Australien Dos and Don'ts - Überleben Down Under

Barbecue ("barbie"): Grillen, die liebste aller australischen Beschäftigungen, geht nicht ohne Regeln: "Please bring your own plate" etwa heißt, dass Sie nicht nur einen Teller mit Fleisch mitbringen sollten, sondern unbedingt auch Getränke. Nur einer darf der Grillmaster sein, während die anderen Männer mit einem Drink in der Hand zuschauen. Und Frauen haben sowieso nichts in der Nähe des Grills verloren.

Outback: Fahrten im Outback erfordern Demut und Disziplin, denn schon ein Fehler kann Ihr allerletzter sein. Tanken Sie immer voll, füllen Sie den Wasserkanister auf, kaufen Sie eine neue und genaue Straßenkarte. Und machen Sie viele Pausen - müde Fahrer sind die häufigste Ursache für Unfälle. Bei einer Panne: Bleiben Sie beim Wagen. Und Achtung: Roadtrains haben immer Vorfahrt.

Körpersprache: Beim weltweit als Victoryzeichen bekannten V aus Zeige- und Mittelfinger sollte man vorsichtig sein: Wer die Handfläche dabei zum Körper wendet, sagt seinem Gegenüber damit "Fuck off!" Dieser Fauxpas unterlief dem damaligen US-Präsidenten George Bush 1993 bei einem Australienbesuch.

Mateship: In der Wüste muss man sich auf einen Freund verlassen können. Bei den heutigen Freundschaften geht es weniger um Leben und Tod, doch einen mate zu haben, ist immer noch wichitg: throwing prawns on the grill oder das nächste stout auszugeben, verschafft Ihnen Freunde.

Talk-Themen: Australier gelten als aufgeschlossen, doch wenn es um Politik oder Sex geht, ist Zurückhaltung geboten. Auch die Geschichte der Weißen und der Aborigines (sagen Sie niemals "Abos"!) ist ein problematisches Thema. Viele Australier meinen, das ginge den Rest der Welt nichts an.

Umgangston: Höflichkeiten werden von Australiern als unterwürfig empfunden. Man ist sofort beim Vornamen, selbst bei Geschäftstreffen. Der Umgangston ist je herzlicher, desto rauer. Das können Sie schon vor der Reise im Büro üben.

Surfen: Wellenreiten ist nicht nur ein Sport, sondern die nationale Leidenschaft Australiens! Es gibt viele berühmte Surf-Spots, aufgrund der verschiedenen Strömungen ist es allerdgins für Anfänger empfehlenswert, nicht einfach mit einem Surfbrett unter dem Arm ins Meer zu gehen, ohne zuvor einen Kurs besucht zu haben.

Gehört (fast) zu jeder Mahlzeit: Vegemite ist ein Brotaufstrich, der nach Brühwürfel schmeckt. Über diesen Geschmack allerdings lässt sich nicht streiten: Premierministerin Julia Gillard verkündete, die Paste sei "part of being Australian, part of our history, part of our future".

Besuch: Tauchen Sie nicht unangemeldet bei Australiern zu Hause auf. Überraschungsbesuche mögen sie nicht. Rufen Sie immer kurz vorher an, wenn Sie jemanden treffen wollen.

Helmpflicht: Einen Helm zu tragen ist nicht nur obligatorisch, wenn Sie auf einem Motorrad sitzen. Auch beim Fahradfahren müssen Sie einen tragen.

Verkehrsregeln: In Australien herrscht Linksverkehr, trotzdem gilt an Kreuzungen, wenn nicht weiter gekennzeichnet, die Rechts-vor-Links-Regel. Höchstgeschwindigkeit in Städten 60 bzw. 50 km/h (in einigen Vorstadtgebieten), auf Landstraßen und Autobahnen in der Regel 110 km/h. Die Polizei ist sehr streng - wer mit mehr als 0,5 Promille Alkohol, bei Rot über die Kreuzung oder ohne angelegte Sicherheitsgurte fährt, riskiert hohe Strafen.

Straßenschilder: Ob "No Fuel for the next 500 kilometers" oder "Four Wheel Drive needed" - Schilder in Australien sollten ernst genommen werden - sie stehen nicht zum Spaß am Straßenrand. Gerade im Outback können diese Hinweise das eigene Leben retten.

Kaffee: Australier sind absolute Kaffee-Maniacs, überall sieht man sie Kaffee schlürfen. Kenner loben den im Land angebauten Kaffee, er hat wenig Bitterstoffe und ist daher sehr mild. In Australien wird Kaffee auf andere Art und Weise getrunken als in Deutschland, nämlich grundsätzlich als Espresso. Bestellt man also eine Tasse Kaffee, so wird erst einmal gefragt: "What type of coffee would you like?" Und so bestellen Sie richtig: Ein Short Black sind 30 ml Espresso in einer kleinen Tasse, ein Long Black dagegen wird mit heißem Wasser und etwas Milch aufgefüllt - bei der gleichen Menge an Espresso wie beim Short Black. Ein Latte Espresso wird mit heißer Milch und Milchschaum im Glas serviert. Ein Flat White ist ein Espresso mit Milch in einer Keramiktasse. Die Skinny-Varianten sind für die Figurbewussten: es wird fettarme Milch verwendet.