Thailand Drei Nächte in Bangkok

Die Stadt am Chao Phraya-Fluss hat mehr zu bieten als Tempel und den Königspalast - eine Fahrradtour durch den Großstadtdschungel von Bangkok.

Chao Phraya in Bangkok.

Bangkok ist Ausgangspunkt für Reisen ins thailändische Hochland und in die Badeparadiese Krabi oder Ko Samui. Doch bevor es weiter geht, sollten Urlauber ein paar Tage für eine der spannendsten Städte Asiens einplanen: Bangkok. Das "Dorf im Pflaumenhain", so der ursprüngliche Name, ist zu einer Weltstadt mit mehr als acht Millionen Einwohnern angewachsen. In der Metropolregion mit ihren nicht enden wollenden Wolkenkratzern und stark befahrenen Ausfallstraßen leben sogar fast doppelt so viele Menschen. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Bangkok vor 400 Jahren noch ein winziger Fischerort am Ufer des Chao Phraya war.

Bis heute bildet der Fluss der Könige die Lebensader der Hauptstadt. Zwischen Garküchen, Haustempeln und schwimmenden Märkten tauchen Touristen in den thailändischen Alltag ein. Der könnte gegensätzlicher nicht sein: Mal laut und chaotisch, dann wieder friedlich und idyllisch. Bangkoks vielfältigen Reize offenbaren sich Besuchern am besten vom Fahrradsattel aus. Zum Auftakt des Dreitagestrips steht eine begleitete Halbtages-Radtour auf dem Programm.

 

Garküche in Bangkok.
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Öfter mal einen Zwischenstopp machen - bei den Garküchen am Straßenrand.

Mit Pedalkraft von Tempel zu Tempel

An der einen Straßenseite dampfende Garküchen und Saftstände mit aufgetürmten Passionsfrüchten, vis-à-vis faulenzen Rucksackreisende in kleinen Hotellobbys und Massagesalons. Hupende Autos und qualmende Busse schieben sich durch die mehrspurige Straße. Überall liegt der Duft von Räucherstäbchen und Zitronengras in der Luft. Mit wedelnden Handbewegungen hält der Fahrradguide seiner Gruppe den Weg neben Autorikschas und Taxis frei. Typisch Thai, Ant trägt ein geduldiges Lächeln auf den Lippen, während er die nicht ganz so tiefenentspannten Touristen durch den wuseligen Verkehr bugsiert.

Am Fluss biegt die behelmte Zweiradtruppe in eine enge Gasse ein. In den zur Straße hin offenen Häusern sitzen Familien auf dem Boden und löffeln ihre Suppe. Kinder spielen zwischen liebevoll geschmückten Hausaltären und gespannten Wäscheleinen. Sie winken den "Pedalrittern" zu, bevor die Kurs auf einen Tempel mit Goldbuddha nehmen, kreuz und quer durch einen Obst- und Blumenmarkt kurven und am Golden Mount gemeinsam mit Mönchen den Blick über Bangkoks Dächer und den Fluss schweifen lassen. Zum Sonnenuntergang gibt es einen Drink in einem idyllisch gelegenen Lokal am Wasser. Radführer Ant bildet die Vorhut, hinten fährt Jick, der auch den letzten Touristen sicher zum Ausgangspunkt im Viertel Banglamphoo lotst. Die Ausflügler haben sich während der vierstündigen Sonnenuntergangs-Tour nicht nur das unbekannte Bangkok abseits der Touristenpfade, sondern auch einige versteckte Sehenswürdigkeiten gleich mit erstrampelt und ihr Abendessen in einem der Straßenrestaurants an der berühmten Khao San Road verdient.

 

Königspalast in Bangkok.
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Gehört zu jedem Bangkok-Besuch dazu: der Königspalast.

Goldene Türme und Massage im Kloster

Schon früh am Morgen laufen auf dem riesigen Platz Sanam Luang die thailändischen und ausländischen Besucher in Scharen umher. Sobald der uniformierte Fremdenführer ortsunkundige Touristen erblickt, nähert er sich ihnen und spult seinen Spruch ab: "Der Königspalast ist heute wegen einer Zeremonie geschlossen." Lautsprecheransagen warnen Ausländer vor solchem Nepp. Es handelt sich um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen selbst ernannter Guides, die überteuerte Alternativtouren an ahnungslose Amerikaner und Europäer verkaufen wollen. Natürlich stehen Thailands berühmteste Sehenswürdigkeiten jeden Morgen offen. Einen ganzen Tag sollten Urlauber für den Königspalast, den angrenzenden Tempel des Smaragdbuddhas (Wat Phra Kaeo, 8.30-15.30 Uhr, Eintritt zusammen 13 Euro) und das älteste Kloster der Stadt (Wat Pho, 8-17 Uhr, 2,50 Euro) einplanen.

Hinter den weißen Mauern des Grand Palace tauchen sie in eine märchenhafte Welt goldener Rundtürme und kunstvoller Wandmalereien ein. Der eigentlich aus Jade gefertigte Smaragdbuddha ist Thailands bedeutendstes Heiligtum, im etwas südlich gelegenen Kloster Wat Pho gibt es einen liegenden Riesenbuddha zu bestaunen, der gerade ins Nirwana hinübergleitet. Den Himmel auf Erden erleben Reisende anschließend in der renommierten Massageschule des Klosters, wo sie sich nach stundenlangem Sightseeing von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen können.

 

Chatuchak Weekend Market in Bangkok.
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Von der Socke bis zum Möbelstück: Auf dem Chatuchak Weekend Market findet man alles.

Power-Shopping und Schnäppchenjagd

Nach so viel Kultur im Tempelbezirk steht am dritten Tag Einkaufen auf dem Programm. Zuerst geht es mit dem hochmodernem Skytrain bis zur Station Siam Central. In dem Megakaufhaus Siam Paragon gibt es Designerware und ein beeindruckendes Aquarium, in dem Haie und Mantas ihre Bahnen ziehen. Eine wahre Schatzkammer und eine Oase der Ruhe inmitten der Riesenstadt sind die zum Museum umfunktionierten Thai-Häuser des amerikanischen Seidenkönigs Jim Thompson, in denen es uralte Buddhastatuen und Seidenmalereien des verstorbenen Sammlers zu bestaunen gibt. Wer es auf seidene Souvenirs abgesehen hat, kann Schals und Dekors des Labels im angeschlossenen Shop erwerben. Schnäppchenjäger leben ihren Kaufrausch eher an den T-Shirt, Taschen- und Trödelständen des Chatuchak Weekend Markets aus.

Der perfekte Platz, um die letzten Stunden in Bangkok ausklingen zu lassen, ist die hoch über der Stadt thronende Three Sixty Lounge im 32. Stock des Hotels Millennium Hilton. Schöne Zimmer mit Blick auf die Lebensader der Riesenstadt, den Fluss der Könige, bietet die am Ufer des Chao Phraya in den Himmel wachsende Nobelherberge außerdem. Drei Nächte in diesem Ambiente und man fühlt sich wie Buddha in Thailand.

Autor

Claudia Piuntek