Städtetrip 72 Stunden in Singapur

Bei einem Kurztrip nach Singapur hat man die Qual der Wahl zwischen Dschungel, Day-Spas, Baden über den Dächern des Inselstaats und den perfekten Bars, um einen Singapur Sling zu genießen. Redakteurin Stefanie Lindenberger war 72 Stunden in der Metropole unterwegs.

Tag 1 in Singapur

Der Pool über der Skyline sieht aus, als hätten Designer den Himmel neu entworfen. Ich wollte ihn unbedingt mal sehen. Ich wollte die Hecken bestaunen, die – so könnte man vermuten – nachts mit der Nagelschere gestutzt werden, die blitzsauberen Parks und Straßen. Klar, ich wollte auch wissen, ob in Singapur wirklich keiner auf der Straße raucht, trinkt oder wenigstens mal Kaugummi kaut. Ich flog hin, blieb drei Tage und fragte mich am Ende: Warum schreiben alle über die Kaugummis? Es gibt viel Spannenderes!

Nach elf Stunden Flug lande ich – und fahre zuerst auf die Insel Sentosa, die als eine Art Ferienwunderland von den Singapurern genutzt wird. In einem wunderschönen Park spazieren Pfauen zwischen den größten Orchideen, die ich je gesehen habe. Als Nächstes bekomme ich eine Massage im Spa Botanica und wandere danach an den Strand. Mein Trip könnte schlechter beginnen.
27 Grad, über mir rascheln Palmen, unter meinen Zehen spüre ich weichen Sand.

Um der Mittagshitze zu entfliehen, besuche ich die Parkanlage Gardens by the Bay, Singapurs nagelneue Future-World für Gartenfreunde. Das Areal ist riesig, sein Herz besteht aus zwei Mega-Gewächshäusern, die wie Kellerasseln ausschauen. In einem der beiden kann man durch Wolken gehen. Zum Ausklang des Tages lasse ich mir in der Krone eines Baums aus Stahl einen "Singapore Sling" servieren. In der Supertree-Bar schauen Albert von Monaco und Charlène auch öfter auf einen Drink vorbei. Kein Wunder, hier kann man auf die funkelnde Skyline blicken und sich fragen, ob man in einem Science-Fiction-Film gelandet ist.

Tag 2 in Singapur

In den Wolken war ich gestern, heute geht es in das MacRitchie-Naturreservat. Hier kann man Affen beobachten und über Baumwipfelbrücken wandern. Mittags besuche ich in Chinatown einen Tempel. "You can like us on facebook" steht auf einem Schild zwischen all dem Gold. Ich kann euch auch direkt hier mögen, denke ich. An unzähligen Ständen werden Kimonos und iPhone-Hüllen verkauft, ich erstehe eine Winkekatze. Nächster Stopp: Little India. Im ältesten Curry-Laden Singapurs kann ich mich nicht sattschnuppern und wünsche mir, ich hätte einen größeren Koffer dabei.

 

Gardens by the Bay in Singapur
Stefanie Lindenberger
Gardens by the Bay

Abends bummele ich durch das arabische Viertel. "Life without fashion would be a mistake" steht auf der Treppe eines der Vintage-Shops, von denen es hier viele gibt. Richtig, denke ich und kaufe mir ein Fifties-Kleid. In der Bar Stories fragt Dave am Ende des Tages, welchen Drink ich mag. "Planter’s Punch", sage ich. Daraufhin antwortet er: "Ich mixe dir die Asia-Variante mit japanischer Kirsche." Heute sah ich die halbe Welt an einem Tag. Die japanischen Kirschen im Drink in dieser Wohnzimmer-Bar aber waren die Krönung.

Tag 3 in Singapur

Das Mega-Hotel Marina Bay Sands ist mein wichtigster Programmpunkt für Tag 3. Okay, die Lobby erinnert eher an einen Flughafen, dafür stehen vor der Tür Stretchlimos. Hier rauschen die Reichen aus aller Welt ein und aus. In diesem Monat kommt Rihanna, weil die Formel 1 in der Stadt gastiert und die Sängerin Star des Events ist. In dem Komplex gibt es ein Museum, auf einer vorgelagerten Insel aus Glas den größten Louis-Vuitton-Laden der Welt –und eine riesige Shoppingmall. Von ganz oben schaut man zur einen Seite auf die Skyline der Stadt, zur anderen auf den weiten Pazifik. Die riesigen Tanker, die im Hafen vor Anker liegen, wirken wie Spielzeugschiffe.

 

Stefanie Lindenberger
Chinatown in Singapur

Doch all das ist zweitrangig, denn auf dem Gebäude befindet sich der sagenumwobene  Pool. Gut, darin baden darf nur, wer im Hotel wohnt. Aber staunen kann jeder. Entweder von der öffentlichen Aussichtsplattform aus – oder von der Bar Ku De Ta gleich neben dem Pool. Ich entscheide mich für die Bar. Elektro-Sounds flirren durch die Luft, langsam verfliegt die Hitze des Tages. Ich bestelle einen letzten "Singapore Sling" und fühle mich irgendwie fancy. Drei Tage sind rum. Ich wollte noch die Long Bar sehen, wo Singapurer aus Spaß Erdnussschalen auf den Boden werfen, weil man ja sonst in der Stadt nichts fallen lassen darf. Ich wollte auf die Insel Bintan in Indonesien, die man per Fähre in einer Stunde erreicht. Ich wollte eine Night-Safari machen und vom Boot aus Giraffen und Elefanten sehen. Ich komme wieder. Singapur bleibt ja hier.

INFOS zu Anreise und Hotels in Singapur

Anreise: Direktflüge z. B. ab Frankfurt kosten ab ca. 810 €. www.singaporeair.com

Coole Hotels in Singapur

Hotel Ford Canning: Hübsches Boutique-Hotel im ältesten botanischen Garten Singapurs, ab 130 Euro pro Person und Nacht.
The Club: Clean, asiatisch, black &white mit toller Rooftop-Bar, ab 110 € pro Person und Nacht.
The Sultan: Stylishes 64-Zimmer-Haus nahe des arabischen Viertels, ab 80 € p. P. und Nacht.
Moon: Design-Heim mit Hostel-Charakter, kleine Zimmer, dafür aber Toplage mitten in Little India, ab 70 € pro Person und Nacht.

Restaurants und Bars in Singapur

True Blue Cuisine: Die Peranakan-Küche ist eine Mischung aus chinesischen, indonesischen und malaiischen Genüssen.
Tanjong Beach Club: Frisches Seafood direkt am Strand auf der Insel Sentosa.
IndoChine: Neue asiatische Küche direkt am Fluss in der City.

Bars in Singapur

 

Barstories: Ganz nach persönlichem Geschmack mixt Barkeeper Dave individuelle Cocktails.
Bar mit super Panorama: Auf dem Hotel Marina Bay Sands gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man den berühmten Dachpool bestaunen kann.
Rooftop-Bar des Fullerton Bay Hotel: gediegenes Pool-Deck mit tollem Ausblick.
Gardens by the Bay: Toll schmeckt der "Singapore Sling" in den Supertrees des neuen Parkgeländes Gardens by the Bay.

 

Spas in Singapur

Spa Botanica ist ein wunderschönes Day-Spa auf der Insel Sentosa.

Mehr Informationen über Singapur: www.your-singapore.de