Berlin Das Waldorf-Astoria

Es ist nicht zu leugnen, der Ausblick ist phantastisch. Noch ist das Waldorf-Astoria eine von vielen Baustellen in Berlin, doch vom 31. Stock aus liegt einem die Stadt schon jetzt zu Füßen. Von hier aus fällt der Blick auf den Zoo, das Europa-Center, die Gedächtniskirche und das Café Kranzler. Die sonst nicht besonders attraktive Gegend um den Bahnhof Zoo macht aus der richtigen Fallhöhe betrachtet ordentlich was her.

Ende 2011 soll das Waldorf-Astoria im Westteil der Hauptstadt eröffnet werden. 230 Millionen Euro kostet das neue Luxushotel, ein auch für Berliner Verhältnisse kostspieliges Projekt. Über insgesamt 232 Zimmer, Suiten und Appartements soll das Fünf-Sterne-Haus nach Fertigstellung verfügen. Das Hotel soll von Beginn mit Gewinn arbeiten.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, baut Hoteldirektor Friedrich W. Niemann auf die Strahlkraft der Marke Waldorf-Astoria. "Das Waldorf-Astoria in New York ist einfach legendär", erklärt der 48-Jährige. "Mit dem Namen verbindet man seit Jahrzehnten erstklassige Hotellerie."

Das Waldorf-Astoria in New York gehört seit 1949 zur Hilton-Gruppe. Doch erst in den vergangenen vier Jahren wurde aus dem geschichtsträchtigen Hotelnamen eine Marke. Inzwischen gibt es weltweit über 20 Edelherbergen, die unter Waldorf-Astoria firmieren. Weitere Häuser und Resorts sollen folgen.

Natürlich fühlt man sich auch in Berlin der Tradition des Stammhauses verpflichtet. Der Stil des Hotels orientiert sich am Art-Deco-Design des altehrwürdigen Vorbilds. Und auch eine "Peacock Alley", eine prachtvolle Lobby zum Sehen und Gesehen werden, wird es in der Hauptstadt geben. "Da können die Berliner dann zeigen, was sie haben", sagt Niemann.

Insgesamt wird bei der Ausstattung des Hotels geklotzt und nicht gekleckert. Der Marmor aus Verona ist da nur der Anfang. Besonders stolz ist Niemann auf den großzügig geplanten Wellness-Bereich: "Wir werden das einzige Guerlain-Spa in Deutschland haben".

Auch gastronomisch soll das Waldorf-Astoria Berlin bereichern. Dafür sicherte sich die Hilton-Gruppe die Dienste des französischen Drei-Sternekochs Pierre Gagnaire. Dieser steht in Berlin allerdings nur selten persönlich in der Küche, sondern fliegt nur sporadisch ein, um das Personal zu schulen und die Menüs festzulegen. Ein im Ausland erprobtes Konzept, das allerdings in Deutschland noch recht unbekannt ist.

Für die Gegend um den Bahnhof Zoo könnte das Waldorf-Astoria ein echter Glücksfall sein. Noch ist dieser Teil der Stadt kein touristisches Aushängeschild. Doch das neue Luxushotel könnte der tristen Nachbarschaft den nötigen Aufschwung verleihen, um die Schmuddelecke zu verlassen. Darauf hofft auch Niemann, der schon jetzt erste positive Veränderungen festgestellt hat. "Seitdem wir mit dem Bau begonnen haben, blüht auch das Umfeld auf", sagt der Hoteldirektor. "Es passiert was!"

Autor:
Denis Krah