Südkorea

Wissenswertes über Südkorea

Natur und Klima:

Südkorea nimmt den südlichen Teil der koreanischen Halbinsel ein. Im Osten fällt das bewaldete Gebirge Taebaeksanmaek steil zum Ostmeer (Japanischen Meer) ab. Etwa in der Mitte des Landes zweigt nach Südwesten das Gebirge Seobaeksanmaek ab, das das Nakdonggangbecken umschließt. Den Westen nehmen landwirtschaftlich genutzte Hügelländer und Ebenen ein. Im Gegensatz zur wenig gegliederten Ostküste ist die Südküste in zahlreiche Inseln und Halbinseln aufgelöst. Ähnlich zergliedert ist die seichte Westküste, die einem starken Tidenhub unterliegt. Unter den zahlreichen Flüssen werden vor allem Nakdong-gang und Han-gang für die Bewässerung und als industrielles Brauchwasser genutzt.

Das Klima weist vier ausgeprägte Jahreszeiten auf. Die Sommer sind im Allgemeinen heiß und feucht, die Winter trocken und kalt. An der Südküste und auf den vorgelagerten Inseln, die von Taifunen heimgesucht werden können, herrschen fast subtropische Temperaturen.

Bevölkerung:

Am dichtesten besiedelt sind die Küstenebenen im Westen sowie die südlichen Beckenlandschaften, wo auch die städtischen Zentren liegen. Der Anteil der städtischen Bevölkerung ist mit 84 Prozent sehr hoch.

Mehr als ein Drittel der Einwohner sind Christen (vor allem Protestanten), etwa ein Viertel Buddhisten, daneben ist die Ahnenverehrung weit verbreitet. Bemerkenswert ist der gute Ausbildungsstand; rund ein Viertel aller Südkoreaner nimmt ein Hochschulstudium auf.

Staat und Politik:

Gemäß der Verfassung von 1988 ist Südkorea eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt wird. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Er ernennt das vom Ministerpräsidenten geführte Kabinett. Das Einkammerparlament, die Nationalversammlung, hat 299 Abgeordnete, die für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt werden. Wichtige Parteien sind die konservative Große Nationalpartei (GNP) sowie die liberale Vereinigte Neue Demokratische Partei (UNDP).

Wirtschaft und Verkehr:

Seit den sechziger Jahren hat sich Südkorea durch Importrestriktionen und staatliche Förderung vom Agrarland zu einer führenden Industrienation entwickelt. Von der Asien-Krise (1997/98) hat sich das exportorientierte Land durch die Nähe zum rasch wachsenden chinesischen Markt mittlerweile erholt.

Etwa ein Fünftel der Gesamtfläche wird landwirtschaftlich genutzt, vor allem für den Anbau von Reis; daneben werden als Sonderkulturen Maulbeerbäume und Ginseng angebaut. Eine große Rolle spielt die Hochseefischerei. Die wichtigsten, noch überwiegend von Familienkonzernen kontrollierten Industriezweige sind die Elektronik-, Textil- und Chemiebranche, die Eisen- und Stahlerzeugung sowie der Schiff- und Automobilbau. Der zunehmende Fremdenverkehr, insbesondere aus Japan, bringt wichtige Deviseneinnahmen. Außer bedeutenden Kunstschätzen und reizvollen Naturlandschaften ziehen auch die Strände im Süden Besucher ins Land.

Kernstücke des dichten und gut ausgebauten Verkehrsnetzes sind die Autobahn und die für Hochgeschwindigkeitszüge ausgebaute Eisenbahntrasse zwischen der Hauptstadt Seoul und der Hafenstadt Busan.

Geschichte:

Autoritäre Regime:

Das autoritäre Präsidialregime Syngman Rhees, des ersten Präsidenten der 1948 gegründeten Republik Korea, wurde 1960 durch Studentenunruhen gestürzt. Ein Militärputsch brachte 1961 General Park Chung Hee an die Macht. Gestützt von den USA, beherrschte er das Land mit Hilfe eines straffen Sicherheitsapparates. 1979 wurde er ermordet. Die Verhängung des Kriegsrechts führte zu Unruhen vor allem an den Hochschulen. In Gwangju schlug die Armee einen Studentenaufstand brutal nieder. Seit 1980 regierte General Chun Doo Hwan. Er deregulierte die Wirtschaft, unterdrückte aber ebenfalls die oppositionellen Kräfte.

Politische Liberalisierung:

Innenpolitischer Druck erzwang 1987 die Wiedereinführung der Direktwahl des Präsidenten. Unter dem seit 1988 regierenden Roh Tae Woo setzte eine politische Liberalisierung ein. Die Präsidentschaftswahlen 1992 gewann der Oppositionspolitiker Kim Young Sam. Er veranlasste die juristische Aufarbeitung des Massakers von Gwangju. Die umstrittene "Sonnenscheinpolitik" seines Amtsnachfolgers Kim Dae Jung, eines jahrzehntelang verfolgten Dissidenten, setzte auf eine vorsichtige Annäherung an Nordkorea. Im Jahr 2000 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis. 2002 wurde der liberale Roh Moo Hyun zum neuen Präsidenten gewählt. Ein Amtsenthebungsverfahren (unter anderem wegen Verstoßes gegen Wahlgesetze) gegen ihn scheiterte 2004 vor dem Verfassungsgericht.

Im innerkoreanischen Verhältnis zeigte sich Roh Moo Hyun um eine Fortsetzung der Annäherungspolitik bemüht. Dabei beteiligte sich Südkorea an den internationalen Verhandlungen über die Einstellung des nordkoreanischen Nuklearprogramms. In der südkoreanischen Innenpolitik standen für die Regierung die Verstetigung des Wirtschaftswachstums sowie die Bekämpfung der Korruption im Vordergrund. Aus den Präsidentschaftswahlen 2007 ging mit Lee Myung Bak der Kandidat der oppositionellen Großen Nationalpartei als Sieger hervor. Diese konnte bei den anschließenden Parlamentswahlen die absolute Mehrheit der Mandate gewinnen.


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