und Nicht-Hotel-Gäste diesen Ort, um während ihres Hauptstadt-Aufenthalts ein paar Stunden in der finnischen Sauna, dem türkischen Dampfbad oder dem Whirlpool zu entspannen.

Die Einrichtung ist angenehm schlicht, im Vergleich geradezu "old school". Wenig Weiß, dafür viel Glas, braunes Buchenholz und Naturstein, dunkle Flechtmöbel, einzelne Kerzen und Blüten, nichts, was allzu krampfhaft versucht, am Potsdamerplatz exotische Wellness-Stimmung zu erzeugen. Wer möchte, kann aus den zehn Musikstilen wählen, darunter natürlich auch "Oriental" oder "Bali".

So zurückgenommen wie das Interieur ist auch der Rest: Auf Bademänteln und -schuhen finden sich keine großen Logos, die Angestellten tragen schlichte weiße und schwarze Uniformen. Alle Masseure sind ausgebildete Physiotherapeuten oder Heilpraktiker, zu empfehlen ist vor allem die "Club Olympus Signature Massage", bei der die Behandlung individuell auf den Gast abgestimmt wird, von einer halben bis zu zwei Stunden lang. Daneben werden unter anderem "Swedish Technique", "Hot Stone" oder eine "Candlelight Synchron Massage" angeboten, bei der nach alten ayurvedischen Traditionen zwei Masseure den Gast im Kerzenschein massieren. Dazu gibt es eine Reihe von Treatments mit Produkten der Marken REN und Aveda, etwa die "Aveda Caribbean Therapy" mit Trockenexfoliation und wärmenden Algenmasken, die - etwa nach einem nächtlichen Ausflug in Berlin Clublandschaft - besonders entgiftend wirkt.

Die Schönheitsbehandlungen mögen vielleicht nicht die "trendigsten" sein, dafür gehören sie zu den gründlichsten ihrer Art, und - wohltuend darüberhinaus - es stehen auch keine 30 verschiedenen Nagellackfarben zur freien Verfügung. Bei der Pediküre wird im Liegen noch jedes kleinste Schüppchen Nagelhaut sanft weggefräst, für Fans der Naturkosmetiklinie Aveda gibt es zum Beispiel das Anti-Ageing "Green Science Facial" oder das "Eye Zone Treatment" gegen dunkle Augenringe. Make-up, Wimpernfärben oder Haarentfernung werden selbstverständlich ebenfalls angeboten.

Adlon Day Spa: Für alle, die es exklusiv und abgeschieden mögen

Berlins erste Hotel-Adresse hatte lange kein zeitgemäßes Spa zu bieten, weshalb im November 2007 mit einem extra-spektakulären Day-Spa nachgezogen wurde. Wellness auf fast tausend Quadratmetern, über drei Etagen verteilt, inklusive Ayurveda-Treatments und kosmetischer Hightech-Forschung. Allein die Einrichtung ist einen Besuch wert: helle Eichenhölzer, Marmormosaike, handgefertigte Tapeten und Konsolen aus Rochenhaut, ausgesucht von Interior-Designerin Anna Maria Jagdfeld, deren Familie das Adlon gehört.

Der Eingang zum Day-Spa befindet sich auf der Rückseite des Hotels, abseits des Trubels am Brandenburger Tor. Schon im Willkommensbereich erzeugen Lichtwände aus Alabaster eine "herunter gedimmte" Atmosphäre, hier soll man vor allem abtauchen - in die Abgeschiedenheit der beiden unteren Etagen. Dort sind alle Behandlungsräume und Spa-Suiten mit einer Umkleidekabine direkt im Raum ausgestattet, die Suiten verfügen zudem über eine Badewanne oder einen Jacuzzi.

Angeboten werden sämtliche Beauty- und Massage-Behandlungen für Frauen und Männer sowie Signature-Treatments der drei Kosmetiklinien Sensai, Skin Ceuticals und der ayurvedischen Linie ILA, die deutschlandweit nur hier angeboten wird. Ausprobieren sollte man in jedem Fall den Watsu-Pool, eine Shiatsu-Druckpunktmassage, die in körperwarmem Wasser durchgeführt wird - danach möchte man nur noch ... Außerdem steht ein Yoga-Raum mit oder ohne Personal Trainer zur Verfügung, jeden Mittwoch ist einer der renommiertesten Experten für Akupunktur im Haus.

Susanne Kaufmann Spa: Bregenzer-Wald-Wellness für Einsteiger

Diese kleine, feine Adresse am Monbijou-Platz ist für entspannte Behandlungen zwischendurch genau das richtige. Susanne Kaufmann und ihre Kosmetiklinie wurden durch das von ihr geführte Hotel Post im Bregenzer Wald bekannt, von dort stammen auch alle Inhaltsstoffe der Produkte, die rein pflanzlich sind und ökologisch angebaut wurden. Die Berliner Räumlichkeiten mit drei Kabinen sind klinisch weiß gehalten, für die nötige Wärme sorgen ausreichend Tageslicht und Mitarbeiterinnen, die manchmal einen lustig amerikanisch-österreichischen Dialekt sprechen.

Angeboten werden vor allem Gesichtsbehandlungen sowie Maniküre und Pediküre, die Partnerkabine, in der sich Paare gleichzeitig behandeln lassen können, ist mit Dampfbad und Whirlpool ausgestattet. Hier sollte man in jedem Fall das Meersalz-Körperpeeling ausprobieren.

Deshalb ist das Susanne Kaufmann Spa vor allem für junge Leute interessant, auch die Atmosphäre und der Umgang sind hier besonders entspannt, sogar die Bademäntel kürzer geschnitten als üblich. Nach jeder Behandlung könnte man noch bei einem Entschlackungstee entspannen, sehr viel eher wird man allerdings etwas von den gerade ausprobierten Produkten erstehen (das Nährstoffkonzentrat ist ein Muss) und dann schnell weiter durch Berlin-Mitte ziehen.

Schlagworte:
Autor:
Silke Wichert